Montag, 6. Mai 2013

Das Schlaraffenland ist gefunden!

Lt. ZEIT leben wir Deutschen im Schlaraffenland. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man dort liest "Malochen war früher".  (Link kann jeder selbst suchen, wegen LSR gibt es den hier zur Sicherheit nicht.)

Bei der ZEIT haben schon junge Leute ein Auto der Oberklasse, jetten mit der Lehrlingsknete in den Urlaub und von viel arbeiten hält auch niemand etwas mehr. Mehr Reichtum mit weniger Arbeit. Ach, was geht es uns doch gut. 

Deutschland - einig Schlaraffenland.

Ach nee, eigentlich sagen wir das doch den Südländern nach. 

Aber Halt! Wir Deutschen haben uns das immerhin durch harte Arbeit verdient und durch Zähnezusammenbeißen, wenn uns unsere Nachbarn wieder mal mit dem 3. Reich vergleichen. Nur, nachlassen dürfen wir nicht. Wir müssen uns gegen die angeblichen Burn-out-Opfer wenden. Die sollen sich doch nicht so haben. In Deutschland wird wenig gearbeitet. Also können das doch nur sehr Zartbesaitete sein oder schlicht und ergreifend Drückeberger. Das muss man doch mal sagen dürfen.

Der Weingutbesitzer Brüderle schwadroniert z.B. darüber, dass nun nicht mal mehr Frankreich mit uns auf Augenhöhe sei. 

Gut, wie könnten es auch Ausländer wagen, mit uns auf Augenhöhe sein zu wollen. Mit uns, dem Klassenprimus. Mit dem, der alles besser weiß und am allerbesten kann. Nur, denke jeder mal an seine eigene Schulzeit zurück. Was haben wir mit Klassenbesten gemacht, die immer und überall uns belehren wollten und immer und überall ihre Schlauheit herausstellen mussten? Im günstigsten Fall haben wir sie nicht mehr zu Geburtstagsfeiern eingeladen und links liegen gelassen. Im ungünstigsten Fall ...? Aber ich will jetzt nicht aggressiv daher kommen. Wir waren doch alle brave Schüler. Oder?

Zu Fragen wäre, wo die ZEIT-Redakteure leben. In Deutschland können sie wohl nicht leben. Mal davon abgesehen, dass der Autor solcher Artikel, wer immer das geschrieben haben mag, irgendwo im Niemandsland leben muss, aber er ist NUR Autor des Artikels. Veröffentlicht wurde er von der ZEIT, also meint die ZEIT das gleiche.

Wenn die Redakteure der ZEIT in Deutschland lebten, müssten sie eigentlich wissen, dass nur ein kleiner Teil der Menschen in diesem Land sich überhaupt einen Audi A6 leisten könnten. Eine übergroße Mehrheit kann das nicht. Die Absatzzahlen der Fahrzeugverkäufer ist über 10 Prozent von einem Monat auf den anderen eigebrochen und zwar in Deutschland. Huch? Wo sind denn jetzt die vielen Wohlstandsbürger abgeblieben, die mit weniger Arbeit sich mehr Luxus leisten können? Haben die keinen Bock mehr auf Autos?

Der Einzelhandelsumsatz ist von einem Monat zum anderen auch wieder zurückgegangen. Verweigern sich gar die Wohlstandsbürger dem Konsum? Wie wäre es denn sonst zu erklären, dass der Binnenmarkt so vor sich hindümpelt? Er kann nicht leben, aber auch nicht sterben in trauter Zweisamkeit mit ein paar millionen Deutschen.

Ach übrigens, liebe ZEIT-Redakteure. Wir fahren einen VW Golf von 1996, ohne Klimaanlage, ohne Navi, ohne Googlezugriff, ohne elektronische Fensterheber und man muss die Tür auch noch aufschließen. Und ich habe Glück, da ich nicht am Monatsende mir Chemie einwerfen muss, weil Tütensuppen eben billig sind und ich sonst nicht wüsste, was ich mir zu essen kaufen könnte. Aber ich muss mein Geld auch zusammenhalten und könnte, auch wenn ich wollte, mir keinen Audi A6 anschaffen.

Und wer kennt schon einen Azubi, der so üppig versorgt wird? Ist es vielleicht einer, dessen Familie zur Oberschicht gehört? Oder zumindest zur oberen Mittelschicht, die immer kleiner wird? 

Leben die ZEIT-Redakteure vielleicht alle in einem Reservat für Reiche mit Sicherheitsposten vor dem eingezäunten Areal? Kommen die aus ihrem Ghetto nicht mehr raus? Fahren sie über nur für sie extra asphaltierte Straßen mit ihrem Mercede, BMW oder eben Audi A6? Sind die Scheiben ihrer Limousinen vielleicht abgedunkelt?

Ansonsten müssten sie wissen, dass sehr viele Menschen in Deutschland gezwungen sind 3 Jobs anzunehmen, damit sie überhaupt über die Runden kommen. Weniger Arbeitszeit und viel Freizeit wird bei 3 Jobs wohl nicht herausspringen. Und ein Auto der Oberklasse werden sie sich davon auch nicht leisten können. Im günstigsten Fall brauchen sie kein Aufstockergeld. 

Sie müssten wissen, dass wiederum sehr viele Menschen immer mehr arbeiten und die Arbeit von ihren entlassenen Kollegen oder in Rente gegangenen zwangsläufig mit erledigen müssen, da kein Ersatz eingestellt wird. Da wird bei gleicher Arbeitszeit mehr geschafft und das nicht wegen höherer Arbeitsproduktivität, sondern durch mehr Ausquetschen der Arbeitskraft. Das sieht mir dann auch nicht nach einer Freizeit auf hohem Niveau aus.

Oder wollen die uns nur schamlos belügen. Ein Schlaraffenland im Wahljahr konstruieren, dass es so hier nicht gibt?

Oder - eine andere Variante: Wollen sie nur diejenigen beschämen, die sich keinen Audi A6 leisten können? Schließlich müssen die ja irgend etwas falsch gemacht haben, wenn sie innerhalb der Wohlstandsgesellschaft im Monat mit den paar Kröten, die sie als Lohn erhalten, nicht über die Runden kommen? Irgendetwas muss doch dann mit mir nicht stimmen, wenn ich gar noch Aufstocker bin. Und was alles muss mit mir nicht stimmen, wenn ich in dieser Arbeitsplatzüberflussgesellschaft keinen Arbeitsplatz erhalte? Dann sollte ich doch ganz, ganz still sein, beschämt zur Seite treten, mich nicht rucken noch rühren und schon gar nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse anprangern. Schließlich wäre es ja meine Schuld, wenn ich im Überfluss arm bin.

Was will die ZEIT uns sagen? 

Oder sollten wir der ZEIT vielleicht mal stecken, warum die Auflagen der Zeitungsverlage immer mehr zurückgehen?

Sollten wir ihr mal gründlich die Leviten lesen und uns gegen Schönfärberei wehren?

Oder - das würde mir persönlich sehr gut gefallen -  sollten wir der ZEIT einen Orden mit dem Emblem der DDR - Zirkel und Ährenkranz - verleihen, wegen Nacheifern der sozialistischen Presse?

Fazit: Lassen wir uns diese Gedöns nicht länger gefallen und lesen keine neoliberale Presse mehr! 

PS: Höchsten kostenlos ;) Nur am Geld sind sie zu packen! Und wirklich nur dort.




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