Sonntag, 10. März 2013

Lasst uns reformieren!

In der Presse ist wieder die FDP in "aller" Munde. Ein Parteitag läuft ab/ist abgelaufen, der wieder ein Deutschland beschwört, was es so gar nicht gibt. Ich würde gern in einem FDP-Deutschland leben wollen, wo alle zufrieden und glücklich sind, den Binnenmarkt stärken, reich sind, wo es überhaupt keine Arme mehr gibt. Glückliches Deutschland!

Leider sieht Deutschland doch ein wenig anders aus, anders als die BWL-Jüngelchen (auch wenn sie anderes studierten) es durch ihre rosarote Brille sehen.

Okay, Deutschland ist so. Es ist so, falls man zu den Millionären und Milliardären gehört. Es ist so bei einem Jahreseinkommen ab 5 Nullen nach einer Zahl. Die haben hier rosige Zeiten. Immer und ewig diensteifrige Menschen, die sich nach jeden Brosamen drängeln, um den Reichtum einiger Weniger zu mehren. Stichwort: Hauptsache Arbeit.

Dieses Drängeln ist nicht freiwillig. Die Not und die Jobcenter machen das.

Aber wem stört das. Das stört nicht mal eine große Masse Bundesbürger, sonst würden sie doch endlich mal auf die Straße gehen. Den Gewerkschaften ist es auch irgendwie egal. Da wird ein Inflationsausgleich als Lohnplus (jetzt: ÖD der Länder) schon gefeiert. So schwach haben sie sich knechten lassen mit ihrem Sozialpartnerschaftsgeschwafel. Eine große Masse der Menschen echoffiert sich nur über "Zigeuner". Igittigitt! Sowas Schlimmes. Die greifen unser Geld ab. 

Da sollte man sich schon die wichtigere Frage stellen: Wer greift unser Geld wirklich ab? Wer greift es ab bei der Hamburger Philharmonie, bei S21, bei BER? Ein Nichtskönner von Manager erhält 500.000 EUR pro Jahr, um wieder mal etwas zu machen. Okay? Was soll er denn machen? Leute rausschmeißen geht ja wohl nicht. Das ist schließlich das einzige was er wirklich kann. Und nicht nur dort haben die Wenigen unser Geld abgegriffen. Sie hinterziehen Steuern, sie schieben sich Unmassen von Geld auf ihre Konten ohne große Gegenleistung. 

Verdammt noch mal! Was muss denn noch geschehen, dass wir uns endlich über die Siemensfamilie, die Krupps, die Burdas, die - ach was weiß ich nicht noch für Familien aufregen? Wieso müssen es gerade arme und wirklich verfolgte Romas sein?

Wem stört es wirklich, dass immer mehr Menschen ausgebrannt sind, ihre Tätigkeiten nicht mehr schaffen, der Schlaf zu kurz kommt bei 3 Idiotenjobs, um überhaupt über den Monat zu kommen. Und nicht nur das. Die Schafe freuen sich über ihren Schlächter und sehnen ihn herbei. Man schaue in der WELT sich die Kommentare zum Ruf einer Agenda 2020 an. Rösler und Konsorten rufen nach mehr Reformen. Wieder wird irgendwo ein Reformstau entdeckt.

Soviel Entdeckerfreude wünschte ich mir, um den Niedergang dieser Republik zu erkennen. Im Einkaufcenter hier um die Ecke haben wieder 2 Läden  dicht gemacht.

Deutschland ist reich. Das stimmt. Nur die meisten Menschen bekommen davon nichts mit. Die Aufstocker werden mehr, die richtigen Lohnempfänger immer weniger. Stundenjobs sind die Regel, nicht die Ausnahme.

Dann rede mir mal jemand davon, dass wir uns so glücklich schätzen können, in Deutschland zu leben in einem so erfolgreichen Land. 

Nur, was habe ich von sooo einem erfolgreichen Land? Habe ich etwas davon wenn es Rösler und Konsorten gut geht? Okay, ein minimales Auffangnetz gibt es noch in Deutschland. Ein Auffangnetz, was Menschen zu Befehlsempfängern degradiert. Und wehe, der Mensch gehorcht dem Befehl nicht, dann wird er abgestraft.

Demokratie ist anders. Reiches Land - ist auch anders. 

Gut, wenn der Maßstab Mali, Kamerun und andere afrikanischen Länder ist, sind wir alle reich. Wenn der Maßstab Bangladesh und Indien ist, dann sind wir alle superreich. 

Nur, wir leben nicht Afrika und nicht in Asien. Wir leben in Europa. Einem Europa, was meint eine demokratische und soziale Ordnung zu haben. Auch so ein Märchen in der heutigen Zeit. 

Bei Rösler und Konsorten hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass eine immer größere Zahl von Menschen arm sind. Was heißt, noch nicht herumgesprochen ... Sie wollen es gar nicht wissen!

Bei Rösler und Konsorten hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass die Anzahl von Jobs nichts bedeutet, dass dahinter keine Arbeitsplätze im herkömmlichen Sinne stecken. Arbeitsplätze, mit denen Menschen ihre Zukunft planen könnten. 

Sollen Menschen nicht mehr ihre Zukunft planen können?

Eine Agenda 2020, wie sie die FDP herbeisehnt, wie soll die aussehen? Und - was viel spannender ist: Wie soll unsere Gesellschaft dann aussehen? Ein 4. Reich?

Sollen die Reste von Demokratie beseitigt werden? Sollen nun alle Menschen Tagelöhner sein? Sollen feudalistische Verhältnisse überall einziehen? Soll der ostelbische Junker die Gallionsfigur des Wirtschaftssystems sein - nicht unbedingt körperlich, aber geistig?

Wie doof muss man sein, so eine Partei noch zu wählen? Und es wird genug Doofe  geben, die der FDP in den Bundestag verhelfen. Doofe, die es gar nicht erwarten können, abgeschlachtet zu werden, nicht wirklich, sondern im übertragenem Sinne. Aber dann wird es zu spät sein.

Ist es nicht so, dass heutzutage Menschen Probleme bekommen, wenn sie Begleiter mit zu den H4-"Sprechstunden" mitnehmen? Zeugen haben wollen für die schlechte und unmenschliche Behandlung dort? Werden nicht Netze durchforstet nach Menschen, die die Unmenschlichkeit in Jobcentern anprangern (http://www.ali-gegenwind.de)?

Was soll eine Agenda 2020 noch für die Menschen bringen? 

Und das rassistische Gesocksche der WELT-Kommentare: Wann wird ihnen das Lachen vergehen? Ich hoffe doch, recht bald. Auch sie werden in die Mühlen der Dienstverpflichteten irgendwann eingereiht, egal ob sie nun knallharte Deutsche sind oder einfach nur Menschen.




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