Donnerstag, 4. April 2013

Der Weltfrieden bricht aus

Die UNO hat beschlossen, dass Waffen nicht an menschenrechtsverletzende Staaten verkauft werden dürfen und es muss gewährleistet sein, dass sie nicht in terroristische Hände fallen können.

Nun bricht der ewig währende Frieden an. 

Die Waffenindustrie Deutschlands kann verschrottet werden. Wir tanzen mit Blumenkränzen auf dem Haupt im Kreis und freuen uns.

Schließlich darf Deutschland nun seine Waffen nicht mehr an Saudi Arabien liefern oder an irgendjemanden anderes. Wer die Menschenrechte achtet, wird nicht Krieg mit seinen Nachbarn führen. Wozu auch? Er würde ja sonst die Menschenrechte anderer verletzen, wenn er sie tötet oder mit deutschen Waffen töten würde. 

Nein, so geht das nicht, die gibt es ja nicht mehr - die deutschen Waffen. Naja ein paar Reste, zum Eigenbedarf vielleicht noch, obwohl ... siehe oben ... Menschenrechte.

Nun einen klitzekleinen Luftholer hat das Abkommen schon. Jeder Staat muss vorher prüfen, ob seine Waffen in terroristische Hände kommen können.

Pah - terroristische Hände! Wer ist Terrorist? Na, wer? Das bestimmt der waffenhandelnde Staat. Terrorist ist man nicht per Definition, sondern je nach Gustus der beteiligten Länder und Gruppen ist man entweder Freiheitsheld oder Terrorist. Das liegt im Auge des Betrachters. Schön abzulesen gerade jetzt im Syrienkrieg. Die Al-Qaida-Kämpfer sind in westlichen Augen zwar Terroristen, aber in Syrien sind sie Freiheitskämpfer. So einfach ist es. Also: Wir könnten, wenn wir wollten - und wir wollen sicherlich - ihnen unsere Waffen liefern. Sie werden alle einer sogenannten "Freien Syrischen Armee" zugeordnet. Darin hat der Westen ja schon Übung. 

Abkommen hin - Abkommen her.

Und noch viel heikler. Anwendung von Waffen im Innern. In Deutschland werden Reservisten in Reservearmeen zusammengefasst, auch wenn sich das anders nennt. Als gelernter DDR-Bürger weiß man sofort: Aha - die DDR lässt grüßen - Kampfgruppen, dieses Mal nicht der Arbeiterklasse, aber das ist wieder einmal nur eine Frage der Definition.

Die übt, falls es in Deutschland zu unruhigen Situationen kommen könnte. Ich sage mal "unruhige Situationen" schönfärberisch. Und diese Kampfgruppen haben Waffen! Und die würden sie auch einsetzen. Wiederum schönfärberisch wird von terroristischen Anschlägen in Deutschland ausgegangen. Und nun kommt wieder unsere Definitionsfrage ins Spiel: Wer ist Terrorist? Der Islamist? Der Linke? Rechts kann man getrost vergessen, da deren Veranstaltungen immer geschützt werden und gegen diejenigen, die sich dagegen auflehnen Prozesse wegen Landfriedensbruch in Szene gesetzt werden. Ich denke da an den Jenaer Jugendpfarrer König. 

Wessen Menschenrechte sind also schützenswert. Das ist doch Hauptfrage, die sich mir aufdrängt.

Was sagt uns nun das Abkommen?

Nichts! Alles bleibt beim Alten!

 



Kommentare:

  1. Sehr guter Artikel!
    Ich komme mir vor wie in Orwells 1984 in der"Doppeldenk"u."Neusprech"Instrumente der Manipulation sind.Es ist ein grausiges Szenario was in der Welt passiert u."wir"wollen nicht begreifen das dies alles noch vor unsere Füße fallen wird.Diese geopolitische Neugestaltung der Welt(in der Millionen Menschen ermordet werden)ist ein apokalyptisches Verbrechen ohnegleichen u.niemand kümmerts weil es in Afrika u.Asien stattfindet.In Europa ist längst eine bürokratische Diktatur installiert die uns mit brutalen Polizei-u.Geheimdienstmethoden unterdrückt.Die Medien dienen dazu "uns"Scheiße ins Gehirn zu schütten.Information findet längst nicht mehr statt,es ist nur noch Meinungsmache u.Propaganda übrig geblieben.
    Ist es nicht so das die westlichen Brandstifter nach dem Motto verfahren-der Feind meines Feindes ist mein Freund.Dummerweise für den "Freund" er wird nur für die geopolitischen Interssen des Westens manipuliert u.bewaffnet-er macht die Dreckarbeit die "wir"früher selber machen mußten.Zum anderen werden diese Terroristen bei ihrem Verbrechen physisch dezimiert so können sie uns später nicht mehr gefährlich werden,eine Gewinnsituation der neuen Weltordnungsglobalisten.Einfach ekelhaft.Wir produzieren u.verteilen die Waffen (tun dabei noch etwas fürs Bruttosozialprodukt u.sichern Arbeitsplätze) NEIN NEIN NEIN-das muß endlich aufhören.
    Eine Anmerkung habe ich doch-die Kampfgruppen der DDR sind doch nicht mit den heutigen paramilitärischen Aufstansbekämpfungsgruppen zu vergleichen.Ideologisch kann man das nicht gleichsetzen.Die Intention sind nicht dieselben.
    1989 hat niemand mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen,auch keine Kampfgruppen.In der BRD hat es schon Tote bei Demos gegeben!

