Montag, 15. Oktober 2012

Die Polizei - dein Freund und Helfer

Die Bremsen quietschen, vermummte Männer in voller Kampfmontur springen heraus, ein SWAT-Team, wie man es aus US-Krimis kennt. Sie klettern über eine Mauer und sie stehen vor ...

Sie stehen vor Kindergartenkindern!

Sie schreien die Kinder an, dass sie schleunigst in das Haus gehen sollen.

Jeder kann sich vorstellen, wie es den Kindern gegangen ist. Sie beginnen zu weinen, zu schreien ... Sie haben Angst. Vor Ihnen stehen Gestalten, wie aus dem Fernseher entsprungen, aus Fernsehserien, die sie noch nicht sehen dürfen. Es wurde für sie Wirklichkeit. Die Kita-Mitarbeiter riefen die 110 an, weil sie sich alle bedroht fühlten. Wer hob am anderen Ende der Leitung ab? NIEMAND! Der Notruf ging ins Leere.

Die Polizei - dein Freund und Helfer?

Geschehen in Leipzig in der Biedermannstraße, in einer integrativen Kindertagesstätte. Geschädigte: Kinder zwischen 3 und 6 Jahren!

Ziel waren Drogendealer in der benachbarten Straße, die vollständig abgesperrt wurde. Es wurden 4(!) Drogendealer festgenommen. Wegen läppischer 4 Dealern wurde Kindern in der Nachbarstraße Angst eingejagt. 

Wegen 4 läppischer Dealern haben Leipziger Polizisten einen Großeinsatz gestartet mit allem Brimborium einer amerikanischen Fernsehserie. Polizisten haben die Muskeln spielen lassen vor Kindergartenkindern. 

Was ist für unsere heutige Polizei eigentlich noch die Abwägung der Verhältnismäßigkeit der Mittel wert? Ich kenne in diesem Land fast nur noch prügelnde Polizisten. Meist sind es Demonstranten, die ihr grundgesetzmäßiges Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen. Dieses Mal waren es Kindergartenkinder. Wer wird es das nächste Mal sein? 

Ich billige keine Drogendealer. Aber ich billige auch kein Vorgehen der Polizei in Wild-West-Manier. Und ich billige auch keine Angriffe auf die Polizei. Drogendealer kann man anders festnehmen, indem man schlicht und ergreifend Polizeiarbeit leistet und ermittelt.

Und Kindergartenkinder in der Schusslinie von Polizeieinsätzen? Das geht nun mal gar nicht! Es gibt andere Wege, Kindergartenkinder in ihre Tagesstätte zu bringen. Wie wäre es denn gewesen, wenn ein ruhiger Herr oder eine ruhige Frau zur Tagesstätte gegangen wäre, freundlich an der Tür geklopft hätte und die Situation den Erzieherinnen erklärt hätte? Wäre das zuviel von unserer Polizei verlangt gewesen? Wer gab ihnen überhaupt das Recht in den Kindergarten einzudringen - ohne Durchsuchungsbefehl. Man kann Kindern zwischen 3 und 6 nicht unterstellen, dass durch sie Gefahr im Verzug war. Die Gefahr wurde durch die Polizistenrowdies in den Kindergarten gebracht.

Wen wundert es eigentlich dann noch, dass die Polizei als Feind angesehen wird? Tut die Polizei eigentlich nicht alles, um sich als Feindbild zu gerieren?

Was ist aus dem Bild des helfenden Polizisten geworden? 

Polizisten, die sich in Ku-Klux-Klans engagieren, die rechts das Auge zudrücken, die links provozieren?

Polizisten, die ihre Arbeit erniedrigen, in dem sie prügelnd, pfeffersprayend und bei Kindern Angst verbreitend durch Deutschland ziehen? Reicht richtige Polizeiarbeit nicht mehr aus? Fehlt der Kick dabei? 

Ich weiß es nicht.




