Montag, 8. April 2013

Wie kann man denn so demokratisch sein wollen ...

... wenn Geld im Spiel ist.

Was bildet sich eigentlich das portugiesische Verfassungsgericht ein. Muss es gerade jetzt Rückgrat zeigen? Muss es gerade jetzt meinen, dass die Troika-Durchdrück-Dogmen verfassungswidrig sind?

Wieso ist es denn verfassungswidrig den kleinen Leuten den Geldhahn zuzudrehen? Schließlich kommt die Verarmung gerade ihnen zu Gute. Man stelle sich doch mal vor: Sie können nicht mehr soviel essen, müssen mehr laufen, weniger Auto fahren und ... und ... und ... Also, sie können ihren Bauchspeck los werden. Wenn das nicht samariterhaft ist, dann weiß ich nicht. Berlin, Brüssel und die Troika haben doch wirklich nur das Wohlergehen der 0-8-15-Portugiesen im Auge.

Kann das portugiesische Verfassungsgericht nicht verstehen, dass die Verfassung eigentlich nur ein Stück Papier ist? Das man  - wenn es Berlin, Brüssel und die Troika es wollen - sich fragen sollte, gerade als Hungerleider, was wichtiger ist? Die Einhaltung der Verfassung oder das Wohlergehen der reichen Bonzen, Oligarchen und Eigner? Wie kann ein Verfassungsgericht darauf bestehen, dass man auch den Normalos die Luft zum Atmen lässt. Also das nenne ich fies.

Die sollten sich doch mal ein Beispiel an Deutschland nehmen. Hier gibt es eine marktkonforme Demokratie. Okay, Deutschland hat sich erst gar keine Verfassung gegeben. In einer Verfassung kann man nicht so herumpfuschen, sie nicht so aller paar Monate anpassen wie ein Grundgesetz. Gesetze sind dazu da, geändert zu werden oder sie als das zu sehen, was sie sind: Papierkram, dass man nicht beachten muss. Im vorigen Post habe ich schon auf die Legasthenie und das Analphabetentum der hohen Staatsbeamten hingewiesen, was ich auch ausdrücklich auf die deutsche Regierung erweitern möchte. 

Wir lachen nur noch darüber, dass - wie im GG verankert - die Würde des Menschen unantastbar sein soll. Wie altmodisch. Würde des Menschen! Da muss man erst mal nachfragen: Wer ist überhaupt Mensch? Im Zeitalter der marktkonformen Demokratie ist die ganz eindeutige Antwort: 1. Klasse Mensch sind die 10% der Reichen, der Eigener der Produktionsmittel und deren Marionetten. 2. Klasse Mensch sind die Besserverdiener, die sich Mittelstand nennen und 3. Klasse Mensch, sind diejenigen, die noch arbeiten, noch soviel verdienen, dass sie nicht ihr eigenes Geld zur Arbeit mitbringen müssen (Aufstocker) und wähnen, dass sie noch zum Mittelstand gehören. Dann ist Schluss. Dann gibt es keine Menschen mehr, sondern nur noch sich in Hängematten aalende oder Staatssklaven, die die Menschen der Klassen 1 bis 3 ausbeuten. Die sind natürlich nicht durch das GG abgedeckt. Logisch! Oder? Und solche, die gar noch meinen einer andere Religion, wie dem abendländische Christentum angehören zu wollen, zählen schon überhaupt nicht mehr. Die kann man auch gut und gern punktuell umbringen. Der Verfassungsschutz drückt dabei gern mal das eine oder andere Auge zu. Warum sind sie denn überhaupt zu uns gekommen - zu uns reinblütigen Deutschen. 

Wir lachen auch nur noch darüber, dass das GG vorschreibt, dass die Lebensverhältnisse innerhalb unseres Landes gleichwertig sein sollen. Wo kommen wir denn da hin. Es kann doch nicht sein, dass ein Leipziger die gleichen Lebensverhältnisse erhalten sollte, wie ein Münchner, Stuttgarter, Frankfurter oder gar Saarbrücker. Das kann doch wohl nun wirklich nicht sein.

Und? Rennen wir nun zum Verfassungsgericht (falscher Name, da überhaupt keine Verfassung da ist)? Demonstrieren wir etwa gegen die Verletzung des GG? Richten wir uns nach unserem Grundgesetz? Achten wir es noch? Die eindeutige Antwort: NEIN! Wie kann man denn sonst eine marktkonforme Demokratie leben. Ein GG stört da nur.

Und da wagen es die Portugiesen, sich auf ihre Verfassung zu berufen. Sie wagen es, sich Berlin, Brüssel und der Troika zu widersetzen. Na, wo leben wir denn? Wollen die nicht die Segnungen der marktkonformen Demokratie erleben?

Endlich mal jemand mit Rückgrat!

PS: Nun will die portugiesische Regierung bei der Bildung, im Gesundheitswesen und all dem, was die Normalos nutzen, sparen. Überraschung!


Kommentare:

  1. Wenn Sie jetzt noch begreifen würden, dass in Deutschland eine "Marktkonformität" überhaupt nicht existiert, sondern eine verschleierte Planwirtschaft erster Güteklasse, mit verschachelter Funktionärs- und Räteregierung inklusive, dann werden Sie auch die wahren Verantwortlichen für die Zustände in diesem Land benennen können... nicht die "bösen Märkte" sind schuld, sondern eine Verbrüderung aus Monopolisten und Politikschleimern, die sich gegenseitig stützen, um den "Markt" ja nicht das tun zu lassen, was nötig und nützlich wäre: Nämlich Monopole brechen, Konkurrenz zulassen um damit Preise zu senken, Banken pleite gehen lassen, Effizienz fördern, Arbeitszeit für alle verringern, Wohlstand für alle steigern! All solche tollen Sachen kann ein funktionierender Markt nämlich leisten, aber niemals eine sozialistische und nationalistische Politik! Diese Kombination gab's im übrigen schonmal... war nicht so richtig schön damals...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn Sie nur wüssten, WAS Planwirtschaft ist ... Und, falls Sie lesen können, habe ich schon mehrmals gesagt, wer die Zügel in Deutschland in der Hand hat. Ich kann halt nichts dafür, wenn Sie hier nur quer lesen. Übrigens, Märkte an sich sind weder gut noch böse. Märkte existieren als chaotisches System von Angebot und Nachfrage, nicht mehr und nicht weniger. Nur, ein Staat ist mehr als nur Angebot und Nachfrage. Unterstellungen sind wohl so ihre Art der Diskussion? Bitteschön, aber nicht mit mir.

      Löschen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.