Montag, 4. März 2013

Wirklich gegen Abzocke

Je nach Gemüts- bzw. Einflusslage jubeln die einen und die anderen schütteln den Kopf. Da hat die Schweiz doch per Volksabstimmung der Managerabzocke einen Riegel vorgeschoben. 

Na, jetzt muss ich doch leise vor mich hinkichern. 

Sicherlich, diejenigen, die an der Abstimmung teilgenommen haben, hatten das im Hinterkopf. Nur, wird es so kommen?

Jetzt sollen die Aktionäre die Gehälter festlegen!

Oh, da hat sich ja wahnsinnig viel geändert. Da denkt doch jeder an die kleinen Leutchen, die da 3 Aktien von einem Unternehmen besitzen. Die können jetzt *kicher* das Gehalt irgendeines Firmenbosses bestimmen. 

Es wird so getan, als ob die Aktionäre - die wirklichen Aktionäre - bis jetzt keinen Einfluss auf die Gehälter IHRER Manager gehabt hätten. 

Ich stelle mir das gerade so vor. Eine Friede Springer z.B. hat ihrem Chef-BILD-Boss ein riesiges Aktienpaket zum Geburtstag geschenkt. Sie ist die Hauptaktionärin bei Springers. Ihr gehört im Grunde genommen der Laden. Was hätte da der kleine Popel mit seinen 3 Aktien dagegen tun können? Liebe Friede Springer, seien Sie doch so nett und überhäufen Sie ihren Chefredakteur nicht mit soviel Geld/Aktien! Hätte sich Friede Springer reinreden lassen?

Natürlich kennen die Hauptaktionäre die Gehälter ihrer Manager. Natürlich bekommen die das Geld nicht entgegen der Interessen der Hauptaktionäre. Kein Hauptaktionär wird überrumpelt oder fällt  über die Boni seiner Manager aus allen Wolken. Natürlich ist es so gewollt, wie es ist. Ihre Manager sollen schließlich nicht auf dumme Gedanken kommen und anderswo hin laufen. Natürlich bestimmen die Hauptaktionäre die Richtung des Unternehmens. Sie sind die grauen Eminenzen und deren Interessen vertreten die Manager, dafür sind sie da. Man gibt jemanden Geld, damit er andere wie Zitronen ausquetscht, damit der Reichtum auf die richtigen Konten fließt. Man tue doch jetzt nicht so, als ob sich irgendetwas ändern täte. Vielleicht wird das eine oder andere Bauernopfer gebracht. Das war's dann. 

Was lehrt uns das? Der Volksentscheid war eine Nebelkerze, um die wirklichen gesellschaftlichen Verhältnisse erfolgreich verschleiern zu können. Fast 70 % sind drauf gehuppt und bilden sich ein, irgendetwas geändert zu haben und viele glauben vielleicht voller Überzeugung wirklich daran. 

Na, aber hallo Kleinaktionär. Du warst nicht gemeint!






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