Freitag, 2. November 2012

Kein eigenes Hirn

Drei Fragezeichen ... ein fassungsloser Blick ... wirklich, sie haben kein eigenes Hirn. Sie müssen Hirn borgen! Lustig! Oder doch eher sehr, sehr traurig. Was ist aus der SPD geworden - sprachloses Erstaunen meinerseits. Okay die Schröder-Ära hat diese Partei zugrunde gerichtet. Keine eigenen Ideen mehr, nichts mehr, überhaupt nichts mehr ... Sie können nicht mal ein eigenes Parteiprogramm erarbeiten. 

Ist die SPD nur noch ein Wahlverein für Posten und Pöstchen? Gab es nicht mal Programme in der Geschichte der Partei, auch - man glaubt es heutzutage kaum - fortschrittliche Programme. 

Heutzutage haben sie keins mehr. Kein eigenes meine ich. Heutzutage wissen sie eigentlich nicht mehr wofür sie wirklich stehen. Nur an der Seite von Merkel? Gibt es da vielleicht noch mehr? Sind sie vielleicht der "linke" Flügel der CDU?

... Da ruckt es und zuckt es ... ah der linke Flügel ... oder so ähnlich?

Sie haben keine Ideen mehr, deshalb borgen sie sich Ideen. Nicht etwa von August Bebel - igittigitt - oder von Kurt Schumachen oder von Willy Brandt. Nein, die sind viel zu fortschrittlich gewesen. 

Die SPD beschäftigt eine Unternehmensberatung! Die schreibt der SPD das Wirtschaftsprogramm. Nur das Wirtschaftsprogramm?

Sollten wir da nicht gleich die Unternehmensberatung selbst zu den Wahlen zulassen und sie zum Juniorpartner von Merkel machen? Wozu benötigen wir dann eigentlich noch Parteien, wenn denen sowieso nichts mehr einfällt? 

Vielleicht lassen wir auch Merkel Merkel sein. Auch sie lässt denken. Für sie denken ebenso Unternehmensberater. Schön bequem. Kein eigener Kopf, keine eigene Ideen, keine Führungsrolle, nichts mehr, nur angenehme Leere und die Aussicht auf ein Leben in Saus und Braus.

Wenn ich SPD-Mitglied wäre, dann würde ich sofort aus dieser Partei austreten. Wissen die Mitglieder überhaupt, dass ihre Mitgliedsbeiträge Unternehmensberatern in den Rachen geworfen werden? Wollen die das so? Sind sie so dumm, Unternehmensberater reicher machen zu wollen? Oder werden sie betrogen? Und wenn sie sich betrogen fühlen, warum sind sie dann noch in dieser Partei, ähm, bzw. Zweigstelle von einer Unternehmensberatung?

Ich nenne das auch Betrug an eventuellen SPD-Wählern. Wollen Wähler nicht Grundsätze, Standpunkte, Meinungen und Programme von Parteien wählen? Und was bekommen sie? Eine Unternehmensberatung stattdessen. 

Oder ist das den Wählern egal. Hauptsache schön? Hauptsache sympatisch? Hauptsache klug daher reden? Hauptsache national? Hauptsache eine Lüge nach der anderen, die aber schön klingt? Oder wie?

Wenn es so ist, könnten wir eigentlich den Zirkus ganz abschaffen und erst wieder ins Leben rufen, wenn es eine wirkliche Demokratie gibt, wenn Abgeordnete dem Wähler Rechenschaft schulden und nicht ihrem oft nicht vorhandenem Gewissen und wenn es Volksentscheide gibt. 

Oder, das sähe unserer Gesellschaft noch ähnlicher, wir könnten Abos erwerben. Ein Abo für 4 Jahre für so und soviel Euros für ein Kreuzchen an einer bestimmten Stelle, die ein Meinungsforschungsinstitut oder - da bin ich großzügig - auch BILD, eine Lobbygruppierung, Unternehmensberatung oder wer auch immer uns vorschlägt. Rabatt gibt es bei einen 8-Jahres-Abo. Das Abo sollte nicht ganz billig sein, um sicherzustellen, dass auch nur die Leute es erwerben können, denen man es auch verkaufen will. Schließlich soll nicht jeder hergelaufene Krethi oder Plethi sein Kreuzchen-Abo erwerben können. Es lebe die Unternehmensberatungsdemokratie.

Nein, ich will das nicht so. Ich will eigentlich echte Demokratie. Die steht leider auf verlorenem Posten. Wielange noch?




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