Dienstag, 24. September 2013

Auch deshalb hat Deutschland CDU gewählt

Eine kleine Episode am Rande. Da ich für ein Fandom die Facebook-Seite führe, hatte ich mich hinreißen lassen in eine Lobeshymne für die Alternative für Deutschland mal ein bisschen Sand hineinzustreuen. 

Meine kleine Anmerkung: Okay Klasse. Die AfD die Partei der Professoren und Großgrundbesitzer. Jede Putzfrau wird davon begeistert sein und jeder Bandarbeiter auch. Ist genau seine Partei. :)

Und was bekomme ich für eine Antwort? 

Können wir diesen Klassenkampf für Arme mal sein lassen? Das nervt.

Anmerkung: Die Kommentatorin hat nach eigenen Angaben nicht die AfD gewählt.

So, es nervt also viele Deutsche, dass es Arme hier im Land gibt. Dass es Leute gibt, die putzen gehen, die am Band schuften und oft für so wenig Geld, dass wir ihr Leben finanzieren müssen und die Konzerne den Gewinn der Arbeitskraft einstecken. Man will nicht wissen, wieviel Millionen ein Vorstandsvorsitzender einsteckt. Jeder könnte ja ein Vorstandsvorsitzender werden, nach Lesart dieser Spießbürger. Es ist Klassenkampf, diese Gruppe von Menschen in den Vordergrund zu rücken.

Klassenkampf wäre etwas völlig anderes, aber das wissen diese Spießer ja nicht. Soweit reicht die Bildung dann doch nicht. Schlechte Schulbildung ist schließlich das Markenzeichen dieser Republik.

Die Armen sollen am besten im Dunklen verschwinden, so dass sie nicht das Bild von dem besten Deutschland aller Deutschlande stören. 

Es nervt Deutsche, dass man auch mal an Arme erinnert.

Schließlich geht es dem Deutschen gut. Sein Konto ist prall gefüllt, auch wenn es das nicht ist. Das verschweigt man dann tunlichst. Man will unter allen Umständen zu den Gewinnern der Gesellschaft gehören. Um dazu zu gehören, verbiegt man sich bis zur Unkenntlichkeit und verdrängt diesen Vorgang noch dazu. Man macht es den 3 Affen nach. 

Man will lieb und wohlig gewärmt in seiner Einbildung sein. Bemuttert von einer Raute, die im wirklichen Leben eiskalt ist. Aber das muss man sich ja nicht vorstellen wollen, nicht wissen wollen. Und informieren muss man sich schon gar nicht. Wir leben den schönen Schein.

Humanität, christliche Werte? Das ist alles von gestern. 

Arme? Selbst dran schuld! Es gibt ja Arbeitsplätze wie Sand am Meer, nur qualifiziert muss man dafür sein. Und wenn man dann doch als Fachkraft keinen Arbeitsplatz erhält? Selbst dran schuld. Man hängt eben seine Ansprüche zu hoch. Hauptsache Arbeit!

Was ist das für eine Gesellschaft, die nur das bloße Erwähnen von Armut, von hart arbeitenden Menschen, als Klassenkampf auffasst.

Was ist das für eine Gesellschaft, die es nervt mit diesen Menschen konfrontiert zu werden. Ihr ganzes Leben hängt von diesen Menschen ab. Wenn der Bandarbeiter nicht mehr arbeitet, die Putzfrau nicht mehr putzt, dann möchte ich mal den Aufschrei dieser Spießbürger hören. Schließlich arbeiten diese auch irgendwo und hängen von der arbeitsteiligen Wirtschaft ab.

Okay liebe Kommentatorin: Reden wir nur noch von den Schönen und Reichen. Reden wir nur noch von denen, die uns abzocken, die uns in den Abgrund führen, die Kriege anzetteln und reden wir nur voller Hochachtung von ihnen. Schließlich sehen sich sehr viele Menschen mit denen Seite an Seite, aber leider nur geträumt.

Wieso wäre das für viele kein Alptraum?




Kommentare:

  1. Armut scheint ansteckend zu sein, beispielsweise wie Aids. Und Aids bekommen ja auch nur Schwule, und mit Schwulen will man schon gar nichts zu tun haben.
    :-)

    Ich klammere jetzt mal die wirklich Reichen aus, die in ihrer eigenen Gesellschaft leben, für die "andere Menschen" dazu nütze sind, ihren Reichtum zu mehren, sie aus der Vogelperspektive betrachten.

    Bezeichnenderweise sind es gerade diejenigen die prügeln, die sich diesem System hilflos (?) ausgesetzt sehen, für die der eigene Arbeitsplatz, somit auch der gewohnte Lebensstandard nicht mehr sicher ist. Und, - was mich immer wieder erschreckt -, es sind die selbst von Armut und Arbeitslosigkeit Betroffenen, die ihre Wut an den nächst Schwächeren weiterleiten. Ich denke, dies ist ein grundlegendes Problem unserer Gesellschaft. Der Geprügelte benötigt einen Prügelknaben.

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  2. Das sehe ich auch so. Wachsende soziale Unsicherheit, wachsende Individualisierung lässt die Menschen um sich schlagen, verbal oder mit Fäusten. Jeder soll sich selbst optimieren, Egoist werden und nur an sich selbst denken ist angesagt. (niemand komme mit den blöden Spruch, wenn jeder an sich selbst denkt, wird an alle gedacht). Das ist nicht mit unserer Prägung vereinbar. Wir sind eigentlich kollektive und soziale Wesen. Das sollten wir wieder lernen. Ich sehe aber in dieser Hinsicht schwarz.

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  3. Ich habe indirekt kommentiert. Hier:

    http://enpunkt.blogspot.de/2013/09/ach-die-neid-debatte.html

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  4. Wählen kann man nur dann, wenn man eine Wahl hat.

