Montag, 19. November 2012

Welttoilettentag

Ich konnte es nicht fassen, dass es einen "Welttoilettentag" gibt. Zwar geht es bei diesem Tag um Hygiene an sich, vor allem in den Ländern, wo Menschen keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen haben, aber wir können diesen Tag ja auch anders interpretieren.

"Jede Revolution ist wie ein Hochwasser, sie spült den Dreck nach oben, auch und gerade in der Politik", soll ein slowakischer Intellektueller gesagt haben, wie ich heute las. Das sind weise Worte. 

Gut, die sogenannte friedliche Revolution im Osten war keine Revolution. Zwar wurden die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Eigentumsverhältnisse geändert, aber anders, als es viele, und vor allem diejenigen wollten, die mit den Montagsdemos begannen. Diese friedliche Revolution wurde umfunktioniert in eine Restauration. Aber auch hier wurde der "Dreck" nach oben gespült. Wir können ihn heute als Kanzlerin oder Bundespräsident "bewundern". 

Oder, wir spülen den Dreck durch die Toilette hinunter.

Die Austeritätspolitik, bei der Deutschland der Vorreiter ist, die ganze Länder verwüstet: spülen wir sie durch die Toilette hinunter.

Spülen wir die Unternehmer durch die Toilette hinunter, die ihre Profite ins Unendlich durch Hungerlöhne steigern, wovon Teile der Löhne die Arbeitnehmer selbst mitbringen müssen, weil durch Steuergelder finanziert.

Spülen wir die Rüstungsindustrie durch die Toilette hinunter, die Kriege anzettelt. Schließlich muss Platz für neue Waffen gemacht werden, wie diese meinen und dadurch eine Tötungsindustrie sind. 

Spülen wir die NATO durch die Toilette hinunter, die Kriegen nicht aus dem Weg geht, sie anfeuert, sie unterstützt und selbst mitmischt. 

Spülen wir Personen wie Sarazzin die Toilette hinunter, die die Galionsfiguren des rechten Denkens für die Mitte der Gesellschaft geworden sind.

Spülen wir diejenige durch die Toilette hinunter, die ihr politisches Handeln darauf ausrichten, denen zu schaden, die sie gewählt haben. 

Spülen wir diejenigen durch die Toilette hinunter, denen es nichts ausmacht, Kinder verarmen zu lassen und ihnen kein Spielzeug gönnt oder das nur, wenn Eltern dafür hungern müssen.

Spülen wir diejenigen durch die Toilette hinunter, die diejenigen ausgrenzen, die die Werte in unserer Gesellschaft geschaffen haben bzw. immer noch schaffen.

Spülen wir die Nahrungsmittelkonzerne durch die Toilette hinunter, die uns Nahrung einreden, die hochgradig durch verschiedene minderwertige Zuckersorten kontaminiert ist, durch ihren Haupsache-billig-Gedanken. Spülen wir sie hinunter, weil sie uns krank machen.

Spülen wir noch einmal Nahrungsmittelkonzerne, wie z.B. Nesté, die Toilette hinunter, die Wassersquellen stehlen und uns danach das Wasser wieder teuer verkaufen.

Spülen wir die Kriegstreiber die Toilette hinunter, die nur Krieg kennen und keinen Frieden wollen, weil der nicht profitabel ist.

Spülen wir diejenigen die Toilette hinunter, die ganze Landstriche in der Welt entvölkern, damit wir Auto fahren können oder uns irgendwelche sinnlosen Cremes auf das Gesicht schmieren können.

Spülen wir diejenigen die Toilette hinunter, denen es egal ist, wenn millionen Menschen auf der Welt hungern und verhungern.

Spülen wir die Konzerne die Toilette hinunter, die Menschen töten, um an Rohstoffe zu kommen.

Spülen wir alle diejenigen die Toilette hinunter, die durch ihr egoistisches Handeln anderen Menschen Schaden zufügen und nicht nur anderen Menschen, sondern unserer Erde mit allem was noch drauf ist.

Spülen wir diejenigen die Toilette hinunter, die den Menschen die Würde nehmen.

Vielleicht wird unsere Welt dann etwas besser werden, aber wirklich nur vielleicht. Wenn wir uns nicht dafür interessieren, nur wegschauen ... dann ist der Welttoilettentag vergebens.