Montag, 5. August 2013

Die tolle Kauflaune und die Wirklichkeit

Mal ganz davon abgesehen, dass jedes Mal, wenn irgend ein Idiot von toller Kauflaune quatscht, die harten Zahlen alle in die Wirklichkeit zurückholen, ist es doch oft so, dass die meisten Menschen die Statistik kaum noch hören. Ihre Überschrift im Gehirn, was bei der Hitze vielleicht etwas schläft ist: Tolle Kauflaune!

Irgendwie wissen wir alle, dass die Preise steigen. Wer kein Haushaltsbuch führt, weiß das nur aus einem Bauchgefühl heraus. 

Dankenswerter Weise hat jetzt die Leipziger Internetzeitung einen Artikel über die Preiserhöhungen geschrieben, den wirklich jeder selbst lesen und auch weiter verbreiten sollte. Ich habe das jedenfalls so gemacht und ihn gleich jemanden geschickt, per Post, da es Leute gibt, die sich NICHT im Internet informieren wollen. 

Worum geht es u.a. in diesem Artikel: 

u.a. darum dass Speisekartoffen fast 7 % mehr kosten und der Preis somit 50% über dem Vorjahr läge und dass das nicht mal die Energiepreise geschafft hätten. Die weiteren statistischen Zahlen vom letzten Jahr: Obst um 13,9 % teurer, Gemüse um 19,3 %, Speisefette und -öle um 18,3 %, Molkereiprodukte seit Juli 2012 um 8,4 %. Genaueres ist in der Internetzeitung zu lesen. (noch einmal umgeschrieben um 19:51 wegen des neuen Leistungsschutzrechtes)

LINK zum Artikel

Das sollte auch denen verklickert werden, die meinen, dass die Industrie völlig unschuldig sei, weil wir doch immer nur billig kaufen wollten, weil wir eine Geiz-ist-geil-Mentalität hätten.

Hilfreich wäre dabei auch, an die tarifvertraglichen letzten Abschlüsse zu erinnern, die schön gerechnet wurden, in dem nur am Rande darauf hingewiesen wird, dass die Laufzeit der Tarifverträge  oft 24 bis 26 Monate beträgt und dass die Erhöhungen immer in zwei Schritten erfolgt und - als Krönung der Schönrechnerei - auch noch eine Einmalzahlung beinhaltet. Schlussendlich kommt immer nur eine Erhöhung im Rahmen der offiziellen Inflationsrate heraus. 

Was diese Tariferhöhungen wert sind, zeigen die wirklichen Preiserhöhungen bei den Lebensmitteln. 

Wer kauft schon immer und überall einen Flatscreen oder ein Smartphone oder irgend ein anderes langlebiges Konsumgut? Gemüse, Wurst, Molkereiprodukte, Obst sind unsere Nahrungsmittel, die wir jeden Tag benötigen. 

Will hier noch jemand von einer Geiz-ist-geil-Mentalität sprechen, wenn er sieht, wie die Preise der lebenswichtigen Güter explodiert sind?

Was soll die Rentnerin, der Rentner, der Langzeitarbeitslose, der Niedriglöhner machen? Die können nicht irgendeiner Bio-Öko-Idee nachlaufen. Die müssen sehen, dass sie und ihre Kinder satt werden und da sie und ihre Kinder auch noch gekleidet werden müssen, sind Millionen von Menschen darauf angewiesen, billig einzukaufen. Anders geht's nicht!

Schaut man sich diese Zahlen an und die Tarifabschlüsse, dann weiß man, warum die Einzelhandelsabschlüsse bestenfalls stagnieren, aber meist sinken. Und die Unternehmen, die Tarifverträge haben, werden immer weniger. Millionen von Menschen müssen tariflos arbeiten weit unterhalb der Löhne in den Vorzeigeunternehmen.

Was ist außerdem ein Mindestlohn von 6,50 EUR wert? Dieser Arbeitnehmer muss aufstocken, ob er will oder nicht. Dieser Arbeitnehmer bringt Steuergelder mit, damit er arbeiten darf. Diese Seite sollte in Diskussionen mit Verwandten und Bekannten mehr betont werden. Meist ist es ihnen nicht bewusst, dass sie ihren eigenen Arbeitsplatz mit Steuern bezahlen, da die Propaganda der Medien wirkt.

