Montag, 19. August 2013

Zugepflastert - heute Grün

Vor Jahren wählte ich mal die Grünen. Es war eine Zeit, wo sie knapp an der 5-%-Hürde vorbei schrammten. Ich wollte, dass die Grünen nicht aus dem Bundestag verschwinden. Damals wehte noch ein kleiner Hauch links durch die Grünen. Als sie dann zum Öko"terrorismus" übergingen, gab es kein Kreuzchen mehr von mir auf den Wahlzettel. Exakt war es, als sie 5 DM pro Liter Benzin ins Wahlprogramm schrieben. Damals war ich total auf mein Auto angewiesen, um überhaupt arbeiten zu können. Mein Einkommen war auch nicht so hoch, als das ich es mir hätte leisten können, 5 DM/l zahlen zu können. Ich hätte meine Arbeit aufgeben müssen, weil die Benzinkosten kaum noch etwas zum leben übrig gelassen hätten.

Zwischenzeitlich wandelten sich die Grünen von einer offenen Partei zur neuen liberalen Partei mit einer gut verdienenden städtischen Klientel, einer Partei des gehobenen Mittelstandes. Mittlerweile haben sie ihren Pazifismus aufgegeben und stehen für Kriegsbeteiligung und Sozialabbau. 



"Bank vor Mensch" und "Für faire Löhne. Mindestens."

Das klingt auf Anhieb toll. "Bank vor Mensch"! An dieser Stelle fehlt mir das Bekenntnis zum Fehler unter Rot-Grün, als man die Heuschrecken nach Deutschland einlud. Ich habe nirgends offiziell von Grün gehört, dass das falsch war. Deutschland sollte ein Finanzplatz werden. Nun hat man ihn und die Auswirkungen müssen wir alle zahlen. 

Habe ich bei den zahllosen Bankenrettungen im Bundestag mal ein kräftiges NEIN von Grün gehört? Sie haben brav ihr Händchen gehoben und alle Schweinereien zu ungunsten der Steuerzahler mit abgesegnet. Also, wo blieb in den letzten Jahren der Slogan "Bank vor Mensch"? Wo blieb der Aufschrei der Grünen, wenn wieder Milliarden den Banken zugeschoben worden, wohlgemerkt - von unserem Geld. Wieso sollte ich jetzt den Grünen glauben, dass sie den Menschen zuerst und die Bank dahinter sehen? Nur weil Wahlkampf ist? ich finde das Scheinheilig. Sie waren Opposition und spielten in dieser Frage Regierung in den letzten Jahren.

"Faire Löhne. Mindestens." Auch so ein hohler Spruch. Was sind mindestens faire Löhne? Sind es nun faire Löhne oder nicht? "Mindestens" gibt es in dieser Frage nicht. Entweder - Oder. Und was stellt sich Grün unter fairen Löhnen vor? Ist es fair gerade so am Existenzminimum herumzukräpeln? Oder wollen sie wirklich Teilhabe der Menschen am gesellschaftlichen Leben? Wieso mäkeln sie an den Löhnen herum. Sind die anderen Menschen, die Aussortierten, nicht wichtig? Sollen die nicht fair behandelt werden? Ein Wahlplakat gegen H4 gibt es bei den Grünen nicht. Da wird nur am Rande herumschwadroniert, dass man keine Armut möchte. Und das glaube ich ihnen auf's Wort. Grüne Abgeordnete werden nicht von Armut gebeutelt. 

Ich vermisse, dass die Grünen so tun, als ob sie an der Armut von Menschen unschuldig wären, als ob das nur die anderen sind. SIE haben Armut per Gesetz beschlossen. SIE haben H4 mit Rot aus der Taufe gehoben. SIE wollten, dass Arbeitslose gegängelt werden. Obwohl, Gängeln - das ist wohl die Spezialstrecke der Grünen. Man erinnere sich, dass sie den Normalos verbieten wollten, jährlich in den Urlaub zu fliegen. Sie wollten die Flugpreise so teuer machen, dass nur noch sie und ihresgleichen sich Urlaub z.B. auf den Kanaren gönnen könnten. Auslese durch Preisanstieg. Auch eine Art nicht von Normalos im Urlaub "geflutet" zu werden. Die ausländischen Urlaubsorte sollten also den Bach heruntergehen. Hauptsache wir verhalten uns ökologisch richtig.