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    1. Da hast du natürlich in gewisser Beziehung Recht mit den Kampfgruppen der DDR. Ich hätte da vielleicht noch ein Satz dazu schreiben müssen. Nur, sie waren eigentlich auch für solche Situationen ins Leben gerufen worden, wie sie 1989 sich darstellten. Sie waren für den "Feind" im Innern mit gedacht. Und, wenn man es ganz genau nimmt, waren sie dazu da, den Machterhalt der herrschenden Klasse zu sichern. Nur die herrschende Klasse war zu dieser Zeit in der DDR eine andere. Und es war nur reine Glücksache, dass NICHT mit scharfer Munition z.B. in Leipzig geschossen worden ist. Die Krankenhäuser waren darauf vorbereitet, auch wenn das heutzutage verneint wird. Das weiß ich aus erster Hand. Und natürlich waren für diesen Augenblick auch Sammellager für Gefangene angelegt worden. Größere waren in den Drei Gleichen. Damals im Herbst 1989 sind wir haarscharf an Toten vorbeigeschrammt. Den ganzen September lang war die Lage nicht unbedingt geklärt. Und wenn du die kasernierte Volkspolizei damals in der Leipziger Innenstadt mit Gewehren und Hunden lastwagenweise gesehen hättest, wäre es dir auch anders geworden. So einfach ist das alles nicht. Es ist nicht schwarz-weiß. Ein damals sterbendes System wollte um sich schlagen, hat es aber nicht, worüber wir alle froh sein konnten. (Also nur mit diesem Fakt, nicht was danach kam.)Sterbende Systeme haben das so an sich, das um sich schlagen - auch im Innern.

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  2. Gar keine Frage,es ist selbstverständlich gut das es keine Toten gegeben hat u.das es Vorbereitungen dazu gab ist grausig genug.Umso erstaunlicher bleibt trotzdem der Gedanke warum der Staatsapparat nicht alle Repressionsmaßnamen ergriffen hat um das SED-Regime zu halten.Aus humanistischen Erwägung bestimmt nicht.Diese Frage konnte mir noch niemand beantworten.
    Soweit meine Erinnerung reicht war der Auftrag der Kampfgruppen einen äußeren Feind im eigenen Land zu bekämpfen.Aber klar, solche militärischen Strukturen kann man auch gegen einen inneren Feind einsetzen.
    Wie gesagt,hauptsache es ging ohne Blutvergießen.Denn was daraus geworden ist hätte jedes Todesopfer verhöhnt.
    Entschuldige bitte das ich vom eigentlichen Thema wegekommen bin.

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    1. Ich denke, dass ein Rest von Verantwortung doch da war. Ich glaube, dass man nicht die Arbeiterklasse von der Arbeiterklasse bekämpfen lassen wollte. Es waren z.B. in Leipzig an dem bewussten Oktobermontag 70.000 Menschen unterwegs. Die DDR war nicht China. Auch die Politkader haben sich als Arbeiterklasse - als Vorhut der Arbeiterklasse sogar - verstanden, auch wenn sie etwas weit weg vom wirklichen Leben waren. Die Armee, Polizei und Kampfgruppen wurden auch als Teil der Arbeiterklasse angesehen (eigentlich Arbeiter- und Bauernklasse). Dieser Gedanke ist nie ganz aufgegeben worden, auch wenn es vielleicht heutzutage etwas komisch klingt.Es gab auch innerhalb des Politbüros und in den Städten viele SED-Kader, die vernünftig dachten und Veränderungen wollten (sicherlich nicht die dann folgten). Du musst dich nicht entschuldigen. Man kann hier über alles diskutieren, auch mal Abschweifen, wenn es im ordentlichen Tone geschieht. Danke für die Abschweifung. Wir werden dadurch alle klüger.

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  3. Ja,ich glaube mit Deiner Einschätzung triffst Du den wahren Kern.So bleibt uns nur die Erkenntnis das Solidarität u.Völkerverständigung das Erbe dieser Zeit ist u. wir verpflichtet sind es weiterzutragen.Denn unter dieser Prämisse sehe ich auch Deinen Blog.Deine Beiträge lese ich sehr gerne da es mir hilft die Dinge besser auf den Punkt zu bringen.

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    1. Danke, du machst mir damit ein Geschenk.

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