Mittwoch, 16. Oktober 2013

Altersvorsorge per Haus?

Das ist so eine allgemein verbreitete These, dass man mit einem Eigenheim für das Alter vorsorgen könnte. 

Diese These hält der Praxis doch wohl nicht stand.

Es ist eine Lüge, wenn man sagt, dass man dann im Alter keine Miete zahlen bräuchte. Die Miete heißt nur anders und eben auch nur dann, wenn das Häuschen schon abbezahlt ist. Meist heißt Miete Ratenzahlung. Dabei muss noch bedacht werden, dass die steigenden Nebenkosten auch vor einem Häuschen nicht Halt machen. Versicherungen müssen gezahlt werden, Heizkosten, Energie, Wasser, Abwasser und was so noch alles anfällt. Dann muss man zwingend einen Grundstock dafür legen, weil ganz sicher Reparaturen anfallen, die in einer Mietwohnung von der Miete abgedeckt sind. Und wenn man "Glück" hat, verlangt die Stadt/Gemeinde oder wer auch immer dann noch irgendwelche Kosten, für Straßenbauarbeiten, Wasserleitungen und was weiß ich nicht noch alles - eben für die Infrastruktur. 

Das alles bedingt mehr oder weniger, wenn man nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, Kredite aufzunehmen. Das heißt dann wiederum: Kredittilgungsraten sind fällig. Okay, es heißt nicht Miete. Letztendlich bedeutet es aber, dass Geld von meinem Konto auf ein anderes Konto fließt, was nicht mir gehört.

Es wird immer davon gesprochen, dass ein Eigenheim eine Investition wäre. Das ist auch eine Verkleisterung der Tatsache, dass ein Eigenheim, was man selbst bewohnt, reine Konsumtion ist. Wenn es eine Investition wäre, müsste ich Geld damit verdienen können. Da ich das Haus selbst bewohne, verdiene ich nicht daran, sondern es kostet mich noch.

Eigentumswohnungen sind noch problematischer, weil man dann auf Gedeih und Verderb der Eigentümergemeinschaft verpflichtet ist. Der ist es egal, ob ich Geld für irgendeine Anschaffung oder Reparatur habe. Wenn die Eigentümergemeinschaft beschließt, muss man bluten, ob man will oder nicht. Und auch hier hat die Miete nur den Namen gewechselt.

Was will man? In dem man mit den mir unverständlichen Träumen von Eigentum spielt, will man Menschen in die Kreditabhängigkeit bringen. Abhängig ein ganzes Leben lang von dem Wohlwollen einer Bank. Niemals sicher davor, dass die Bank nicht einfach den Schuldtitel an jemanden anderes veräußert, der dann die Kredite eintreibt.

Und wie will man das stemmen, wenn man im Alter gerade mal auf Grundsicherungsniveau eine Rente hat? Wenn man keine nennenwerten Ersparnisse bilden konnte?

Eigenheime kann man nicht essen und wenn man sie veräußern muss, verliert man Geld. 

Es ist nur ein hohles Verkaufsgeschwätz mit der sonnigen Altersvorsorge dank Immobilie.

Eine Rücknahme der Rente mit 67 und der Veränderung der Rentenformel, guter Lohn für gute Arbeit, jenseits von Niedriglöhnen,  DAS ist eher die richtige Altersvorsorge.


Kommentare:

  1. Ich finde, das ist ein wenig zu vereinfacht. Während es sicherlich sehr oft in der Tat so wie beschrieben ist, gibt es durchaus auch andere Fälle.

    Grunsätzlich gilt schonmal: Ist das Eigenheim, ganz gleich ob Haus oder Wohnung, schon komplett abbezahlt, wenn die Rente einsetzt, sieht die Sache schon sehr viel rosiger aus - die Schwierigkeit ist hier, vorab zu wissen, ob das gelingen wird. Gerade für Geringverdiener sicherlich keine realistische Annahme. Gelingt es, sind die Kreditraten nicht mehr fällig, wenn man in Rente ist, und somit braucht man in der Tat keine Miete zu zahlen.

    Sonderfall Eigentumswohnung: Die Risiken bei Eigentumswohnungen sind ganz klar real, aber es sind andererseits nur Risiken - es kann gut gehen, es kann schief gehen. Das gleiche gilt aber auch fürs Mieten - man kann an Vermieter geraten, die sich um nichts kümmern, man kann Opfer von vorgetäuschtem (oder gar tatsächlichem, das macht es nicht besser) Eigenbedarfskündigungen werden, man kann Opfer von Mietermobbing werden, weil man nicht lukrativ genug ist, man kann mit Luxussanierungen konfrontiert werden.

