Dienstag, 30. April 2013

1. Mai - Tag der Arbeit

Ne, so war der 1. Mai NICHT gedacht. Tag der Arbeit? Die Faschisten benannten den "Kampftag der Arbeiterklasse" in "Tag der nationalen Arbeit" um. Die Bundesrepublik Deutschland behielt den verniedlichenden Ausdruck und strichen nur das Wort "national". Irgendwie typisch für dieses Land, das sich in seiner Geschichte nicht wirklich vom Faschismus verabschiedet hat.

Gewerkschaften halten irgendwelche Reden, die sie nach dem 1. Mai ganz schnell wieder vergessen in der Kungelei mit dem Kapital. 

Heinerle sitzt auf den Schulter von Vati, Mutti steht daneben. Dann geht's ins Grüne und ein Bier wird gezischt.

Was soll denn beim "Tag der Arbeit" gefeiert werden?

Das bewusste, schöpferische Handeln von Menschen?
Arbeit als Kompenente der Produkterzeugung?
Arbeit als bezahlte Erwerbstätigkeit 
Arbeit als einer der Produktionsfaktoren?
Oder Arbeit, mit dem Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten können? 


Herr Mehdorn arbeitet, eine Frau Springer arbeitet, die Burdas arbeiten, die Krupps arbeiten, ein Herr Piech arbeitet ... 

Feiern wir nun die? 

Oder feiern wir, dass Feiertag ist? Dass wir mal wieder irgendwie eventen können? So mit Singeklub und Rock?

Eine Hausfrau arbeitet bügelnderweise zu Hause, ein Rentner hilft im Kindergarten aus oder in der Schule. Das ist auch Arbeit. Sie verbraucht Energie. Arbeit ist Kraft mal Weg

Ist das der 1. Mai?

Der 1. Mai  wurde das erste Mal 1890 gefeiert. Ein Jahr vorher auf dem Gründungskongress der 2. Internationale wurde beschlossen, ihn zum »Kampftag der Arbeiterklasse« auszurufen.
    
Welche Geschichte steht hinter der Proklamierung dieses Tages? 

Gehen wir nach Nordamerika. Dort riefen im Jahr 1886 die Arbeiter zum 1. Mai einen Generalstreik zur Durchsetzung des Achtstundentages aus. In Chikago kam es zu großen Demonstrationen an diesem Tag und den Folgetagen. Der Streik eskalierte zwischen den Demonstranten und der Polizei. Bei den folgenden gewalttätigen Auseinandersetzungen starben Demonstranten und Polizisten.

Der 1. Mai ist nicht irgendein Allerweltstag der Allerweltsarbeit. Der 1. Mai ist der Kampftag derer, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen!

Er ist nicht vergleichbar mit dem Tag des Buches, dem Tag der Toilette, dem Tag xyz ...

Der 1. Mai ist nicht zum tratschen über die Arbeit an sich da. Der 1. Mai ist dafür da, um bessere Arbeitsbedingungen zu ERKÄMPFEN! 

Der 1. Mai ist dazu da, dass man sich besinnt auf das, was Generationen von Arbeitern und Angestellten vor uns für uns erkämpft haben.

Der 1. Mai ist dafür da, dass wir uns die erkämpften Errungenschaften nicht wieder wegnehmen lassen sollen. Von allein fällt uns nichts in den Schoß. Und das, was wir haben, wenn wir es nicht verteidigen, wird weg sein - auf immer.

Der 1. Mai ist dafür da, dass wir uns gegen die ausufernde Leiharbeit, gegen Niedriglohn, gegen Jugendarbeitslosigkeit, gegen Rente mit 67, gegen Zwangsarbeit, gegen Verarmung, gegen die Zumutungen der reichen Familien zur Wehr setzen. Nicht nur reden ist angesagt, sondern das Schließen der Reihen all derer, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, um überleben zu können. 

Es ist ein Tag des Kampfes und nicht ein Tag, der die Arbeit hochleben lässt. 

Im Laufe der Geschichte der Arbeiterklasse ist zum 1. Mai oft Blut vergossen worden. Arbeiter wurden von Polizisten zusammengeschossen, weil sie sich nicht mehr alles gefallen lassen wollten, was die Herren, denen alles gehört, mit ihnen anstellen wollten. 

Verraten wir unsere Vorfahren nicht, in dem wir meinen, dass wir nur einen "Tag der Arbeit" begehen, so einen weichgespülten, der nicht mal den Millionären und Milliardären weh tut. Einen Tag der Arbeit, wo diejenigen, denen alles gehört denken: Ach lass das Kindlein lallen, es ist ja auf den Kopf gefallen. 

Wir sollten ihnen zeigen, dass wir keine Kinder sind, und dass wir nicht auf den Kopf gefallen sind.

Deshalb müssen wir endlich wieder lernen, dass wir kleinen Leute zusammengehören. Dass wir kleinen Leute alle unsere Arbeitskraft verkaufen müssen, egal ob Deutscher, Russe, Türke, Asiat, Afrikaner oder jemand der irgendwo sonst herkommt. Er ist in der gleichen Lage wie wir alle. Er wird ausgetrickst, zu niedrig bezahlt, gegen andere ausgespielt. 

