Freitag, 26. April 2013

Uns geht es viel zu gut - auch wenn das falsch ist

Der (T)euro ist die erste Währung in Deutschland, die sowohl die Zukunft unserer Kinder (lebenslange Haftung für die Party-Schulden der PIIGS-Staaten) als auch die der Rentner/Sparer (durch unvermeidliche Inflation) ... zerstört. Vor diesem Hintergrund ist die Stimme für die AfD die einzig logische Vernunftentscheidung

Oh, wie blöd kann man denn nun noch sein. Wenn man denkt: Dümmer geht's nimmer, liest man solche Kommentare (gelesen in der TAZ zur AfD)

Ich weiß nicht, wo diese Kommentatorin lebt. Sie wird sicherlich im Westen unserer Republik leben und hat wahrscheinlich noch nicht mitbekommen, dass sich Deutschland seit 1990 grundlegend geändert hat, dass es seit dieser Zeit KEIN gemütliches Deutschland mehr gibt. 

Sie hat nicht mitbekommen (oder wollte es nicht), dass bei jeder sozialen Wohltat, die der Kapitalismus den Bundesbürger zugestand, die DDR mit am Verhandlungstisch saß. Kein soziales Gesetz, keine Tarifverhandlungen wurden von seiten der Macht ohne Blick auf die DDR geführt. Schließlich sollte Westdeutschland als Paradies der Arbeiter dargestellt werden. Kam auch in der DDR bei vielen so an. 

Nach 1990 wurden wir alle eines Besseren belehrt. Kein Konkurrenzsystem mehr da und man hatte gesiegt, gesiegt, gesiegt ... und hörte nicht auf zu siegen, wie Gysi es mal so schön formulierte. 

Nun kam die Zeit, wo man keine Rücksichten mehr auf Arbeitnehmer nehmen brauchte. Es war die Zeit, wo sich die Klasse derer, denen alles gehört, formierte. Der Klassenkampf von oben begann. Den kleinen Leuten konnte unter freudiger Mithilfe der Gewerkschaften alles wieder genommen werden, was sie erkämpft hatten. Und die kleinen Leute zogen mit. Man muss schließlich für die Familien Krupp, Thyssen, Siemens Verständnis aufbringen. Wenn die darbten, darbten auch die kleinen Leute. Diesen Mist glauben immer noch viele.

Die Legende der tollen D-Mark wurde weiter geschrieben. Mit der ging es ja den Deutschen besonders gut. Nicht wegen der D-Mark, das ist alles Quatsch. Nein es ging den Deutschen in West so gut, weil es die Deutschen Ost gab! In den 1990er Jahren ging es noch recht vielen gut, weil der Markt im Osten noch nicht gesättigt war. Den ehemaligen Zonenbrüdern und -schwestern musste man ja jetzt zeigen, wie toll der Kapitalismus ist.

Ziel allen Wirkens war der gemeinsame europäische Binnenmarkt, der eben nun mal am besten mit einer gemeinsamen Währung funktioniert. Da wurden auf Teufel-komm-raus Länder eingegliedert, deren Wirtschaft es einfach nicht zuließen, dass eine gemeinsame Währung funktionieren könnte. Zahlen hin, Bilanzen her. Zahlen sind immer geduldig und bilden nur einen Augenblickswert ab. 

Die deutsche Wirtschaft? Der konnte nichts besseres als der Euro passieren. Nun brauchte kein deutscher Unternehmer mehr zu fürchten, dass die D-Mark aufgewertet werden könnte. Das war toll und sehr lukrativ für die DAX-Konzerne. 

Die Euro-Verträge? Was scherte sich Deutschland an die Vereinbarungen? Es war ihnen schnuppeegal, dass ein bestimmtes Inflationsziel vorgeschrieben war. Deutschland hielt sich nicht daran und diejenigen, die sich an die Verträge hielten, waren die Dummen. 

Damit die kleinen Leute nicht aus versehen doch begriffen, dass sie total bestohlen wurden, mussten neue Feindbilder angeschafft werden. Man fand sie, in den Südländern.

Die immer und ewig partymachenden Südeuropäer, wie die Kommentatorin meint. Mir kommt das Kotzen. Es wäre wohl besser gewesen, wenn diese Tussi mal nicht in Bayern Urlaub gemacht hätte oder in Griechenland, Spanien, Portugal nicht nur am Strand gefaulenzt hätte. Sie hätte sich mal das partysüchtige Volk dort anschauen sollen. Da wurde gearbeitet! Warme Länder, längere Mittagspause, aber dann oft Arbeit bis 22:00 Uhr bei den kleinen Unternehmern. Ist das immer noch nicht genug?

