Dienstag, 4. Dezember 2012

Und wenn wir ganz lieb sind ...

... dann wird Mutti uns erhören. Oder?

Die nächste Spartengewerkschaft ist gegründet. Sie will sich um das Bodenpersonal bei der Lufthansa kümmern.  

So wird jeder Berufszweig oder besser gesagt "Tätigkeitsbereich" wohl bald über seine eigene Gewerkschaft verfügen. Das ist praktisch. Eine schöne zersplitterte Arbeitnehmerschaft. So kann man sie nach Bedarf formen, etwas geben oder verweigern. 

Dem stellv. Bundesvorsitzenden und gleichzeitige Pressesprecher dieser "Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr e.V." geht es in einem Gespräch vor allem - nach seinen Aussagen - um Ausgleich. Mit meinen Worten gesagt: um Sozialpartnerschaft.

Da kann man nur sagen: Viel Glück dabei. Wobei ich das ironisch meine. Die Zeiten der Sozialpartnerschaft sind mit dem Ende des sozialistischen Lagers ein für allemal vorbei. Das haben nur einige noch nicht bemerkt. 

So sagt der stellv. Bundesvorsitzende z.B. solch lustige Dinge:


Die Lufthansa ist dabei, 750 Arbeitsplätze in administrativen Bereichen abzubauen und ins Ausland zu verlagern. Insgesamt sollen wohl über 1000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. Das möchten wir verhindern. Wir sagen, liebe Politik schaut doch mal, was da los ist. Wenn jetzt Arbeitsplätze ins Ausland gehen, dann fehlen nicht nur Steuergelder, uns fehlen auch die Mittel, Güter zu kaufen. Das ist eine Abwärtsspirale. (Link suche ich jetzt nicht, weil ich es per epub gelesen habe. Überschrift: Die Vergütung ist sekundär in "Junge Welt" von heute.)

Sicherlich, das ist nicht falsch, was er da sagt. Es ist bittere Wirklichkeit. Nur: Einer Merkel ist das sowas von piepegal wir nur irgendetwas. 

Hat er nichts gelernt, von Griechenland, von Spanien und den anderen Südeuropäern? Unsere Regierung geht über Leichen. Wenn keine Steuergelder reinkommen, dann wird eben gespart, bis alles am Boden liegt, bis Menschen sich umbringen, weil sie nicht mehr ein noch aus wissen. Und ob Kranke sterben, weil sie keine Medikamente mehr bekommen? Ach, da sind sie eben weg. Was muss, das muss. Dieses Credo wird in ganz Europa von unserer Regierung verbreitet und allen aufgezwungen.

Merkel und Co. haben doch bis jetzt absolut kein Interesse am Binnenmarkt gezeigt, wieso sollten sie sich da um lumpige 750 bis 1000 Arbeitsplätze kümmern? Und wenn diese Menschen keine Arbeit mehr bekommen, dann schiebt man ihnen das selbst in die Schuhe: zu faul, zu unqualifiziert, zu dumm ...

Die werden dann eben bei den Argen abgeliefert, wo sie schön unter der Fuchtel stehen, entmüdigt werden und zu irgendwelchen Sklavenarbeiten herangezogen werden können, ob sie wollen oder nicht, ob es ihrer Qualifikation entspricht oder nicht, und man droht ihnen außerdem noch totalen Geldentzug an, wenn sie nicht ihre Menschenwürde an der Tür abgeben. Ihre Familie wird gleichzeitig in Geiselhaft genommen.

Was interessiert es unserer Regierung? Schläft sie deshalb nachts in ihren Betten weniger gut?

Unser Binnenmarkt liegt im Prinzip schon lange an Boden. Da mögen "Forschungs"institute sagen was sie wollen. Zweckoptimismus verbreiten, so wie damals die DDR mit ihren Planerfüllungsfantasien. Unser Binnenmarkt ist zum Ramschmarkt verkommen, wo chinesische Billigstprodukte an den Mann/Frau/Kind gebracht werden, egal ob die gesundheitsschädlich sind oder nicht. So sieht es doch heute aus. Es interessiert niemanden in der Regierung.

Europäische Binnenmärkte werden kaputt gespart. Es interessiert nicht, wie es den kleinen Leuten geht. Viele von ihnen sind entbehrlich. Man braucht bei der hohen Arbeitsproduktivität nicht mehr soviele Menschen, um das gleiche zu produzieren, wie vor einigen Jahren. Es werden in den Augen des Großkapitals viele unnütze Fresser produziert. Interessiert das etwa unsere Regierung?

Merkel und Co. haben nur Interesse daran, dass es dem Großkapital gut geht. 

Und da kommt so ein lieber Mensch einer kleinen Spartengewerkschaft und will unserer Regierung ins Gewissen reden ... Ach ist das süüüß.

Nur, wo kein Gewissen ist, da kann man auch nicht ins Gewissen reden. Null bleibt Null.


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