Dienstag, 26. Februar 2013

Das große Spiel

Merkel in der Türkei. Wie ich las, wurde sie mit Rosen beregnet. Ich weiß jetzt nicht, ob das nur ein verfrühter Aprilscherz ist, aber wenn Erdogan meint, dass er das Merkel schuldig sei, bitteschön.

Und er ist es Merkel schuldig. Mit einer durchsichtigen Bitte von Erdogan um militärischen Beistand für etwas, was überhaupt nicht existiert, hüpfte Merkel. Gut, sie wurde gehüpft vom militärisch-industriellen Komplex Deutschlands. Sie ist immer nur passives Subjekt von irgendjemand. Sie wird immer und ist nie. Aber Erdogan kann somit seine ganz eigenen Ziele dank Deutschland nachgehen.

Aber, und das scheint mir höchst bedenklich, geht hier viel mehr vor, scheint mir. Merkel warnte Syrien vor einen Angriff auf das Natogebiet. Sie macht das immer wieder. Wer soll damit eigentlich angesprochen werden? An Assad ist das doch wohl nur nebenbei gerichtet. Soll das eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden? Soll irgendjemand angestachelt werden genau das wenigstens proforma zu versuchen? Diese sogenannte Befreiungsbewegung in Syrien ist ja nun keineswegs koscher. Vielleicht sind ein paar Demokraten dabei, aber sehr viele sind einfach nur Kriminelle und Terroristen sowie Islamisten, die wir uns eigentlich nicht wünschen dürften. Sollen die die Nato in einen Syrienkrieg hineinziehen? Wie anders ist sonst das dauernde Geplapper dieser Frau zu verstehen? Sie hat ja selbst keinen einzigen eigenen Gedanken in ihrem Kopf. Schließlich stehen wir, d.h. das deutsche Kapital, schon in den Startlöchern und trappeln wie Pferde vor einem Rennstart.

Merkel in der Türkei. Und plötzlich will sie die Türkei doch in der EU haben. Da wird die Wirtschaft sie aber lange bearbeitet haben. Wie ich las, meint die Wirtschaft dort 70 Millionen Käufer für ihre Produkte zu finden. Da stehen die Dollarzeichen, bzw. Eurozeichen in den Augen der Unternehmer. Da wittert man Absatzmärkte. 

Okay, man kann ja wittern. Nur die Nasen werden vielfach erfolglos gewittert haben. Kennt denn irgendjemand der Unternehmer überhaupt die Türkei? Ich denke, eher nicht. Sie lassen sich von einem Wirtschaftswachstum dort blenden. Es ist eben so, wenn ich vorher 1 Traktor produziert habe und dann 2 habe ich ein Wachstum von 100%. Na toll. Die Konzerne geilen sich an ein Wirtschaftswachstum dort auf, bei dem das Kapital vor allem aus dem Westen kommt. Es ist ein Wirtschaftwachstum vorbei an den meisten Türken.

Absatzmärkte werden sie nur dort finden, wie in Istanbul und in der Gebieten am Meer, wo es touristisch zugeht. Es ist nur ein kleiner Teil der Türkei. Vielleicht, mit Abstrichen, findet sie noch Abnehmer in Ankara. Dann gibt es noch einen viel, viel größeren Teil der Türkei, der in wirklicher Armut lebt, unterentwickelt und perspektivlos. Rund um das Schwarze Meer, zu den Grenzen nach Iran, Armenien, Syrien. Das ist ein riesiges Gebiet. Auch dort wo die Kurden  überwiegend leben, herrscht bitterste Armut. Die Gegend um Diyarbakir - dort leben vor allem Kurden und nicht so sehr weit davon weg stehen die Patriot - ist eine furchtbar, arme Region. Die Gegenden um Kars, des Kulturerbes von Ani ebenso. Ach was, ich kann in der Osttürkei fast jede Region heranziehen, wo überwiegend arme Menschen leben, die sich kein Produkt aus Deutschland kaufen könnten. 


bei Ani - ist aber keine Seltenheit in der Osttürkei


Nein, darum geht es m.E. überhaupt nicht. Dort findet man jede Menge billige Arbeitskräfte. Arbeitskräfte, die froh sind, irgend etwas verdienen zu können. 

Dort wo dieses Bild aufgenommen wurde, kamen uns Kinder entgegen, die auch abgerissene Feldblumen an die Touristen verkauften. Sie waren sehr, sehr ärmlich gekleidet. Und die Augen strahlten keine kindliche Freude aus.

In anderen Gegenden werden die Menschen krank gemacht, damit hier bei uns abgewetzte Jeans gekauft werden können. Dabei ist der Preis egal. Die stellen jede Preisgruppe davon her.

Es wird ein Festschmaus werden, den Konzerne dort in der Türkei abhalten können. Nur darum geht es, einfacher und bequemer an die armen Leute heranzukommen, um sie ausbeuten zu können. Diese Ausbeutung wollen sie wiederum als Wohltat verkaufen. Gleichzeitig wird erreicht, dass unsere Arbeitsplätze sehr viel leichter in die Türkei abwandern könnten.

Dazu kommt, dass in den kurdischen Gebieten sogenannte Antiterroreinheiten stationiert sind. Die könnten auch deutsches Eigentum schützen. Wie effizient, sei dahin gestellt.

Teil der Antiterroreinheit


Es ist alles ein groß angelegtes Spiel um Profit, um Profite die an die Decke flutschen.

Menschen? Was schert den Konzernen die türkischen Menschen? Es gibt nur Humankapital für sie und möglichst billiges.



Kommentare:

  1. Vielfalt ist ein großer Gewinn,
    Feudalismus lohnt eben wenn die Untertanen nicht weglaufen können. De nihil nihil fit, lautet ein Grundsatz der antiken Philosophie:
    "Aus nichts kommt nichts".

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    1. Ex nihilo nihil fit - Aus nichts kommt nichts und
      De nihilo nihil fit - Von nichts kommt nichts.

      quod erat demonstrandum ;)

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    2. Chapeau, Pewi!

      Ein treuer Leser

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