Kommentare:

  1. Ich sehe das so:
    In einem Kindergarten befinden sich auch Hartz IV-Kinder, also, Dealer von morgen. Frühzeitiges Einschüchtern wehrt den Anfängen. Da fährt man auch schon mal mit einem Panzer in die Krabbelstube.
    :-)

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  2. unfaßbar. aber wahrscheinlich bleibt so etwas nicht aus, wenn man die polizei als kampftruppe gegen die bürger in stellung bringen will. und zumindest in der alt-brd standen polzei und justiz schon immer traditionell "rechts".

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  3. Schlimme Sache, sowas darf nicht passieren. Sicherlich gibt es Idioten, Leute die Fehler machen und dann an der falschen Haustür klopfen und unverhältnismäßig handeln. Schlimm, wenn es dann die Unschuldigsten von allen trifft, nämlich Kinder. Aber: hier zu pauschalisieren und die Institution Polizei in der heutigen BRD als rechtsgewandt, gewalttätig und regelmäßig unverhältnismäßig agierend darzustellen, empfinde ich als doch sehr oberflächlich und unreflektiert. Es gibt sicherlich immer wieder Situationen in denen Beamte falsch oder übermäßig reagieren. Es gibt aber nun einmal in jedem Beruf einige wenige, die Mist bauen. Natürlich kann das bei einem Beruf, in dem Vollzugsrechte eine ROlle spielen, üble FOlgen haben. Aber man sollte nicht vergessen, dass Polizisten auch Mitbürger sind und täglich den Kopf hinhalten. Den meisten Polizisten, so denke ich, gefällt es genauso wenig rechte Versammlungen zu schützen. Aber sie sind dem Grundgesetz verpflichtet und solange die Politik gewisse Vereine, Verbände oder sonstwas nicht als verfassungswidrig erklärt, muss die Polizei die freie Meinungsäußerung schützen. Denn genau das, was in der deutschen Vergangenheit passiert ist, soll eben nicht noch einmal passieren. Man darf auch nicht vergessen, woher die jungen Polizistinnen und Polizisten heutzutage kommen. Eben nicht aus tradionionell rechten Familien. Sie kommen von überall, sind ein Spiegel der Gesellschaft und mitunter auch oft linksgeprägt. Dass einige Wenige nicht wissen, wie sie mit ihren Vollzugsrechten umzugehen haben will ich nicht bestreiten aber man sollte auch bedenken, dass die Medien einem gerne Skandale und Fehltritte auf dem Silbertablett präsentiert, während oft nur ein kleiner Dreizeiler berichtet, wie ein Polizist sein Leben riskierte um ein Kind aus einem zugefrorenen See zu ziehen.Ich würde mir ein wenig mehr Reflektion und beidseitge Beobachtung wünschen, und Polizei ist heutzutage sicherlich keine "Kampftruppe gegen den Bürger" Oo. Wendet euch an die Politik!

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    1. @anonym, wohl noch nichts von den Knueppelparaden gehoert, vom Ku-Klux-Klan, von dem blinden rechten Auge? Noch nichts von dem unverhaeltnismaessigen Vorgehen der Polizei bei S21 gehoert? Noch nichts davon gehoert, wie man mit den Demonstranten, auch friedlichen, gegen Nazis vorgeht? Noch nichts davon gehoert, dass 40.000 Leute abgehoert worden sind, weil sie Gegendemonstranten gegen einen Naziaufmarsch gewesen sind, dass von den 40.000 Leuten, friedlichen Demonstranten welche vors Gericht geschleppt worden sind oder dass man die Amtsraume eines Pfarrers durchsucht hat, der die Gegendemo mit organisiert hat? Es sind nicht mehr einige Wenige. Leider. In Sachsen wird das GG durch die Polizei sehr oft ausgehebelt? Nur ein Versehen? Nur ein paar Uebereifrige, die keine Ahnung haben? Polizeipr'sidenten, die das alles aktiv unterstuetzen - schon lange kein Einzelfall mehr. Uebriens von diesem Gewalteinsatz wurden schon am naechsten Tag zwei der Verdaechtigen wieder freigelassen. Du magst vielleich in einem anderen land leben, wo die Polizei noch dein Freund und Helfer ist, hier ist das schon lange nicht mehr die Regel. Und wenn wir darauf hinweisen, dass das Einzelfaelle waeren, dass verniedlichen wir alles. Auch dieser Einzelfall darf nicht passieren. Irgendwie haben wir doch immer noch einen Rechtsstaat und es gibt immer noch den Ansatz, der von der Verhaeltnismaessigkeit der Mittel spricht. Dieser Einsatz ist noch nicht vom Himmel gefallen. Da gibt es Befehlsstrukturen und Menschen, die gerne Rambo spielen. Leider in den letzten Jahren viel zu oft. Das ist nicht das erste Mal so bei uns in Leipzig und Sachsen gelaufen.

