Donnerstag, 3. Januar 2013

Hinter den Sprechblasen

Zum wievielten Male höre ich das Buch? Ich weiß es nicht. Ich entdecke immer wieder Neues im "Wüstenplaneten" und immer wieder lassen sich Parallelen zur heutigen Zeit ziehen, zu den Sprechblasen unserer Politiker oder den nicht ausgesprochenen, eigentlichen Worten zum Neujahr durch unsere Mutti.

»Eine zahlenmäßig große Bevölkerung, die von einer kleinen, aber mächtigen Kraft in Schach gehalten wird, ist in unserem Universum nichts Ungewöhnliches. Ebenso sind uns die Hauptbedingungen geläufig, die dazu führen können, daß sich eben diese Bevölkerung gegen ihre Beherrscher wendet.

Erstens: Wenn sie einen Führer finden. Die Hauptaufgabe der Herrschenden sollte es also sein, potentielle Führergestalten unter Kontrolle zu halten.

Zweitens: Wenn der Bevölkerung die Ketten, die sie halten, bewußt werden. Deswegen muß sie unter allen Umständen blind und unwissend gehalten werden.

Drittens: Wenn die Bevölkerung anfängt zu glauben, daß eine Befreiung möglich ist. Von Anfang an muß sie in dem Glauben gehalten werden, daß allein schon der Versuch nutzlos ist.«
(Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplanten, Wilhelm Heyne Verlag München, 20, Auflage, 1990, S. 144)

Geradezu bilderbuchmäßig laufen diese 3 Punkte in diesem Land ab. 

Wir werden so eingelullt, dass eine große Masse gar nicht bemerkt, wie sie in Ketten gehalten wird oder sie hat resigniert, weil niemand da ist, der sie einen könnte.

Wichtig ist für viele, dass irgendein Depp angeblich eine Frau sucht und die schönen Mädchen, die Radspeichen, kommen in Scharen und wollen angeblich jemanden heiraten, den sie gar nicht kennen, der aber Knete hat. 

Man macht Shopping-Sendungen: Wer ist zu welchen Anlass die Schönste im ganzen Land? Schneewittchen sicherlich nicht. Und die Einschaltquoten sind toll, sonst würde dieser Schwachsinn gar nicht weiter gesendet. 

Für ganz junge Mädchen werden Zeitschriften verkauft, so die vom "Winxx-Club", wo es schon um Diäten geht, um Model-Zukünfte, wo fast noch Kinder oder überhaupt Kinder auf Mode/Kosmetik getrimmt werden und ähnlichen Schwachsinn. Und es wird zugelassen, das die Kinder frühzeitig schon so verbildet werden. Praktisch für die Mächtigen im Land. 

Die Werbung überschwemmt vor allen uns Frauen mit Anti-Aging-Mist. Falten sind out. Warum nur? So reisen sogar Rentnerinnen (selbst erlebt) mit  riesigen Kosmetikboxen in den Urlaub, damit ja ihre Falten keine Falten mehr sind. Schön, wenn wir nur an unsere Falten denken und über nichts anderes mehr. Und nicht zu vergessen: Das wichtigste im Leben einer Frau sind ihre Haare. Schön lang, glänzend und voll müssen sie sein, sonst haben sie für umsonst gelebt. Na, wenn das nicht eine lebenserfüllende Veranstaltung ist. Langsam kommen auch die Männer in dieser Richtung in Fahrt. Schön für die Mächtigen im Land. 

Die Beispiele ließen sich fast endlos fortsetzen. 

Parteien, wie z.B. die SPD, wurden korrumpiert, so dass sie einen Peer Steinbrück in den Wahlkampf schicken und zum Kanzler machen wollen (wirklich?), der mit dem zahlenmäßig großen Bevölkerungsteil, der immer mehr verarmt, nichts anfangen kann. Der Magen des Kanzlerkandidaten dreht sich öffentlich geradezu vor Abscheu um, wenn er an einen Rotwein für 5 EUR, den sich sicherlich viele schon nicht mehr leisten können, denkt. 

Und diese Korruption von Interessenvertretern der ganz normalen Menschen ist ganz einfach. Man lässt sie am Reichtum schnuppern. Gibt ihnen für Pippifax übermäßig viel Geld, so dass sie meinen, dass sie es geschafft hätten und etwas Besseres wären. Man lässt sie reisen, nicht einfach so, sondern es muss schon sehr luxeriös sein und wenn es sich nicht vermeiden lässt, werden Prostituierte gestellt. Außerdem wird ihnen das Gefühl vermittelt, dass sie nicht am Katzentisch einer Liz Mohn sitzen, sondern neben ihr oder sogar am Kopfende, dort wo die wichtigen Personen sitzen. Eine Liz Mohn kann sich das leisten, weil sie weiß, dass sie die Macht in den Händen hält,  jemanden zum Günstling machen und ihn auch wieder stürzen kann, je nachdem welchen Nutzen dieser Günstling für sie in ihren Augen hat. Das abgefahrene an dieser Sache ist, dass der Günstling nicht merkt oder nicht merken will, dass er Ketten mit sich herumschleppt. Die sind nur leichter als die Ketten eines Langzeitarbeitslosen oder eines armen Hauptsache-Arbeit-Job-Wühlers. Unsichtbar sind beide Arten von Ketten. Wenn sie sichtbar wären, würden viele vielleicht endlich aufwachen und erkennen, dass er schamlos von einer kleinen Gruppe ausgebeutet wird, die ihn nicht das Gelbe vom Ei gönnen.




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