Das können die reichen Familien mit uns machen, weil wir uns unserer Kraft nicht mehr bewusst sind. 

Wir zeigen mit den Fingern lieber auf den Roma oder auf den Muslim. Als ob wir je einen müden Euro mehr sehen würden, wenn die nicht mehr in Deutschland wären. 

Die Situation der kleinen Leute ändert sich erst dann, wenn wir lernen, wieder zusammenzustehen. 

»Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen«, sagte Warren Buffet.

Und wir machen es dieser Klasse leicht, viel zu leicht. Wir jammern "Hauptsache Arbeit". Wir machen alles, um dieser Klasse in den Allerwertesten zu kriechen, damit vielleicht ein Brosamen von deren Tisch zu uns herunterfällt.

Unser Kinder, unsere Enkel wachsen  in einer Welt auf, die nicht mehr die ihre sein wird. Alle Güter, die ihre Eltern, Großeltern und vorige Generationen durch ihre Steuern aufgebaut haben und ihrer Hände Arbeit, werden Stück für Stück verhökert an die reichen Familien, die uns beherrschen wollen.

Wir lassen uns abdrängen in Randbezirke, weil die reichen Familien eigene Stadtbezirke haben wollen und sie entsprechend aufmotzen lassen. Mit welchem Recht? Sie sind wenige, wir sind viele. Wir müssen das nur begreifen.

Warum lassen wir uns von denen beherrschen? Wieso haben wir kein Rückgrat?

Schröder, Steinmeier, Steinbrück, Trittin, Roth u.a. waren diejenigen, die Deutschland als Niedriglohnland etabliert haben, die gegen die Interessen aller ihre Arbeitskraft verkaufenden Menschen gearbeitet haben.

Die heißgeliebte Merkel, Schäuble, von der Leyern, Schröder u.a. verschärften dieses Niedriglohnland gegen ihr eigenes Volk.

Wieso lieben wir Frau Merkel? Sie gibt uns nichts. Im Gegenteil. Sie nimmt uns alles weg. Sie führt Deutschland nicht gut. Sie wird durch die reichen Familien im Sinne der reichen Familien geführt - gegen uns!

Und was macht ein Großteil der Menschen in diesem Land? Es sehnt sich nach einem Königshaus. Also, da muss man nicht mehr alle Tassen in seinem Oberstübchen haben. Es eventet bei einem dubiosen Tag der Arbeit.  Es lässt alles mit sich machen. Es lässt sich aufeinander hetzen. Es hat verlernt zu kämpfen!

Proletarier aller Länder vereinigt euch! Dieser Satz, so abgedroschen er auch klingen mag, ist heutzutage aktueller denn je. Nur begreifen wollen, müssen wir ihn endlich!

Kommentare:

  1. Es ist völlig richtig u.genauso wichtig den 1.Mai als den Tag zu beschreiben der er mal war u.wieder werden muß.Die bürgerliche Geschichtsdeutung hat den Sinn u.Charakter des 1.Mai verwässert u.banalisiert.Hat ihn zu einem Familienevent pervertiert.Wer im Westen kennt die Bedeutung des 1.Mai--kaum einer!Nur diejenigen von uns die in der DDR in der Schule waren kennen geschichtl.gesellschaftliche Zusammenhänge.Geschichte ist auch ein stetiger Prozess ökonomischer u.sozialer Bedingungen.Nur wer die Geschichte kennt kann das heute verstehen.Was meine Tochter heute im Geschichtsunterricht an "Wissen"über die Geschichte vermittelt bekommt lässt mir die Haare zu Berge stehen.Verdummung pur!

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    1. Verdummte Menschen sind leicht zu führende Menschen, sind Menschen, die nicht gegen die Verhältnisse aufmucken. Entsetzt habe ich gehört, dass vor allem junge Menschen am liebsten wieder ein Königshaus hätten. Die Verdummung hat ihr Ziel erreicht.

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  2. Ja es ist erschreckend wie die Verdummung fortgeschritten ist. Das ist aber nur durch die Verblödung der Massenmedien zurück zu führen,durch die Verdummung unseres Bildungssystems.Wie kann man sich das Feudalsystem zurückwünschen? Merken denn die Leute nicht das der Pomp u.Prunk der"königlichen"geraubtes Vermögen ist.Was hat SIE dazu bemächtigt eine Rolle in dieser Gesellschaft zu sein-SIE sind die wahren Sozialschmarotzer.Mich ekelt es nur an.

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    1. Sehe ich auch so. Auf allen Kanälen Königsberichterstattung und das noch mit unserem Geld. Es k... einen wirklich nur noch an.

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  3. Dritter Anlauf ... google will meinen Kommentar nicht :-)
    Also: Ich wollte einfach nur sagen, dass sich die Niederländer doch glücklich schätzen dürften, über blaublütigen Nachwuchs nachzudenken. Die Insulaner erfreuen sich ja auch ihrer Queen .... warum wir nicht, mit einem eigenen Kaiser von Gnaden?
    Ein Kaiser, an dem wir glauben dürfen, der über unseren Betten hängt, über uns wacht und lächelt.

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    1. ... und uns das eia-popeia singt vom Himmel, womit man einlullt, wenn es greint, das Volk, der große Lümmel ...

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