Donnerstag, 11. April 2013

Eine neue Sichtweise?

In der FAZ wird von den Protesten in der Humboldt-Uni berichtet. Deutschlands Kriegsminister kam nicht zu Wort. Das ist auch in meinen Augen nicht schlimm. Deutsche Soldaten haben nichts irgendwo auf der Welt zu schaffen. Das ist glatter Bruch des Grundgesetzes.

Ein Kommentator brachte aber eine völlig neue Sichtweise in die Dinge.

Wenn jemand gegen den Krieg ist.
Wenn jemand nicht will, dass deutsche Soldaten am Hindukusch kämpfen.
Wenn jemand nicht will, dass Soldaten als Helden verehrt werden.
Wenn jemand kein Verständnis für die Einführung eines soldatischen "Eisernen Kreuzes" (wie auch immer das hier und heute heißt) hat.
Wenn junge Menschen nicht mehr in die Armee wollen.
Wenn man Pazifist ist.

So, wie das die jungen Menschen dort in der Humboldt-Uni waren.

Dann ist man in den Augen des einen Kommentators: Faschist!

So einfach ist die Welt für manche gestrickt. 

Da werden rechte Straftaten, rassistische Morde von rechten Gruppen als verirrte Taten Einzelner abgetan, obwohl die Untersuchungen, die sich schwierig genug in diesem Land gestalten, eine andere Sprache sprechen.

Da wird nur dem Osten unterstellt, dass er bräunlicher als der Rest von Deutschland wäre und es doch insgesamt alles gar nicht so schlimm ist.

Die wahren Terroristen sind links zu suchen. Solche vaterlandslose Gesellen, die sich keinen Vortrag über Kriegseinsätze in aller Welt eines Verteidigungsministers (so zumindest schimpft er sich offiziell) anhören wollen. Wenn das nicht faschistisch wäre, na dann wüsste er nichts.

Okay es sind ja auch nur über 100 Morde fremdenfeindlicher Art von Rechten an Einwohnern von Deutschland geschehen. Das ist ja so gut wie nichts. Es werden ja auch nur solche Menschen eingeschüchtert, die nicht rechts denken. Was ist schon dabei? Selbst dran schuld. Das alles sind nur Menschen. Mit denen kann man alles machen. Schlimmer ist es schon, wenn rechte Demos aufgehalten, Luxuskarren angezündet, Scheiben von Banken zerdeppert werden und am allerschlimmsten ist es wohl, wenn Kriegsminister daran gehindert werden, Kriegspropaganda in die Welt zu plappern. Dann geht das Abendland unter, wohlgemerkt, das christliche.  Man bedenke, wo bestehen schon dermaßen tolle Aufstiegschancen, wenn man zig Frauen und Kinder tötet. Sind ja nur verkappte Taliban, also keine Menschen. Sicherlich finde ich deren Weltbild auch ätzend und total bekloppt, nur haben wir kein Recht Menschen zu verbrennen, die man gar nicht kennt und nicht mal weiß, ob sie Kämpfer sind. 

Okay, was bin ich denn wieder blauäugig und moralisch. Natürlich hat man hier das Recht dazu und kann noch General werden. Wo bitteschön gibt es in der Wirtschaft heutzutage noch solche Aufstiegsmöglichkeiten. Die, die sich dagegen wenden, sind blässliche, schwächliche Kerlchen und Mädelchen, Wohlstandskinder, wie jemand anderes kommentierte. 

Diese Kommentatoren führen die gleiche Sprache wie die damaligen Franco-Faschisten und das liegt noch gar nicht soweit zurück.

Ich habe in meiner Zeitung (JW) Auszüge gelesen, die das belegen, geschrieben von Georg Pichler: Gegenwart der Vergangenheit. Die Kontroverse um Bürgerkrieg und Diktatur in Spanien, Rotpunktverlag: Zürich 2013, 333 Seiten, 29,50 Euro

Franco-Faschisten sahen marxistische Einstellung als »eine unheilbare Geisteskrankheit intellektuell debiler und moralisch verwerflicher Personen« , verursacht durch ein »rotes Gen« an

Folgender Absatz dürfte in seiner Denkungsart auch niemanden fremd sein. Diejenigen, die H4 erfunden und in Gesetze gegossen haben, dachten sicherlich ähnlich, ganz zu schweigen von den ausführenden Bürokraten der Jobcenter.

»Die Marxisten streben den Kommunismus und die Gleichheit der Klassen aufgrund ihrer Unterlegenheit an, der sie zweifellos bewußt sind, und betrachten sich deshalb für unfähig, durch Arbeit und persönlichen Antrieb voranzukommen.  

Man meint, man würde ein Traktat über Langzeitarbeitslose lesen, wo man die Worte Marxismus und Kommunismus herausgestrichen hat und zusätzlich durch allgemein "links" ersetzt hat.

Das haben aber Faschisten gesagt.

Der Kommentator, der Ausgangspunkt meiner Betrachtung war, denkt sicherlich ähnlich, sonst würde er nicht auf diese hahnebüchene Ideen kommen, dass Friedensbewegte die eigentlichen Faschisten hier im Lande wären, gegen die man - wenn man das weiterspinnt - vorgehen müsse.

Den ganzen Artikel kann man HIER lesen.

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