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  4. Wenn jemand faschistische Gedanken hat, dann der Autor diesen Kommentares. Hast du jemals einen Polizisten kennen gelernt? Weißt du für was er seinen arsch hinhält? Weißt du welchen Anfeindungen er ausgesetzt ist? Die Polizei schafft es die Grundrechte des GG zu schützen. Die Polizei reißtvsich den arsch auf, um jeden einzelnen zu schützen und kriminelle zur Strecke zu bringen. Du hast jedoch keine eigenen Erfahrungen oder Beispiele, die deinen Artikel stützen. Lerne bitte etwas Weltbild und objektive informationsauswertung, sonst stellst du dich selbst als Opfer unreflektierter Berichterstattung Dar und zeigst, wie einfach du dich unwissentlich und unwissenschaftlich beieinflussen lässt.

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    1. Es ist die Wahrheit. Auf Grund der grossen Proteste in der Bevoelkerung musste die Polizeidirektion zurueckrudern und hat Schadenersatz angeboten. Nur, der Schaden ist da und nicht nur dort - s.o. Ich muss mir also nicht anhoeren, won wegen dass ich faschistische (gerade ich) Gedanken haette und dass ich unreflektiert etwas sage. Ich lebe eben in so einem Land. Du magst woanders leben, das ist durchaus moeglich, aber die Fakten sprechen eine andere Sprache.
      In dem Land, wo ich lebe, wird sehr oft das GG mit den Fuessen getreten. Leider. Ich weiss nicht, was in den jungen Maennern oder Frauen vor geht. Ich weiss auch nicht, was in den Vorgesetzten, in deren Koepfen vorgeht, wenn man ein SWAT-Team in einen Kindergarten schickt oder friedliche / ich spreche von FRIEDLICHEN Demonstranten knueppelt. Leider ist die Wahrheit eben so.

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  5. Ich teile die Ansicht von "Anonym". Ich selbst bin Polizist in diesem Land. Allerdings bin ich ein Kriminalbeamter und muss demnach nicht meinen Kopf auf der Straße hinhalten. Ich empfinde großen Respekt für unsere Schutzpolizisten. Allerdings muss ich auch sagen, dass es wie überall schwarze Schafe gibt. Das bleibt leider nicht aus und wird man wohl nie wirklich verhindern können. Man sie jedoch aus dem Dienst entfernen. Jedoch muss man aufpassen, dass man nicht verallgemeinert. Das Handeln einer Minderheit sollte man nicht dafür benutzen, sämtliche Polizisten zu stigmatisieren.

    Außerdem muss man sich damit auseinandersetzen, warum es zur Eskalation in einer Demonstration kommt. Hier muss man sich auch die Frage stellen, ob wirklich alle Teilnehmer ausnahmslos friedlich waren. Wer kann das schon beurteilen. Als Teilnehmer einer Demo kann man sicher nicht für alle anderen Teilnehmer die Hand ins Feuer legen. Schreitet die Polizei dann ein, kann man nicht mehr erwarten, dass ein Polizist bei jeder Person abwägen kann - die ist friedlich, die andere nicht. Das ist leider so. Das könnte keiner. Eskaliert also eine Demo, sollte man sich als friedliebender Teilnehmer zurückziehen.

    Wie schon erwähnt, gibt es auch linksgerichtete Polizisten. Dazu zähle ich mich auch. Allerdings hat links sein nichts damit zu tun, die Polizei zu verteufeln. Eine funktionierende Gemeinschaft braucht eine Polizei, die in Konfliktsituationen hilft und darauf achtet, dass die Normen, welche sich eine Gesellschaft gestellt hat, auch eingehalten werden.

