Mittwoch, 14. August 2013

Die Lebensmittelpreise sind also nicht gestiegen

So lege ich mal ganz provokant die Hinweise aus, die unter den ausgewählten Artikeln über die höheren Lebensmittelpreise in Deutschland auf der Nachdenkenseite stehen.

Ich habe schon kürzlich darüber geschrieben unter: Die tolle Kauflaune und die Wirklichkeit.

Ich habe mir die Augen gerieben, noch einmal nachgeschaut und wirklich. JB auf der Nachdenkenseite bestreitet, dass die Lebensmittelpreise rasant gestiegen sind. Oder kann ich nicht lesen?

Sicherlich hat die Nachdenkenseite recht, wenn sie meint, dass die Inflationsrate in Deutschland niedrig ist. 

Nur, was hat die offizielle Inflationsrate in Deutschland mit den Lebensmittelpreisen zu tun? 

JB versteigt sich dahingehend, dass die Pommis, Chips u.ä. billiger geworden sind. Prima. Also sollten sich alle prekär Beschäftigten, alle Arbeitslosen, auch die Rentner mit Niedrigrenten, von Kartoffelchips und Pommis ernähren? Oder?

Und ich gönne es ihm von Herzen, wenn seine Einkäufe billiger geworden sind. Ich weiß nicht, wovon er sich ernährt, aber meine Einkäufe werden immer teurer, obwohl ich meine Ernährungsgewohnheiten NICHT umgestellt habe. 

Ich würde ihm empfehlen mal ein Haushaltsbuch zu führen. Dann wird er ganz schnell feststellen, dass die grundlegenden Lebensmittel sehr viel teurer geworden sind, auch die saisonalen. Er wird dann feststellen, dass der Kaffee mitnichten billiger geworden ist, sondern seit Langem gleichbleibend im Preis ist. 

Er würde feststellen, dass ein paar Cent hier, ein paar Cent da am Monatsende doch ein vielfaches an Euro ausmachen. Er sollte sich nur mal die Preise beim Bäcker ansehen. Sicherlich, braucht man Kuchen nicht zum überleben. Nur es ist nicht nur der Kuchen der dort teurer geworden ist. Bei gleichen Preisen, kann man auch feststellen, dass die Stücke kleiner geworden sind. 

Das ist ja auch der Clou der Händler oder auch Beschiss kann man sagen. Bei Gewichten von 213 g oder anderen krummen Packungsinhalten merkt man nicht auf Anhieb, wie teuer die Ware geworden ist. Man muss dann erst auf das Kleingedruckte am Regal schauen, wo der 100g Preis oder ein anderer Vergleichspreis angebracht ist. Das machen wohl die Wenigsten, schätze ich mal.

Man kann doch nicht von Angebotspreisen ausgehen, die es jede Woche für dieses oder jenes gibt. Es klappt nicht immer, dass man z.B. für Butter den Angebotspreis erwischt.  

Ich mag die Nachdenkenseiten, aber solche Hinweise zu Zeitungsartikeln sind nicht hilfreich und beleidigen auch noch diejenigen, die nicht so viel Geld haben, um sich und ihre Kinder einigermaßen gesund zu ernähren.

***

PS: So wie ich einkaufe, muss ich seit Anfang des Jahres insgesamt im Lebensmittelbereich rund 5 % mehr Geld hinlegen!


Kommentare:

  1. jb hat meiner meinung nach öfters etwas merkwürdige ansichten.

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  2. @landbewohner: Ich habe einen Leserbrief geschrieben ähnlich dem des Posts, aber er hat nicht mal begriffen, was ich meine. Sehr eigenartig. Ich habe in letzter Zeit öfters schon festgestellt, dass die ND-Seiten irgendwie doch wohl mehr die etwas besser Gestellten im Blick haben. Ich hoffe, dass ich mich täusche.

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