Donnerstag, 25. Juli 2013

Falsches wird nicht richtig auch wenn man es immer wieder erzählt

Wir arbeiten für einen gierigen Staat und zwar die Hälfte des Jahres. Das wir jährlich um diese Zeit herum immer wieder erzählt und viele plappern das nach. Dieses Mal plappert die Süddeutsche.

Der Staat wäre also gierig.

Da ziehen wir doch gleich mal die Sozialbeiträge ab. Die kassiert nicht der Staat, sondern sind UNSERE Versicherungsbeiträge für Krankheit, Rente, Pflege und Arbeitslosigkeit.  Sicherlich, wenn wir darauf verzichteten, hätten wir ein paar Cent mehr in der Geldbörse - oberflächlich betrachtet. Wir müssten uns dann für viel mehr an Geld privat versichern. Wie z.B. die private Krankenversicherung da steht, kann jeder selbst nachlesen. Die Beiträge an und für sich sind nicht zu beanstanden sondern wir müssten viel mehr nachfragen, was wird mit diesem Geld gemacht. Wir zahlen z.B. in die Rentenversicherung ein und erhalten später immer weniger Geld als Rente. Viele von uns feiern, dass sie ein paar Prozentpunkte jetzt weniger in die Rentenversicherung einzahlen, nur, was ich nicht einzahle, bekomme ich erst recht nicht wieder heraus. Der Rentenbetrag bemisst sich auch an der Einzahlsumme. Dass die Rentenformel uns in die Armut treibt, steht auf einen ganz anderen Blatt und ist bei den Regierenden endlich mal zu hinterfragen.

Dass wir vieles selbst zahlen müssen, wenn wir krank sind, ist auch bei den Regierenden und den Abgeordneten nachzufragen. Wieso gibt es eine Medizin 1. und 2. Klasse. Da ist nicht der Gesetzlichen Krankenversicherung dran schuld, sondern der Selbstbedienungsladen begonnen bei den Vorständen der KK und unserer Mutti samt Bagage. 

Dort ist auch nachzufragen, wieso das paritätische Modell in den Sozialversicherungen einfach aufgegeben wurde. Wieso Arbeitgeber nicht ebenso ein Interesse daran haben sollen gesunde Arbeitnehmer beschäftigen zu wollen. Die Ausrede der Wettbewerbsfähigkeit ist doch wohl Pippifax. Vielmehr ist der Artikel des GG, wo es um "Eigentum verpflichtet" geht, ausgehebelt worden aus Unlust Solidarität mit allen üben zu müssen/sollen.

Und nun kommen wir zu den restlichen Steuern, diejenigen, die der Staat selbst einnimmt. 

Womit bitteschön soll ein Lehrer bezahlt werden? Wer soll sich um die Daseinsvorsorge in unseren Städten kümmern? Private? Das kann doch nicht unser Ernst sein. Nachzufragen wäre doch, WIE unsere Steuergelder genutzt werden und wer sie sich in die Tasche steckt. DORT und nur DORT müssen wir als Bürger ansetzen. 

Kriege kosten Geld. Wessen Geld? Das Geld der Steuerzahler. 
Der Euro-Hawk hat Steuergelder verschlungen.
S21 verschlingt Steuergelder ohne Sinn und Verstand.
Der Leipziger City-Tunnel hat Steuergelder verschlungen, die an wichtigen Stellen fehlen.
Bei der Hamburger Philharmonie werden Steuergelder in private Hände geleitet.
Der Flughafen BER lässt Herzen von Privaten höherschlagen, die unsere Steuergelder abgreifen.

Es passiert überall eine Umschichtung unserer Steuergelder in private Kassen ohne dass wir einen erfahrbaren Nutzen davon haben. Den Nutzen haben in der Regel die paar Familien, denen sowieso schon alles gehört. 

Von irgendwoher muss das Geld für die Bibliotheken oder Schwimmbäder kommen, für Kultureinrichtungen und für Sozialeinrichtungen. 

Unsere Steuergelder sind in Schulen, bei Lehrern gut aufgehoben und jeder sollte stolz sein, dass dadurch Bildung für alle ermöglicht werden kann. Und jeder müsste wütend darüber werden, welches Schindluder mit unseren Steuern gerade in diesem Bereich getrieben werden. Statt irgendwo eine Garnisonskirche oder ein Stadtschloss aufzubauen, rückwärtsgewand, reaktionär, sollte das Geld unseren Kinder zu Gute kommen, in deren Bildung gesteckt werden. 

DAS wäre ein Aufreger. 

Unsere Steuergelder müssten unsere Straßen spiegelblank machen. Passiert aber nicht, weil sich irgendwelche Parasiten die Steuergelder in ihre Taschen stecken. 

DAS wäre ein Aufreger.

Das wir Steuern zahlen doch wohl nicht. Und das wir Sozialbeiträge zahlen, doch wohl auch nicht. 

Der Aufreger ist, dass beides in propagandistischer Weise vermengt wird, um uns zu manipulieren. Und meist klappt das auch noch. Die meisten lesen die Überschrift und sonst nichts. Nachdenken ist den meisten sowieso zu viel. Da lehnt man sich doch lieber zurück, schimpft mit und wendet sich dann den "wirklichen" Dingen des Lebens zu, nämlich Klein-Prinz George. Das ist viel wichtiger, viel schöner und in grauen Zeiten wäre es schön, auch eine Königin und einen König zu haben, wie viele meinen.

Okay, ich möchte mal wissen, was diese Nullen sagen, wenn dem Königspaar egal ist, ob man unter der Brücke schläft.

Ich möchte mal wissen, wie die Nachplapperer reagieren, wenn alle Straßen privatisiert werden und sie Straßengebühr für deren Nutzung generell zahlen müssten. Wenn ihre Kinder nicht ohne Schulgeld in die Schule gehen können, wenn sie das Schwimmbad nicht mehr bezahlen können, das Theater, die Kultureinrichtung und wenn es überhaupt keine sozialen Einrichtungen mehr gäbe oder nur solche, die dann jeder mit seinem Eintritt bezahlt und sie somit keine sozialen Einrichtungen mehr wären. Ich möchte mal die sehen, diese Nachplapperer, wenn sie nun absolut kein Arbeitslosengeld mehr erhalten und auch keine - wenn auch nur minimale - Absicherung für wenigsten etwas Essen erhalten. Was wäre, wenn der Staat privatisiert werden würde? Denn das wäre die Konsequenz aus dem Geblubberte mit den gierigen Staat. 

Und was ich noch sagen wollte: Viel Spaß bei der privaten KK und bei dem Aktien-Pensionsfonds, falls er bis zur eigenen Rente überhaupt überlebt. 

Mir kommt dabei ein Ausspruch von 1989 in den Sinn, den der damalige Vorsitzende der LDPD in der DDR, Herr Gerlach, gemacht hat:

Wenn es manche Errungenschaften morgen nicht mehr gäbe, würden viele schon übermorgen schmerzhaft spüren, was gemeinsam erarbeitet worden ist. 

Wir sind auf den besten Weg, alles zu verspielen. Brunnenvergifter ist dieses Mal die Süddeutsche Zeitung.



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