Montag, 5. November 2012

Ich liebe die FDP

Glaubt das jemand? Natürlich nicht. Sie kann sich bei mir nicht Liebkind machen, weil sie die Praxisgebühr abgeschafft hat, obwohl ich das selbst für überfällig halte. 

Da liegt das Geld in einem Karton oder einer Schatulle im Schreibtisch der Arzthelferin. Sie hat Arbeit damit. Sie trägt es in den Computer ein, muss einen Zettel ausdrucken, der natürlich auch erst einmal hergestellt werden muss. Alles wird dann der Krankenkasse überwiesen, was auch wieder Kosten verursacht und Zeit, die besser in der wirklichen Praxisarbeit angelegt wäre. Überweisungen zu Fachärzten müssen getippt und ausgedruckt werden. Geht man gleich zum Facharzt darf man nicht vergessen, dass man sich eine Überweisung für den Allgemeinmediziner geben lassen muss, sonst sind wieder 10 EUR fällig. Bürokratie ... Bürokratie ... Bürokratie ...

Und alles wegen des Eintrittsgeldes, was nur Einnahme bedeutet und überhaupt keine regulierende Wirkung hatte. Wie sollte es auch, wenn man wegen eines simplen Rezeptes auch eine Praxisgebühr löhnen muss, aller Vierteljahre einmal. Man geht nicht zu seinem Arzt, sondern bekommt von der Arzthelferin sein Rezept für 10 Euro. 

Die CDU wollte die Praxisgebühr beibehalten, sozusagen als Selbstbeteiligung. Bei einem Rezept ist das aber völlig absurd, weil man sich dann doppelt selbst beteiligt.

Und wer nun sagt, dass das zu Lasten der Krankenkassen geht und jammert, sollte mal überlegen, dass es vor noch nicht allzu langer Zeit auch ohne Eintrittsgebühr ging. Und wenn eine Krankenkasse nicht mit ihrem Geld auskam, lag das an anderen Ursachen, aber nun nicht daran, dass es keine Eintrittsgebühr gab. Nicht wahr Nachdenkenseiten? Ich kenne Zeiten, da diese Faktoren dort aufgelistet worden waren. Und, ist es nicht gut, dass nun auch ein Langzeitarbeitsloser nicht dreimal überlegen muss, ob er zum Arzt gehen kann? Es wurde zwar nicht wegen ihnen abgeschafft, aber da profitiert wenigsten wirklich mal jemand, der es dringend benötigt, von einem FDP-Thema. Wer hätte das gedacht.

Und die FDP nun? Wer fällt denn auf das Wahlkampfgedöns herein!



Kommentare:

  1. "Da liegt das Geld in einem Karton oder einer Schatulle im Schreibtisch der Arzthelferin. Sie hat Arbeit damit. Sie trägt es in den Computer ein, muss einen Zettel ausdrucken, der natürlich auch erst einmal hergestellt werden muss. Alles wird dann der Krankenkasse überwiesen, was auch wieder Kosten verursacht und Zeit, die besser in der wirklichen Praxisarbeit angelegt wäre"
    Hier mal eine kleine Korrektur. Diese Gelder werden nicht an die Krankenkasse überwiesen. Vielmehr zieht die Krankenkasse bzw. eigentlich ja KV die Praxisgebühr von der Vergütung automatisch ab.

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    1. Danke für die Richtigstellung, obwohl ich das jetzt nicht wortwörtlich gemeint habe.

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