Und was soll ich von einem Gastkommentar in der IG-Metall-Zeitung halten mit der Überschrift "Schluss mit Siesta", der von einem gut verfassten Land spricht?

Gut verfasst? Mit dem "besten" und größten Niedriglohnbereich in Europa? Mit subventionierten Arbeitsplätzen? Mit ideologisch gemachten Absatzproblemen in Europa? Mit einem Binnenmarkt, der baden geht? Ist so etwas ein gut aufgestelltes Land?

Was soll ich von dem Gastkommentar halten, der meint, dass neben den Privatpersonen die Industrie unter dem Ausbau der erneuerbaren Industrie ächzt. Es sind doch NUR - und niemand anderers - die Privatpersonen und kleinen Handwerksbetriebe, die die Energiewende bezahlen müssen. Die meisten Unternehmen haben sich daraus verabschiedet und Ausnahmegenehmigungen für sich durchgedrückt. Wo lebt dieser Gastkommentator? 

Die hohen Energiepreise, die den kleinen Leuten aufgedrückt werden, gehen von ihrem Lohn ab, der selbst kaum reicht, einen Monat zu überstehen. Davon höre ich nichts bei dem Gastkommentator in der IG-Metall-Zeitung.

Er beklagt außerdem mit seinem Ruf "Schluss mit Siesta", dass die meisten Leute keine Lust auf politische Auseinandersetzungen haben. Er hat nicht ganz Unrecht. Nur muss er sich nicht wundern, da die Menschen permanent in den Medien einschließlich des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks belogen werden, eingelullt. Er schreibt doch selbst die Lügen von einem gut da stehendem Land. Was verlangt er von einem Normalo, der mit der BILD in der Hand einkaufen geht, auf der Bank sitzt und sich erholt und mit seinen Nachbarn spricht? 

Gehen wir vor den Wahlen mit dem Artikel der Internetzeitung hausieren. Nicht nur in Sachsen sind die Lebenshaltungskosten explodiert. In den anderen Bundesländern wird es nicht anders aussehen. 

Lassen wir Merkel und Co. mit ihren Propagandalügen nicht durchkommen. Glauben wir einem Steinbrück nichts. Er und seine Partei haben die Grundlage für die heutige Verfasstheit der privaten Haushalte gelegt.

Sie alle wollten die Verarmung von Lieschen Müller und Hans Jedermann. Sie alle wollten, dass wir immer weniger haben und ihre Klientel immer mehr. Und alles wurde unter dem Schirm der sogenannten Wettbewerbsfähigkeit gegen uns inszeniert. 

Wir befinden uns in den Klauen einiger weniger Familie (einige am rechten Rand hier im Blog). Nur, das ist nicht allen klar. Sagen wir es unseren Freunden, Bekannten und Verwandten. Zeigen wir ihnen die Gegenbeweise und entlarven die Lügen der Propagandazeitungen. Das ist die wichtigste Aufgabe, die sich jeder stellen sollte. Und das ist wahrlich eine Sisyphos-Arbeit.

  







Kommentare:

  1. Wobei uns die erhöhten Preise durch alle möglichen Begründungen verkauft werden. Bei Obst und Gemüse ist es das Klima, einmal zu kalt, einmal zu warm... Beim Discounter klettern die Preise ebenso, da gibt es Preisabsprachen und versteckte Preiserhöhungen. Aber: die Warenmenge bleibt konstant, das Angebot verknappt sich nicht und wird dazu noch als Müll entsorgt. Komisch ... oder? Wer bisher auf Aldi & Co angewiesen war, ist bei denen auch schon angeschissen. Kartoffeln, Zwiebeln als Luxusgut? Es wird für sehr viele Menschen noch sehr eng werden. Gestiegene Preise werden nicht mehr nach unten korrigiert. Im Gegenteil: sie steigen jährlich weiter. Das hat System. Die Grundversorgung der Menschen wird für maximale Gewinne missbraucht.

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  2. Stimmt! Aber viele Menschen schnallen das einfach nicht. Ich fand es richtig gut, dass mal jemand über die Preiserhöhungen im Lebensmittelbereich geschrieben hat.

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