Freitag, 25. Oktober 2013

Kinder sind Kinder sind Kinder

Ein Aufschrei geht durch die Medien. Man denke, über eine Million Kinder leben in Deutschland in Armut. Na, wenn das keine Neuigkeit ist! Was haben die Medien gedacht, wie es ist, den Niedriglohn in Deutschland gut zu finden? Niedriglohn ist Niedriglohn ist Niedriglohn. So einfach ist das. Und wenn Deutschland den florierendsten und größten Niedriglohnbereich in der EU hat, sind natürlich auch Kinder von der Armut ihrer Eltern betroffen. Nicht nur Menschen, die in H4 leben sind arm auch andere, die mit zwei, drei Jobs irgendwie versuchen über die Runden zu kommen. Menschen, die in Teilzeit abgeschoben werden. Alle landen irgendwie als Aufstocker im System. Dazu kommen noch die Familien, die gerade so über dem Aufstockerbetrag liegen. Reich sind die auch nicht. Die wissen meist ebenso nicht, wie sie einen Monat lang über die Runden kommen sollen.

Irgend so ein Oberschlauer musste da in einer Nachrichtensendung seinen superschlauen Kommentar dazu geben. Ich weiß nicht wer es war, da ich im angrenzendem Zimmer war und nur die Nachrichten im Fernsehen gehört habe. Dieser Oberschlaue meinte doch, dass man aufhören solle Kinder als Kinder zu sehen. - Man höre und staune! Und als was solle man sie dann sehen? Wer unsere Neoliberalis kennt, kann es sich schon denken. - Man solle die Kinder nicht als Kinder sehen, sondern als zukünftiges Humankapital.

Peng! Da ist es wieder. Der Mensch darf kein Mensch sein und Kind schon gar nicht. Er soll das kapitalmehrende Objekt einer Klasse sein bzw. werden, die den Hals nicht vollbekommen kann. Ein Kind hat als Kind keine Existenzberechtigung. So einfach herumspielen, geht nicht.

Man könnte doch auch auf die Idee kommen, dass eine Gesellschaft so human sein könnte und seinen Mitgliedern ein auskömmliches Einkommen ermöglichen würde. Und wer kein eigenes Einkommen erzielen kann, sollte doch wohl so viel erhalten, dass er und seine Kinder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. 

Dazu gehört, dass ein Kind Spielzeug haben kann und nicht nur irgendwelches vom Müll, sondern auch solches, was andere Klassenkameraden haben. Dazu gehört, dass man mit seinem Kind den Zoo besuchen kann.

- Eltern-Kind (ein oder beide Elternteile und ihre Kinder bis 14 Jahre) mit Leipzig-Pass müssen schon 18 EUR Eintritt für den Leipziger Zoo im Winter zahlen und im Sommer 22 EUR. Bei Eltern-Kind nur mit Leipzig-Card sind das schon 30 EUR im Winter und 35 EUR im Sommer. Normal kostet eine Karte 14 EUR im Winter und 17 EUR im Sommer. Und das ist nur der Eintritt. Eine Bootsfahrt durch das Pongoland kostet extra. Ein Kind will vielleicht auch mal eine Cola trinken, eine Wurst essen oder ein Eis. -

Wer soll dass dann bezahlen können? Die Beträge müssen angespart werden und fehlen dann woanders.

Ach so, Kinder sind Humankapital für morgen. Also füttern wir sie heute, damit sie morgen nicht beim Hungerlohn vor der Maschine zusammenbrechen? 

Nee, soweit geht die Liebe nun auch wieder nicht. Die Regierung plant z.B. Verschärfungen bei H4 wie auf der Hompage gegen Hartz IV zu lesen ist.

Kinder Humankapital für Morgen!

Menschenverachtender geht es kaum noch? Aber ja, es geht noch ein Tick schärfer. Wer sagt denn, dass, wenn diese Kinder ins arbeitsfähige Alter kommen, nicht Arbeitslager existieren werden? Wir Deutschen wissen doch wie sowas geht. Arbeitszwang haben wir ja schon. Es fehlt also nur noch eine Kleinigkeit. Millionen Menschen leben heute schon in der EU als Sklaven. Es dürfen sicherlich auch  noch gern ein paar mehr sein, später dann ... so sprechende Werkzeuge ... Eine ehemalige Ministerin in Rheinland-Pfalz hatte schon vor ein paar Jahren gesagt, als sie (wir waren in hörweite dabei) ein ausgegrabenes römisches Gut besuchte, dass es den Sklaven doch bestens gegangen sei, wenn man das so sähe, wohl besser als deren Besitzern. Irgendein Strippenzieher wird es schon durchsetzen. Und es wird von den kleinbürgerlichen Schichten regen Beifall dafür geben, da sie in ihrer Einbildung dagegen gefeit sind.





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