Donnerstag, 6. Juni 2013

Zur Arbeit ungeeignet

Ich frage mich manches Mal, wieso wir die arbeitsunwilligen Personen wieder und wieder aller 4 Jahre in den Bundestag wählen. 

Da stellt sich der Chef eines Ministeriums hin uns sagt, dass er von nichts was wisse. Wozu ist er dann Chef? Um in der Weltgeschichte auf unsere Kosten reisen zu können? Um eine tolle Anschlussbeschäftigung mit sehr viel Knete gewinnen zu können? Um schön rumblubbern zu können, was auch noch veröffentlich wird und - vielfach - geglaubt?

In meiner 17-jährigen Anwesenheit auf dem Territorium der alten Bundesrepublik, im Südwesten der Republik auf diversen Arbeitsstellen, habe ich eines gelernt - auch schmerzhaft: Keiner ist bereit Verantwortung innerhalb seines Aufgabenbereiches zu übernehmen. Um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken, werden immer - IMMER - Mitarbeiter zu Buhleuten. Verantwortungsträger lügen und betrügen, Haupsache sie selbst stehen gut da. Keiner, den ich kennengelernt habe, hatte wirklich die menschliche Größe, Fehler einzugestehen oder seine Mitarbeitern zur Seite zu stehen. Deren Fehler sind vor allem auch die Fehler von Verantwortungsträgern. Und wenn ein Mitarbeiter selbst für sich einen Fehler gemacht hat und sonst immer tadellos arbeitet, ist es die verdammte Pflicht und Schuldigkeit eines Leiters, schützend an der Seite des Mitarbeiters zu stehen. So habe ich Leitungstätigkeit im Studium gelernt. So habe ich meine kleine bescheidene Leitungstätigkeit noch in der DDR  ausgeübt und bin damit immer gut gefahren. In der supertollen dann folgenden neuen Gesellschaft, galt das alles nichts.

Ein de Maizière stellt sich hin und beschuldigt seine Mitarbeiter, dass die allein gehandelt hätten und das er von ihrem Tun nichts gewusst habe.

Weiß der Minister worüber er spricht? Hat er wenigstens einmal nachgedacht, als er diese Worte formulierte?

Er sagt damit über seine eigene Tätigkeit aus:

Ich bin zu doof für mein Amt. Meine Mitarbeiter machen was sie wollen und ich lasse das zu. Ich interessiere mich meinerseits nicht die Bohne, was meine Mitarbeiter machen. Ich bin unfähig ein Amt zu führen. Ich kann das einfach nicht. Ich habe keinen Draht zu meinen Mitarbeitern. Meine Staatssekretäre (!) kommen nicht mindestens einmal wöchentlich mit mir zusammen, um anstehende Probleme zu lösen. Ich habe keinen Assistenten, der mir die wichtigen Themen zuarbeitet und die Termine überwacht. Ich lege mir nichts auf Wiedervorlage. Ich schwebe im luftleeren Raum. Ich bin Kriegsminister - sonst nichts. Arbeiten, so einfach am Schreibtisch sitzen, mich mit den Staatssekretären auszutauschen, das ist nicht mein Ding. Ich mag es einfach nicht, richtig zu arbeiten, weil das Mühe bereitet und keinen Glamour verbreitet. Oder hat jemand schon mal Medienberichte gehört oder gelesen, wo einem Minister bescheinigt wird, dass er hart an seinem Schreibtisch die erforderlichen Arbeiten leistet? Nein! Und Glamour ist das Wichtigste in meiner Arbeit.

Ich frage mich: Wozu wählen wir noch? Um einen faulen Vorgesetzten durch einen anderen faulen Vorgesetzten zu ersetzen? Einen an normaler Arbeit nicht Interessierten durch einen anderen zu ersetzen? Einen der auf Warteposition für einen tollen Wirtschafts- oder Beratungsjob sitzt, durch einen anderen Wartenden zu ersetzen? Einen Selbstdarsteller durch einen anderen? Wozu also?

