Donnerstag, 28. März 2013

Neiddebatte

Ich bin neidisch auf Deutschland. Punkt.

Ups, ich bin ja Deutsche. Aber laut Schäuble sind all diejenigen auf Deutschland neidisch, die die sogenannte Krisenbekämpfung von Merkel, Schäuble und Co. nicht billigen. 

Ich billige sie nicht. Ich finde sie unverantwortlich. Ich finde sie sowas von schräg. Also: Ich bin neidisch auf Deutschland. Diesen Satz verstehe ich jetzt nicht wirklich selbst, aber er ist die Schlussfolgerung Schäubles Ein- oder besser Auslassungen.

Vernünftig nennt Schäuble die sogenannte Rettung des Euros so wie sie gemacht wird. 

Euro ein paar Monate (?) gerettet - Patient tot - na und ...

Gut, was vernünftig ist, darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber nur im Detail.

Unvernünftig nenne ich, die Wirtschaft von Ländern zu destabilisieren und diese Länder in die Rezession zu jagen. 

Unvernünftig nenne ich, Binnenmärkte gegen Null zu führen. 

Einwurf: Übrigens träumt Berlin immer noch davon, dass unser Binnemarkt sowas von stabil wäre und ... und was weiß ich nicht noch alles. Okay, stabil gemessen am 20. Jahrhundert. Dorthin muss man ja zurückreisen, um ähnliche "Gewinne" zu bemerken, wie der Binnemarkt angeblich heutzutage macht.

Unvernünftig nenne ich, Menschen en masse aus ihren Jobs zu werfen.

Unvernünftig nenne ich, kleinere und mittelere Unternehmen in die Pleite zu treiben. 

Unvernünftig nenne ich, die Jugend abzuschreiben, ihnen keinerlei Perspektiven mehr zu gönnen.

Unvernünftig nenne ich, Gemeineigentum Investoren in den Rachen zu werfen.

Unvernünftig nenne ich, zu meinen, dass man Absatzmärkte gewänne, wenn man die Menschen enteignet. Wer soll dann noch irgendetwas kaufen können? Wer soll deutsche Waren made in China abnehmen können? Europäer sicherlich nicht mehr. Und das soll dann ein Gewinn für die Deutschen sein. (Okay, auch das verstehe ich nicht wirklich, aber das ist Schäuble-Logik)

Woran denkt so ein Kleinhirn Schäuble eigentlich, wenn er es vernünftig nennt, die Menschen in Südeuropa in die Armut, den Hunger und in die Malaria zu treiben? Ja Malaria, gibt es dank Deutschland wieder in Europa und es sterben dank Deutschland daran wieder die Menschen. Okay, es sind ja nur neidische Südeuropäer. So einfach kann man sich die Welt basteln. Ein Einfachgehirn an den Fäden des Finanzkapitals zimmert sich eine einfache Welt zurecht, in dem nur noch Finanzoligarchen deutscher Staatsbürgerschaft eine Existenz zugestanden wird, zumindest eine vorrangigen Existenz. 

Unvernünftig nenne ich es außerdem, dass - man kann darüber denken wie man will - eherne kapitalistische Grundsätze über Bord geworfen werden, nur um die deutschen Oligarchen zu schützen. Denn um die deutschen Steuerzahler geht es überhaupt nicht. Wenn es um die gehen würde, hätte man von Anfang an das Bankencasino geschlossen. Aber der Roulettetisch dreht sich immer noch. Der Zahlungsverkehr wird dagegen eingeschränkt und Sparguthaben sind nicht mehr sicher. Wer sagt uns, dass die Begehrlichkeiten auf unsere Konten nicht schon ab 1 EUR einsetzt? Wer sagt uns, dass es bei der heutigen Grenze bleibt, wo Gelder sicher wären?

Was ist heutzutage denn noch sicher? Hat Deutschland nicht gerade die Sicherheit für Bankkonten endgültig abgeschafft?

Was hat Deutschland gemacht? Es hat die Drohkeule über die Köpfe aller Menschen in Europa gehenkt. Niemand ist mehr sicher vor dieser EU-Diebesbande, die im Auftrag der wirklich Mächtigen Auftragsraubzüge durch ganz Europa durchführt. 

Und Deutschland? Wir können uns nicht abkoppeln. Auch uns wird die Krise in aller Härte errreichen und nicht nur so wie das heutige Säuseln.

Wenn ganz Europa die Agenda 2010 umgesetzt hat, kommt das nächste Untergeschoss dran, wo Deutschland wieder die Vorreiterrolle spielen wird. Willfährige Politiker stehen zu Hauf hier bereit, den Mächtigen der Welt zur Hand zu gehen und die Raubzüge in neuer Qualität weiter zu führen.

Es gibt ein Naturgesetz, was ebenso auf die Gesellschaft angewandt werden kann: Eine bestimmte Quantität schlägt in eine neue Qualität um. Die Mächtigen häufen zur Zeit Quantitäten an und das Konzept für eine neue Qualität (im Negativen für uns Normalos) liegt schon in der Schublade.


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