Blöde, deutsche Tussi, BILD-Leserin, wie ich denke, die meint, dass sie die Arbeit ganz allein erfunden hätte und nur sie sich abrackern würde, sie als Deutsche und alle anderen nicht! Sie wird auch nicht des Lesens mächtig sein, weil es so viele Artikel über den deutschen Irrweg gibt. Oder in ihren Kopf befindet sich kein Gehirn mehr - auch möglich.

Wer verspielt denn die Zukunft unserer Kinder? Wer lässt die Menschen hungern? Wer verarmt die Rentner? 

Die Südeuropäer sind nicht dran schuld.

Nehmen wir doch mal die SPD, die sich immer noch darin sonnt, dass sie die Menschen in Zwangsarbeit steckt entgegen des GG der Bundesrepublik Deutschland, die Grünen ebenso.

Das waren nicht die Südeuropäer, die das veranlassten!

Ein gewisser Herr Schröder hat die Lebensgrundlage für Kinder beschnitten, deren Eltern arbeitslos sind. Kein Kind kann von dem veranschlagten Betrag in H4 im Monat überleben. Keins! Es sei denn, das Kind ist essgestört. 

Das waren nicht die Südeuropäer, die das veranlassten!

Ein gewisser Herr Schröder hat unter Beifall und Mithilfe der CDU/FDP die Rentenformel so umgestellt, dass IMMER ein armer Rentner herausgekommt. Knapp über 40 % erhält man, wenn man es denn wirklich bis 67 schaffen sollte. Im Gegenzug werden unsere Steuergelder an die Versicherungswirtschaft verschleudert, denen es nicht um unsere Rente geht, sondern nur um ihre Rendite. 

Das waren nicht die Südeuropäer, die das veranlassten!

Ein gewisser Herr Schröder brüstet sich heute noch damit, dass er den besten Niedriglohnsektor Europas geschaffen habe. Und auch hier wird mit unseren Steuergeldern die Wirtschaft subventioniert. Menschen müssen für einen Hungerlohn arbeiten und noch Geld mitbringen. Na toll.

Das waren nicht die Südeuropäer, die das veranlassten!

Leiharbeitsverhältnisse, befristete Arbeitsverhältnisse, Minijobs - das ist das Werk der rot-grünen damaligen Regierung.

Das waren nicht die Südeuropäer, die das veranlassten!

Unsichere Lebensverhältnise, ausufernde Armut in Deutschland - das ist das Werk von Rot-Grün und nicht der Südeuropäer.

Heuschrecken waren das Nonplusultra, was Rot-Grün Deutschland verordneten. Der Finanzplatz Deutschland sollte aufgebaut oder verstärkt werden. Finanzprodukte überschwemmten den Markt. Als ob es FinanzPRODUKTE überhaupt gäbe. Virtuelles Geld wird unter einer x-beliebigen Überschrift virtuell als "Produkt" ausgegeben. Die Märkte bekamen das Sagen. Sie spekulierten mit Nahrungsmittel, Energie und den Lebensgrundlage der Menschen. Das genau wollte Rot-Grün.

Das waren nicht die Südeuropäer, die das veranlassten!

Die Bankenrettungen, retteten den Superreichen ihr Geld. Die hatten sich bei den tollen FinanzPRODUKTEN verzockt. Das ist aber alles nicht so schlimm. Unsere Steuergelder verschwendete ein hochbeliebte Frau Merkel und warf sie in den Rachen von ein paar wenigen Leuten, die auch in Deutschland leben. 

Und nicht etwa dass diese Reichen auch noch wegen ihrer Begünstigung glücklich sind. Ihre maßlose Selbstüberschätzung, dass nur sie die Creme der Gesellschaft wären und die anderen Dreck lässt sie zu Dieben werden. Höneß ist nur ein Beispiel, sicherlich die Spitze des Eisberges. Da werden Straftaten verniedlicht, weil diese asozialen Herrschaften nicht bereit sind, das Grundgesetz von Deutschland zu akzeptieren. Sie wollen alles haben und kaum etwas dafür geben. Deren Steuern wurde gesenkt. Und sie sind immer noch nicht zufrieden damit. Es gibt Firmen, die mit ihren in China hergestellten Produkten, nur weil ein Markenname draufsteht, 60 % Gewinn machen. Erkauft wird dieser Gewinn mit Toten. Aber auch das ist immer noch nicht genug für diese Herrschaften. 