    Fehler passieren immer wieder, was keine Entschuldigung sein soll. Allerdings ist das nur menschlich.

    Bevor man die eine Seite verteufelt, sollte man sich auch selbst an die Nase fassen und hinterfragen, ob nicht auch einmal die andere Seite Mitschuld an einer Eskalation trägt. Hier in Berlin ist es leider so, dass mit Steinen und Flaschen geworfen wird und die Leute sich dann wundern, wenn sie auch mal einen Knüppel zu spüren bekommen. Das muss sie die Polizei ja auch nicht bieten lassen. Man sollte daran denken, dass Steinwürfe und Flaschenwürfe immer ein Angriff auf das Leben eines Menschen sind. Viele sind sich dessen nicht bewusst. Im schlimmsten Fall kann man hier für versuchten Mord bzw. Totschlag angeklagt werden.

    Ich stehe auch für die linke Sache ein. Allerdings scheint es mir so, als ob viele sog. "Linke" keine wirkliche Ahnung davon haben, was der eigentliche Gedanke dieser Ideologie ist. Mit diesen Verhalten werden die "ordentlichen Linken" bzw. die wirklich etwas ändern und nicht nur Krawall machen wollen, in schlechte Licht gerückt.

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    1. Schon lustig, dass es ordentliche Linke geben soll. Dann gibt es auch unordentliche. Steinwürfe und Flaschenwürfe sind nicht akzeptabel. Aber: Hier muss man auch ganz sorgfältig sein. Viele der nichtakzeptablen Handlungsweisen werden oft durch die Polizei direkt oder indirekt intiiert. Einkesselungen, rüde Pfeffersprayattacken auf Kinder und Rentner und einfach so dastehende Menschen (belegt) und vieles Mehr einschließlich Provokateure aus gerade den Reihen der Polizisten eingeschleußt, lässt das Vertrauen in die Polizei schwinden. Sie lässt sich immer mehr zum Prügelknaben der Regierung degradieren gegen die Bürger und deren berechtigten Forderungen. Dabei kommt es immer mehr zu unakzeptablen Handlungsweisen. Weiterhin beugen auch Polizeipräsidenten das Recht, um irgendwie super in der Öffentlichkeit dazustehen und oft fahren dabei eine harte unverhältnismäßige Linie, mit viel Aufwand, ohne großen Nutzen. Heraus kommt der Einbruch z.B. in den Kindergarten. Das ist nicht das einzige Beispiel. Einbruch in falsche Wohnungen war schon sehr oft und es werden auf Polizeirevieren auch gern Tode in Kauf genommen, wenn sie nicht die richtige Hautfarbe haben. Die NSU-Verbrechen konnten auch einfach so stattfinden und wer wurde verantwortlich gemacht? Die Opfer selbst. Mir sind das viel zu viele Zufälle oder schwarze Schafe in relativ kurzer Zeit. Betroffen sind davon auch diejenigen Polizisten, die sich wirklich um ihre ureigensten Aufgaben kümmern, die ermitteln, für Sicherheit im wirklichen Sinne des Wortes einstehen und auch helfen. Es gibt mittlerweile auch Polizeivereinigungen, die gegen diese sich breit machende Zustände sich organisieren, leider hört man nnicht so viel davon und ich weiß nicht, inwieweit sie auch die Unterstützung vieler eigener Kollegen haben. Ich denke, dass die Polizei erst im Innern wieder sauber werden muss. Du sagst selbst, dass man bei sich selbst beginnen soll. Auch die Polizei sollte das. Es schält sich immer mehr heraus, dass sie massiv blind auf dem rechten Auge ist. Diese Zustände zu leugnen, bringt nicht weiter und immer mit den Finger auf andere zu zeigen, ebenso wenig.

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    2. Ach noch etwas dazu. Die Polizisten, die Freund und Helfer sind in den Stadtbezirken z.B. werden reduziert. Man sieht sie deshalb kaum noch.

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