    Den Risiken, denen man als Eigenheim-Besitzer begegnet, stehen vergleichbare Risiken als Mieter gegenüber.

    Alles steht und fällt mit der Frage: "Gelingt es, das Eigenheim bezahlt zu haben, bevor man in Rente geht?" Das ist gewissermaßen eine Art Lotterie. Gelingt es, spart man in der Tat - der Kredit ist abbezahlt, die Bank hat sich zu Ende verdient, alles ist gut. Naja, halbwegs. Natürlich darf man nun nicht glauben, man hätte keine Kosten mehr, aber im Allgemeinen sind die monatlichen Kosten zur Rentenzeit bei fertig gezahltem Kredit sehr viel niedriger als wenn man zur Miete wohnt.

    Das eigentliche Problem ist m.E. eher: Das ist nicht was für jedermann. Zunächst einmal muss, vor der Rente, das Einkommen stimmen, damit die Raten auch wirklich ohne Mühe gestemmt werden können, auch wenn es mal finanzielle Schwierigkeiten geben sollte, bspw. durch unerwartete Kosten (neues Auto, neue Heizung, etc.). Dann sollte der Arbeitsplatz zumindest seinem Wesen nach 'sicher' sein - kein Job in einer bereits schwächelnden Branche, keine befristeten Jobs, etc.
    Mit diesen Vorbedingungen ist bereits der größte Teil aller Arbeitnehmer in Deutschland ausgeschlossen. Für den Rest kann ein selbstbewohntes Eigenheim durchaus eine sinnvolle Sache sein - und in gewisser Weise durchaus eine Art Altersvorsorge, wenn auch keinesfalls ein Ersatz für eine Rente. Aber allein die Gewissheit, dass es nicht passieren kann, dass man die Wohnung gekündigt bekommt, wenn man schon alt ist, kann sehr angenehm sein - wenn man sich das leisten kann.
    Wenn Mann oder Frau dann aber doch arbeitslos wird, trotz sicherem Job, toller Ausbildung, etc., dann wird es eklig. Eine gehörige Portion Mut gehört da schon dazu. Oder eine wohlhabende Familie, die im Zweifelsfall einspringt, das geht natürlich auch.

    Wenn aber die Finanzierung nicht zumindest ziemlich rosig aussieht, dann würde ich von einem Eigenheim-Erwerb stets abraten, den hat man erst einmal gekauft, kann man auf eine veränderte Situation nicht mal eben mit dem Umzug in eine billigere Wohnung reagieren, kann nicht eben mal der Arbeit hinterher umziehen, etc.

    Alles in allem: Teils-teils.

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  2. die brd wird wieder einmal von der FED regiert







    zur info

    http://der-klare-blick.com/2013/10/das-falschgeldsystem-sehr-anschaulich-erklart/


    oder direkt

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=iFDe5kUUyT0



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  3. @kleinalex: Du hast Recht, es ist vereinfacht, aber eben für die Mehrzahl der Eigenheimbesitzer zutreffend. Und mal nachgedacht, welcher Arbeitsplatz ist heute noch sicher? Große Unternehmen, wo sich die Menschen als "Familien"mitglieder dachten, entlassen haufenweise. Banken, wo die MA dachten, dass man einen goldenen Löffel gestoheln haben muss, um rauszufliegen, entlassen. Fachkräfte stehen auf der Straße, studierte und nicht studierte. Alle die werden in Niedriglöhne gezwungen. Promovierte Leute stehen auf der Straße und hangeln sich so durch die Tage des Jahres. Es ist nichts mehr sicher! Was weiß man denn, wie die Rente mal aussehen wird, wenn man vielleicht in jungen Jahren anfängt zu bauen. Was weiß man, wie seine berufliche Situation aussehen wird in einem Jahrzehnt später? Was weiß man, wohin man gehen muss, um seinen Lebensunterhalt verdienen zu können? Ein Haus zur Altersvorsorge jemanden einzureden, ist ein Hasardspiel, ähnlich der Heuschrecken an der Börse. Es hat nichts mit Mut zu tun, sondern mit keiner Vorstellungskraft, wohin die Gesellschaft driftet. Es sei denn, man ist wohlhabend. Das trifft aber auf die wenigsten zu.

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