Und viele der kleinen Leute meinen, dass doch z.B. ein Höneß schon (!) 5 Mio Euro an Steuern gezahlt hätte. Na und? Was ist mit dem hinterzogenen Rest? Im Verhältnis zum Einkommen zahlen wir kleinen Leute sehr viel mehr Steuern.

Diese asozialen Herrschaften nehmen alles mit, die deutsche Infrastruktur, die deutsche Ausbildung - alles und geben fast nichts zurück. Und da das noch nicht genug ist, meinen sie noch, dass sie ausländische Arbeitskräfte haben müssen, weil die in Deutschland lebenden zu doof wären. 

Das waren nicht die Südeuropäer, die das veranlassten!

Und unsere heißgeliebte Mutti? Springt die unseren Menschen bei? Nimmt sie sie in Schutz vor denen, die Menschen verunglimpfen?

Da passt eher ein Kamel durch's Nadelöhr, als dass sich die bei vielen so hochgeschätzte Merkel für uns kleine Leute einsetzen würde. 

Im Gegenteil: Die baut überall Schuldenbremsen ein. Schuldenbremsen ohne gute Steuereinnahmen bedeuten Schlaglöcher, marode Schulen, schlechte Universitäten, Dienstleistungen, die kaum jemand in Anspruch nehmen kann, mangels Einkommen, steigende Insolvenzen bei kleinen Handwerksbetrieben, da nun auch der Staat nicht mehr investieren kann. Das wenige Geld, was er noch hat, schleudert er dann noch Prestigbauten in den Rachen, an denen sich wieder einmal die bekannten Konzerne fett fressen. 

Die Zukunft der ganz normalen Einwohner von Deutschland wird nicht durch Griechen, Spanier, Portugiesen, Italiener, Franzosen, Iren, Zyprioten, Slovenen usw. usf. verspielt. Sie wird im eigenem Lande von sich selbstüberschätzenden Gierschlünden verspielt unter Mithilfe des Marionettenkabinetts, was sich Regierung nennt.

Wer macht die immer währende Party? Sicherlich nicht der griechische Handwerker, die spanische Putzfrau, der portugisische Arbeiter, der italienische IT-Spezialist oder der französische Ingenieur. Wer geht zu den diversen stockkonservativen Opernbällen z.B. Und in Dresden sind die Einwohner gar noch so doof, dass sie vor der Oper im Kalten stehen und beobachten, wie das ganze Geschmeiß es sich drinnen gut gehen lässt. 

Das nenne ich Propaganda vom Feinsten, so dass der Verhohnebibelte nicht mal merkt, dass er verhohnebibelt wird und brav der Show beiwohnt.

Und das soll die AfD richten? Also wie lächerlich ist das denn. 

Soll diese Kommentatorin doch die AfD wählen, so wie zur letzten Wahl die Armen die FDP wählten, weil sie verknallt in "Mehr Netto vom Brutto" waren, ohne zu bemerken, dass nicht sie damit gemeint waren. 

Soll die Kommentatorin doch die AfD wählen. Ich kenne nicht ihre soziale Lage. Aber arbeitslos kann jeder von heute auf morgen werden. Und wenn die AfD wirklich das Sagen bekäme, würde sie wohl nicht mehr zur Wahl gehen dürfen. Sie wäre sicherlich auch nur noch auf Wohltätigkeit zurückgeworfen, da das Sozialsystem mit denen noch mehr abgebaut werden würde. Zumindest sagen es einige führende Mitglieder dieser absonderlichen Partei so. 

Soll doch die Kommentatorin die AfD wählen. Wenn die D-Mark wieder käme, würde sie merken, wie kostspielig diese Rückführung für sie persönlich wäre. 

Viel Spaß dabei. 

Das passt auch ins Bild einer Umfrage, wo sehr viele Menschen und auch viele jungen Leute ihre Sehnsucht nach einem deutschen Königshaus ausgedrückt haben. 

Nee, ich bin froh, dass ich die meiste Zeit des Lebens schon hinter mir habe. Die Dämlichkeit der Menschen nimmt immer mehr zu. Wenn die Propaganda in der DDR nur halb so gut gewesen wäre, wie sie hier jeden Tag auf uns einprasselt, dann ... na ich weiß jetzt nicht ... aber Manches wäre sicherlich anders verlaufen.

 


 






1 Kommentar:

  1. vollste zustimmung. nur - von der taz und ihren schreiberinnen kann man nichts anderes - wie zitiert - erwarten. dieses blättchen war noch schneller als olivgrün im system angekommen. ansonsten: nur bild und taz sind fast allwöchentlich beim ard presseclub vertreten. sicheres anzeichen für "qualitätsjournalismus".

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