    Wir haben aber keine Wahl Wir dürfen können mögen sollen wollen nur
    unsere Stimme abgeben und für vier Jahre in einer (Wahl-) Urne begraben.
    Wir können Kreuzchen machen wo wir wollen, es wird sich nichts ändern.
    Schon gar nicht zum Besseren. Und VOR ALLEM NICHT FÜR UNS:

    In einer Welt, in der von Privaten Banken "das Geld aus der Luft geschöpft
    wird" (Fiat Money), wird die Politik IMMER im Interesse der
    Weltfinanzmafia (Euro- bzw. Bankenrettung) und GEGEN UNS gemacht.

    Dazu ein alter Witz aus der DDR. Ein Mann kommt in ein Restaurant und fragt,
    was es denn zum Essen gäbe. Der Kellner sagt: "Suppe. Sie haben die
    Wahl".

    Da fragt der Mann: "Wieso habe ich die Wahl? Sie haben doch nur
    Suppe."
    Daraufhin meint der Kellner: "Sie können wählen ob Sie sie nehmen oder
    nicht."

    Diese Wahl haben WIR NICHT.
    DIESE WAHL HATTEN WIR NIE:

    Wir Steuerzahler dürfen IMMER die Suppe auslöffeln, die uns die Politiker
    und die Bankster eingebrockt haben. Ganz egal Was oder Wen wir wählen. Ob
    wir wollen oder nicht (diese Wahlgesetz ist kein Zufall:

    Da bin ich wieder beim alten Thema angelangt. FED - EZB - Geldschöpfungsmonopol - Verschwörungstheorie.

    Entweder man klärt die Menschen auf oder läßt es bleiben.

    “Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Ich habe unbeabsichtigter Weise mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird nun von ihrem Kreditsystem beherrscht. Unsere Regierung basiert nicht länger auf der freien Meinung, noch auf der Überzeugung und des Mehrheitsbeschlusses, es ist nun eine Regierung, welche der Überzeugung und dem Zwang einer kleinen Gruppe marktbeherrschender Männer unterworfen ist.”
    Woodrow Wilson (1856-1924), 28. Präsident der USA, unterschrieb den Federal Reserve Act

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  5. @pedro bergerac: Bei mir trägst du Eulen nach Athen. Nur sehen das viele Deutsche völlig anders. Sie fühlen sich aus einem mir völlig unverständlichen Grund Wohl bei ihrer Angie. Man hat mit "Angie-Plakaten" gewunken. Das einzige, was man hier bei den Wahlen machen kann, ist: Ein bischen Sand ins Getriebe zu werfen. So verärgert man die Blockparteien, weil sie dann etwas schwerer ihren Block bilden können. Die Medien, die die Gedanken der herrschenden transportieren, ärgerten sich doch schon über die LINKE und in manchen Medien kamen sie in der rednerischen Statistik gar nicht vor. Wir sind dazu verurteilt Schwejk zu spielen, da ein großer Teil der Deutschen sich dem Denken verweigern. So etwas wie einen Herrn Wilson wird es bei uns nicht geben.

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  6. Mir ist die Sache irgendwie nicht geheuer.Obwohl die CDU immer wieder propagiert hat, dass es uns besser geht , ist es den allermeisten in den letzten 8 Jahren immer schlechter ergangen :Vom Zeitarbeiter über den Rentner bis zum "Turboabitur"-Schüler , für viele ist es schlecht gelaufen.
    Wenn es denn wenigstens tolle Wahlversprechen von der CDU gegeben hätte , aber ich kann mich überhaupt nicht erinneren , dass die CDU an mich herangetreten wäre , um mich zu überzeugen.Im Gegenteil habe ich die CDU für die Beibehaltung des Zweiklassengesundheitssystems per Email kritisiert , die Antwort erschien mir erstaunlich überheblich und siegesgewiss.
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen , dass ein 1/3 der Wähler so einen Unsinn gewählt haben sollen.Auch kann ich mich des Verdachts nicht erwehren , dass ein gewisser Peer S. dafür bezahlt wurde , der CDU jeden Tag immer mehr Wählerstimmen zuzuspielen.

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  7. @J Blum: Ich kann mir das sehr wohl erklären. Wenn ich einkaufen gehe, sehe ich in fast allen Einkaufskörben BILD. Wenn ich in unserem Einkaufscenter bin, dann sitzen viele Menschen mit der BILD herum. Dann wird - bei uns - MDR geschaut, die nur Müll erzählen. Im Bekannten- und Verwandtenkreis wird das geglaubt. Bei Unterhaltungen wird genau das wiederholt, was BILD und Co. und die Medien allgemein den Menschen suggerieren. Oft ist man beleidigt, wenn man dagegen hält oder man wird groß angeschaut: Was du nicht alles weißt, damit habe ich mich noch nie befasst. Man plappert nach! Wenn es den Menschen schlechter geht, sind die anderen dran schuld, die Migranen, die Ausländer, die Griechen, denen man das Geld in den Hintern pustet. Aber Angie ist nie dran schuld. Man hat nicht die CDU gewählt, man hat Merkel gewählt und die CDU halt mitbekommen. Merkel ist für viele eine von uns. Für Frauen endlich eine Frau (als ob Frau ein Alleinstellungsmerkmal sei) und für die Ostdeutschen eine aus dem Osten. Alles ist sie nicht, außer natürlich eine Frau. Nur Frauen an sich sind dieser Raute auch egal. Sie ist im Grunde genommen ein Neutrum an den Fäden der Mächtigen, die allen weis gemacht hat, ihre Interessen zu vertreten. Die politische Dummheit in diesem Land ist sagenhaft. Mit Erfolgt wurde ein Volk apolitisch gemacht.

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