De Maizière hat offen über seine Fähigkeiten in der Pressekonferenz gesprochen. Die Journalisten haben es nicht verstanden. Oder? Besser, sie haben sich überhaupt gar keine Gedanken über die Worte unseres Kriegsministers gemacht. Sie plappern nur nach - ohne eigene Gedanken. Und das nennt man dann Qualitätsjournalismus. Fein.


Kommentare:

  1. minister wird man , wen man von der materie keine ahnung hat. die arbeit machen die untergebenen, da bei ihnen ja auch das fachwissen angesiedelt sein sollte.ansonsten könnten die herren und damen minister nicht so mir nichts dir nichts von einem ressort übergangslos ins nächste wechseln.

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    1. Das ist nur bedingt richtig. Ein Minister ist ein Chef. Der Aufgabenbereich eines Chefs ist anderweitig angesiedelt. Fachkompetenz muss er nicht haben. Er muss die Grundlagen seines Bereiches kennen. Das kann man erlernen (Gesetze, Durchführungsbestimmungen usw. usf.) und letztendlich auch recht kompetent in seinem Fach werden. Ein Chef muss analytisch und strategisch arbeiten können, z.B. kompetent Statistiken auswerten oder die Auswertungen zumindest lesen können und nicht nur das, was er daraus lesen will. Das ist sein Haupthandwerkszeug. Er muss ein Gefühl für das Machbare in seinem Bereich haben und die Kosten im Auge habe. Dazu muss er kein Buchhalter sein, aber wissen, wie ein Etat mit Ein- und Ausgaben richtig funktioniert, wenn man zu einem bestimmten Ergebnis kommen möchte. Er muss wissen, wann welche Fachkräfte dazu geholt werden müssen und eine Vorstellung von den Gesetzen seines Bereiches haben, ohne die im einzelnen alle kennen zu können. Das GG sollte er aus dem FF beherrschen. Das ist alles unabhängig vom Ressort. Solche große Sachen, wie die Anschaffung der Drohne, MUSS er immer in der Wiedervorlage haben und sich regelmäßig umfassend Bericht erstatten lassen. Wichtig ist, die Fachkompetenz der MA zu nutzen. Chefs müssen delegieren, immer an diejenigen, die es am besten können, aber er darf nichts aus dem Auge lassen. Sehr gute Chefs (habe ich von früher gekannt), kennen auch die Nebensächlichkeiten in ihrem Bereich. Er muss sich einen vertrauenswürdigen Kreis aufbauen und die gute Arbeit seiner Mitarbeiter IMMER würdigen. Ein kompetenter MA muss wissen, dass der Chef immer an seiner Seite ist. Wenn Chefs die Frage Mitarbeiterführung vernachlässigen und nur Fehler in der Arbeit herauspicken, wird er irgendwann isoliert sein und möglicherweise scheitern. Kompetente MA können Chefs IMMER auflaufen lassen. Analyse, Strategie und Entscheidung ist eine Schreibtischarbeit, die ihn in allerletzter Konsequenz niemand abnehmen kann, auch kein MA. Und das ist das, was ich von einem Minister erwarte. Übrigens, in meinem Studium war Organisation der Leitungstätigkeit ein Prüfungsfach. Übrigens, ich hatte mal eine Chef, also der große Chef (im Westen) war es, der saß mittags in der Kantine zwischen den MA und hörte zu. Er ging (Bank) am Jahresanfang von MA zu MA und kannte jeden Namen. Er wusste sogar, dass ich die Haarfarbe gewechselt hatte und sprach mich daraufhin an. Das Arbeitsklima war da noch gut und jeder schwor auf ihn. Er wurde abgelöst (war auch schon älter) und dann ging es nur noch bergab mit den Sharholder-value-Chefs und die Bank steht auch nicht mehr so toll da. Übrigens, er war Volkswirt und kein Bankmensch.

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