Dienstag, 11. Dezember 2012

Wer konnte das schon erwarten

Es kommt völlig überraschend für alle, dass zuviel operiert wird. Niemand hat das kommen sehen.

Das war wirklich bei den Minihirnen mit Luftblasen im Innern nicht zu erwarten, dass sie irgendetwas außerhalb ihrer Konten überblicken würden oder überhaupt wollten.

Was erwartet man denn, wenn Krankenhäuser zu Hauf privatisiert werden? Knete! Dividende! Ein volles Bankkonto! 

Krankenhäuser müssen schwarze Zahlen schreiben, Gewinne erwirtschaften. Gesundheits"ökonomen" (eine spaßige Berufsbezeichnung) nerven uns damit schon jahrelang. Das Krankenhaus, die Arztpraxis, das Pflegeheim - unsere Gelderwirtschaftsobjekte der Begierde. 

Krank wird man immer. Und wer es wagt, nicht krank zu werden, dem wird eine Krankheit verordnet. Alter ist z.B. eine Krankheit. Die Wechseljahre der Frauen ist eine Krankheit. Die Wechseljahre der Männer hat man auch schon entdeckt. Und wir sind alle irgendwie depressiv. Pille rein - und gut. Man geht zum Arzt, weil im November die Sonne sich etwas rar macht. Man ist dann Winterdepressiv. Pille rein - und gut. Daran verdienen die Ärzte - zumindest diejenigen, die keine Skrupel haben - und die Pharmaindustrie. Die Krankenkasse, d.h. der Beitragszahler, zahlt.

Profit sollen die Krankenhäuser erwirtschaften, sonst werden sie geschlossen. Punkt! Ich als Krankenhausboss würde dann auch auf Teufel-komm-raus Menschen aufnehmen. Ich würde an ihnen auch alles Mögliche operieren. Gerade Rückenschmerzen. Wer hat keine Rückenschmerzen? Es ist leicht aus jedem Verschleiß an den Wirbelknochen eine OP zu machen. Hauptsache der Rubel rollt. 

Ich als Krankenkassenbeitragszahlerin bezahle Akupunktur bei Gebährenden im Krankenhaus. Es würde denen gut tun, sie bekämen ihre Baby leichter ... Da frage ich mich, wie es kommt, dass vorher die Frauen Babys bekamen, ganz natürlich, im Krankenhaus ohne vor Schmerzen dran zu sterben. Und was sagt die Schwangere: Wenn ich's bezahlt bekommen, nehme ich das mit. 

Bumbs. Die Krankenkasse - wir selbst - zahlen es und wundern uns dann hinterher, dass die Gesundheitskosten immer höher werden. 

Und das Krankenhaus hat eine gute Einnahmequelle. Es ist egal, ob die Ärzte dort davon überzeugt sind,  von dem was sie machen. Sie müssen einfach! Sie müssen schwarze Zahlen erwirtschaften, sonst wird das Krankenhaus, dort wo sie arbeiten, untergehen.

Der Mensch? Ach was, der Mensch. Der ist nur dazu da, damit Rendite erwirtschaftet werden kann. Damit sich der Eigner wieder mal einen Ferrari gönnen und seine Tussi für zig Tausende Klamotten erstehen kann. 

Nur, was regt man sich darüber auf? Man wollte es so! Man schreit immer noch nach Privatisierung des Gesundheitswesens. 

Der Mensch steht dann nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses. Er ist zum Ersatzteillager, Herumschneideobjekt und Pillenfresser degradiert worden. Hauptsache er spült Geld auf die Konten der Besitzer. Alles andere ist uninteressant.

Übrigens, unser toller Herr Steinbrück ist so ein Privatisierer. Er hat auch nichts gegen das Mehrklassenkrankensystem gesagt. Naja, das nur nebenbei. Wen wundert das bei einem, der nur in der Oberschicht ein- und ausgeht.

Aber was regen wir uns auf. Wir wollen es so. Wir lieben Angela Merkel und wir lieben die CDU, wir lieben auch die SPD und die Grünen. Also: Wir wollen ausgeplündert werden und klatschen noch Beifall zu unserem Untergang. Dabei denken wir immer: Ach möge es doch den anderen erwischen.

Nein Leute, so funktioniert das Leben nicht!



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