Donnerstag, 18. Oktober 2012

Jeder möge seine Überschrift finden

Die Zahlen der chinesischen Wirtschaft sind - wie ich gehört habe - schon wieder rückläufig, das 7. Mal hintereinander. Die Chinesen selbst können den Rückgang nicht auffangen.

Wen wundert das denn? Wahrscheinlich können immer mehr Europäer und US-Amerikaner nicht mal mehr den chinesischen Billigschund kaufen, von den anderen Produkten gar nicht erst zu reden. Wenn man im Prinzip nur Werkbank des Westens ist - noch - dann sollte man sich nicht wirklich darüber wundern. Werkbänke sind immer die ersten, die in Krisenzeiten dran glauben müssen.

Und die Chinesen selbst? Nur eine Minderheit (sicherlich ist bei der Anzahl der Menschen in China die prozentuale Minderheit immer noch groß) kann sich die Produkte, die sie herstellen, nach Europa oder USA exportieren, leisten. Es wird noch dauern, bis sich dort die Zeiten ändern.

Da kommt doch die Börse auf eine tolle Idee, zumindest die Börsensprecherin. Europa müsse den Binnenmarkt entwickeln. 

Den Binnenmarkt! Ups, was ist das denn? Hat den irgendjemand der EU-Verantwortlichen überhaupt auf dem Radar? Wissen die überhaupt, dass es zufälligerweise in jedem Land auch noch einen Binnenmarkt gibt, geben müsste, der auch wachsen könnte, wenn man ihn denn überhaupt kennen würde und wüsste, dass es so einen gibt.

Den Binnenmarkt wachsen lassen! Was haben die Börsenmenschen doch für lustige Ideen. Da walte Hugo - ähm - Hosenanzug, wollte ich sagen. Beides fängt mit "H" an. Kleiner Versprecher.

Nur mal so ganz nebenbei gefragt: Ist Europa nicht gerade dabei den Binnenmarkt ins Nirwana zu schießen? 

Natürlich kann es auch sein, dass der Hosenanzug, ganz auf DDR-Linie (übrig gebliebene 5. Kolonne :D), gar nicht weiß, dass im Kapitalismus das Einkommen der breiten Masse den Binnenmarkt und die unternehmerischen Investitionen definieren?

Gut, wir Deutschen habe IMMER Rezepte dafür und zwar nicht irgendwelche Rezepte, sondern die Besten, wo gibt.

Schäuble will ja seinen EU-Kommissar haben, der dann alle Haushalte der Länder kontrolliert und - das ist Deutschlands liebstes Kind - ABSTRAFEN darf. Strafen. Ja, das lieben wir Deutschen: kontrollieren und abstrafen. Nicht etwa helfen und solidarisch sein. Ups, solidarisch sein, heißt bei dem Hosenanzug: kontrollieren und abstrafen. Habe ich heute erst gehört, von ihr selbst. Und nur wenn das Kind auch ganz, ganz lieb ist, bekommt es die Süßigkeiten. 

Da sind wir wieder bei dem Hosenanzug. Heute in Orange (zumindest der Blazer). Orange. Tja, das ist angemessen der Situation. Orange ist eine Warnfarbe! Und genauso sollte man die Aussagen, die ich mir nur 5 Minuten angetan habe - es geht nicht anders, sonst würde ich platzen und wer sollte dann die Sauerei aufwischen? - auch beurteilen.

Schön finde ich das Demokratieverständnis des Orange-Hosenanzuges. Es ist wunderbarerweise aus der DDR übrig geblieben. Auf gerade dieses Relikt könnte ich gut und gerne verzichten. Ich musste sofort an das Politbüro der SED denken. Sie scheint nicht für umsonst FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda gewesen zu sein. Ihr Demokratieverständnis lautet dementsprechen. 

Eigentlich ist es zum Schreien in jeder erdenklichen Hinsicht, wie man sich gerade fühlt, von: vor Lachen rollen bis vor lauter Weinen krümmen. Sie meinte, wenn die Staaten in trauter Gemeinsamkeit den EU-Vertrag änderten und dies dann in den Parlamenten abgesegnet wäre ... dann nennt man das Demokratie, noch besser demokratisch legitimiert. 

Also, ich finde das Klasse. Man ändert einen Vertrag, in dem man allen Mitgliedern der EU/Euro, die dafür anfällig sind, die Pistole auf die Brust setzt, die anderen werden mit Ausnahmeregelungen o.ä. gefügig gemacht, peitscht danach die Vertragsänderungen durch  Parlamente, die es nicht interessiert, weil sie nur ihre Pöstchen im Auge haben und dann ist das demokratisch legitimiert. Leider ist die Fußball WM erst 2014, aber irgendein anderes sportliches Großereignis wird sich schon finden lassen, wenn man die ganze Chose vor 2014 durchdrücken will. Nach dem Durchwinken durch die Parlamente kann der Diktator als Finanzaufsicht eingesetzt werden, ein demokratisch legitimierten Diktator. Wenn das nichts ist ...

Denk ich an Europa in der Nacht ... frei nach Heinrich Heine.





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