Neuerdings will Grün uns vorschreiben, wie wir zu essen haben. Per Gesetz sollte es einen fleischlosen Tag in den Betriebskantinen geben. Per Gesetz! Gibt es nicht Wichtigeres als das? Übrigens in den meisten Betriebskantinen kann man jederzeit auch fleischlos essen, wenn man möchte. Wäre es nicht wichtiger, sich mit den Lebensmittelkonzernen anzulegen, die alle möglichen chemischen Zusätze in die Nahrungsmittel werfen? Wäre es nicht wichtiger, anzuprangern und zu HANDELN, wenn sogenannte fettarme, "gesunde" Lebensmittel mit irgendwelchen Guarkernmehl und Emulgatoren auf Geschmack getrimmt werden? An dieser Stelle sollten sich die Grünen mal für die Gesundheit der Bürger stark machen. Ohne Brille kann man heutzutage nicht mehr einkaufen gehen. Zutatenliste anzusehen, ist Pflicht. Aber ein fleischloser Tag! Zu mehr Fantasie reicht es wohl bei den Grünen nicht. Wahrscheinlich wollen sie sich nicht mit den Lebensmittelkonzernen anlegen.





Ja, ich sehe es anders als die Grünen es in ihrem sinnentlehrten Plakat dokumentieren. Grün ist für mich das neue Gelb. Nichts für mich. Grün ist im Neoliberalismus angekommen und gestaltet ihn neoliberal im grünen Deckmäntelchen mit.



Kommentare:

  1. Die Grünpartei ist ein Westdeutsche mittelstandspartei. Die hatten zwar früher auch linke in der partei, die zeiten sind allerdings lange vorbei. Die Grünen sind ein prima beispiel dafür, was aus bürgerbewegten wird, wenn sie sich als partei organisieren. Die partei ging aus der Westdeutschen friedens-, umwelt- und anti-atomkraftbewegung hervor. Was ist davon geblieben? NICHTS.

    Aus der erkenntnis, daß kapitalismus für mensch und umwelt unverträglich ist, wurde daß ausbeutung von mensch und natur mit ein bißchen zwang etwas »grüner« aussehen soll.

    Ein prima beispiel dafür ist der »veggie day« per gesetz. Dabei ging es, soweit ich es verstanden habe, nicht darum, einen tag des fleischverzichts zu verordnen, sondern um einen tag der veganen ernährung.

    Vegan bedeutet, daß man ruhig chemieplempe fressen darf, hauptsache sie ist nicht tierischen ursprungs. Und da wird es wirklich widerlich. Die Grünpartei will sich nicht nur nicht mit den lebensmittelkonzernen anlegen. Die wollen denen offenbar ein neues betätigungsfeld erschließen. In sofern hat der »veggie-day« nichts mit phantasie oder gesunder ernährung zu tun, sondern mit grüner bindung an die lebensmittelkonzerne.

    Was Du ausgerechnet gegen guakernmehl hast, habe ich nicht verstanden. Sofern man nicht allergisch darauf reagiert, ist das weitgehend harmlos. Weil es aus einer bohnenart hergestellt wird, bekommt man bei übermäßigem verzehr zwar ähnliche probleme, wie man sie bei allen hülsenfrüchten bekommen kann. Giftig ist das nicht: die frischen bohnen werden in Asien als gemüse gegessen. Guakernmehl ist ein bindemittel und wird verwendet, wie reis-, mais-, kartoffel- oder weizenstärke. Wer selbst kocht verwendet für gewöhnlich irgendwas davon, beispielsweise als soßenbinder. Sofern man nicht an zöliakie oder diabetis oder dergleichen leidet, ist das alles für eine gesunde ernährung brauchbar.

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  2. Hallo Mechthild, Veggi-Day ist missverständlich. Die Grünen haben aber einen fleischlosen Tag damit gemeint, zumindest Renate Künast. Mit Vegan gebe ich dir 100% Recht. Es ist entgegen dem, was wir als Spezies benötigen. Und Guarkernmehl war nur ein Beispiel dafür, was sich so alles im Industriefraß befindet. Im Kuchen und im Eis unter vielem anderen hat es wirklich nichts zu suchen. Es ersetzt andere Stoffe, die dann wirklich dort hineingehören würden, um das Produkt billiger zu machen. Mit selbstgemachter Privatküche darf man das nicht verwechseln. Es ist u.a. ein Synonym für mich, wie Lebensmittel verpanscht werden. Guarkernmehl allein funktioniert nämlich nicht beim Industriefraß, da gehören dann noch x Emulgatoren usw. usf. und andere Stoffe dazu, damit das Zungengefühl entsteht, dass man eigentlich bei dem natürlich hergestellten Speisen hätte, wenn man denn es noch selbst machen würde.

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