Donnerstag, 15. August 2013

Zwischenbemerkung

Schlagzeile: Hurra - wir wachsen - Ende der Krise - Europas Wirtschaft ist so etwas von gut.

Schlagzeile gleich auf der nächsten Seite: Der BDI warnt vor Wachstumseuphorie. Kein Grund zum Jubeln. Das nächste Quartal wird schlechter.

Wo ist der Wachstum? Ist etwas über Null schon Wachstum? Oder macht die Presse Wahlkampf?

Zugabe: der Stahlkonzern Salzgitter will 1500 Arbeitskräfte rausschmeißen


Kommentare:

  1. Staatsverschuldung – kurz gefasst

    "Zur Funktion einer Volkswirtschaft ist es erforderlich, dass der Geldkreislauf immer geschlossen bleibt. Um dies zu gewährleisten, müssen im gleichen Umfang, in dem die Geldvermögen zunehmen, auch die Schuldenaufnahmen ausgeweitet werden. Die Geldvermögen haben sich jedoch in Deutschland seit 1950 etwa alle zehn Jahre verdoppelt und damit – in reale Größen umgerechnet – bis 2009 auf das 46-fache vermehrt, während die Wirtschaftsleistung "nur" auf das 8-fache zugenommen hat.
    Während diese ständig wachsenden Geldvermögen in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch von der Wirtschaft über Kreditaufnahmen absorbiert werden konnten, waren seit den 1970er Jahren die Staaten zunehmend gezwungen, die entstehenden Lücken durch Schuldenaufnahmen zu schließen. Da jedoch die eskalierenden Geldvermögen auch damit nicht mehr ausreichend eingebunden werden konnten, kam es zu jenen Spekulationsexzessen bei Börsen und Banken, deren Zusammenbrüche jetzt mit Steuermitteln aufgefangen werden müssen.
    Das größte Ärgernis dieser Staatsverschuldungen von inzwischen 1,8 Billionen Euro in Deutschland ist jedoch der Tatbestand, dass sie uns gar keinen Nutzen gebracht haben. Denn den Kreditausweitungen zwischen 1970 und 2009, in Höhe von 1.596 Mrd Euro, standen in der gleichen Zeit Zinszahlungen des Staates in Höhe von 1.562 Mrd Euro gegenüber! D. h., nutzbar für Staat und Bürger waren in diesen 39 Jahren nur jene 34 Mrd Euro, die sich aus der Differenz zwischen Kreditaufnahmen und Zinszahlungen ergeben. – Profitiert hat also alleine jene Bürger-Minderheit, die dem Staat ihr Geld geliehen hat: Sie ist um 1.562 Mrd Euro reicher geworden."

    Helmut Creutz (HW_02/2011)

    Eigentlich bedarf es keines weiteren Beweises, dass Politiker keine Volksvertreter sind, sondern berufsmäßige Vollidioten (altgr.: idiotes = Privatperson; jemand, der öffentliche und private Interessen nicht trennen kann und deshalb für ein öffentliches Amt ungeeignet ist) im wahrsten Sinn des Wortes. Dabei ist zu beachten, dass sie nicht aus “bösem Willen” handeln, sondern sie wissen wirklich nicht, was sie tun.

    Dass eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstehen konnte, beruht auf einer künstlichen Programmierung des kollektiv Unbewussten, die vor Urzeiten erforderlich war, um den Kulturmenschen an ein darum bis heute fehlerhaftes Geld anzupassen – die Religion:

    Jüngstes Gericht

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  2. Danke Stefan für den ausführlichen Kommentar. War doch etwas verwundert, dass die von mir so flappsig hingeworfenen Sätze, die ein Nachdenken anregen sollten oder auch nur ein Kopfschütteln, dich dermaßen animiert haben, zu kommentieren. ;)

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