Montag, 14. Oktober 2013

Man hungert

Die meisten Menschen wissen das. Hunger aller Orten: in Afrika, in Lateinamerika, in den USA, in Asien, auch in China und neuerdings in Europa. Das erste Mal nach dem 2. Weltkrieg wird es in Großbritannien ein Winterhilfswerk geben. 

Gauck will uns deshalb in der "Woche der Welthungerhilfe" ein schlechtes Gewissen einreden. Wir alle müssen gegen den Hunger in der Welt etwas tun. 

Wer ist WIR? Also ich gehöre nicht dazu.

Es würde nichts helfen, wenn ich irgendwie, irgendwohin, einen Taler für irgendetwas spendete. Der Hunger in der Welt würde dadurch nicht gelindert.

Ich bin nicht WIR.

Ich bin nicht Monsanto, Bayer oder die BASF! Ich entwickle kein Saatgut, was eigentlich tot ist, weil man es nicht wieder zur Neuaussaat verwenden kann. Ich manupuliere die Gene der Pflanzen nicht, die im Gegenzug tote Erde hinterlassen, die nicht mehr bebaubar ist. Ich entwickle keine Pflanzenschutzmittel, die Menschen krank machen und/oder töten und Wüsten hinterlassen.

Ich bin nicht die Kosmetikindustrie, die nach Palmöl giert. Ich will nicht, dass Urwald gerodet wird für Palmölpflanzen. Dort wird das Klima unseres Planeten vorrangig bestimmt. Ich will keine irgendwie gearteten sogenannten Antiaging-Produkte und ich kaufe auch so etwas nicht. 

Ich bin nicht Nestlé, das die Wasserresourcen vieler Länder klaut, ausbeutet, um sagenhafte Gewinne einzustreichen. Mir gehört Nestlè nicht, also kann ich dagegen auch nicht allzuviel machen. Es hat sich gezeigt, dass auch Bürgerproteste in den Regionen, wo das Wasser gestohlen wird, nicht allzuviel bringen. Aber man muss natürlich protestieren. Ohne Proteste hat man von Anfang an verloren.

Ich bin kein Konzern, der Land den Bauern wegnimmt, um selbst irgendwelche Monokulturen anzubauen. Ringsherum findet ein Sterben der Menschen statt. Ich verjage keine Bauern von ihrem Land, weil ich es haben möchte.

Ich bin kein Konzern, der seltene Erden wegen ein paar doofen Handys "abbaut" und damit Ackerland oder andere wertvolle Landschaften verwüstet, so dass hinterher nichts mehr dort wächst.

Ich exportiere keine gebrauchte Kleidung von Europa nach Afrika und bringe den Markt dort zum kolabieren. Ich werfe keine Kleidung in diese Container.

Ich exportiere keine Hähnchenreste, die man in Europa angeblich nicht verkaufen kann und ruiniere die bäuerlichen Märkte anderswo.

Ich verkaufe auch kein Milchpulver nach Afrika und bringe dort die Milchwirtschaft zum Erliegen. 

Ich subventioniere keine Produkte, die anderswo die Menschen arm machen.

Ich produziere keine Rosen in Afrika oder andere Blumen, damit hier die Menschen zum Valentinstag ihren billigen Blumenstrauß haben und in Afrika die Menschen an dem Gift erkranken und das Land der Nahrungsmittelproduktion nicht mehr zur Verfügung steht.

Ich konkurriere nicht alle Länder der Welt in Grund und Boden, damit die sich nicht mehr selbst ernähren können. Ich habe keinen Exportüberschuss, dem die Schulden der anderen gegenüberstehen. Ich betreibe kein Nullsummenspiel, um mein Milliardenvermögen noch einmal zu erhöhen. Ich habe und will kein Milliardenvermögen. Wozu auch?

Ich stachle keine irgendwie gearteten Fundamentalisten in den arabischen Ländern an, Tod und Verderben zu säen. Ich unterstütze keine Kriege. Ich will keine Kriege führen. Ich will, dass deutsche Soldaten, wenn es überhaupt nötig ist, solche zu haben, in den Kasernen bleiben und nicht irgendwo in der Welt herumhopsen und töten. 

Ich zettle keine Kriege an, in dessen Gefolge die einheimische Wirtschaft in diesen Ländern, vor allem die Landwirtschaft, brach liegt.

Kriege bedeuten Hunger, Herr Gauck. Wenn ich mich recht erinnere, wollen aber gerade Sie, dass Deutschland vermehrt kriegerisch tätig wird. Sie nennen das Verantwortung. Ich nenne das Mord an Menschen, an Ressourcen und Armutstreiberei.

Ich, Herr Gauck, unterstütze keine Islamisten, die Menschen töten und die vielen kleinen Handwerksbetriebe, von den bäuerlichen Betrieben ganz abgesehen, in diesen Ländern schädigen. Ich bin nicht diejenige, die Hand-in-Hand in Syrien mit der Al-Nusra-Front marschiert und verbranntes Land hinterlässt.

Ich will nicht, dass Menschen aus ihrer Heimat flüchten müssen, weil von der NATO oder der CIA unterstützte Banden nur Hunger und Elend bringen. 

Ich will nicht, dass Menschen aus ihrer Heimat flüchten müssen, weil große Konzerne einfach Land stehlen und somit die Bevölkerung dem Hunger preisgeben.

Auch hier in Deutschland, Herr Gauck, gibt es Kinder, die nicht genügend zu Essen haben. Sie sprechen großspurig davon, dass gerade in den ersten zwei Jahren Kleinkinder gesund ernährt werden müssen. Und wie stehen sie zu HartzIV? Jeder weiß, dass man mit dem Kindersatz KEIN Kind gesund ernähren kann. Ich habe keine Empörung darüber von Ihnen gehört. 

Sie meinen, dass man mit den Bemühungen, den Hunger abzuschaffen, nicht aufhören dürfe? 

Oh ja, man darf! Man sollte endlich mit den Bemühungen aufhören und etwas TUN! 

Nur, dann müsste man ja den Konzernen auf die Füße treten. Man müsste deren Gewinne beschneiden. Man müsste sich in der Welt dafür einsetzen, dass die Produktion von Waren unter menschenwürdigen Bedingungen verläuft. Man müsste dafür eintreten, dass Menschen nicht über die Hälfte des Tages sozusagen gefangen z.B. an der Nähmaschine sitzen müssen. Man müsste endlich der Privatisierungswut Einhalt gebieten. Man müsste für faire Bedingungen im Welthandel eintreten und den Mensch nicht nur als billiges Anhängsel von Produktionsabläufen verstehen. 

Der Mensch ist kein Objekt. 

Lieber Herr Gauck, ich habe nicht gehört, dass Sie davon sprachen. Sie stellen nicht die Gewinnsucht der Konzerne in Frage. 

Sie wollen Almosen verteilen.

Hunger ist menschenunwürdig! Stimmt! Verteilte Almosen empfangen zu müssen - AUCH!




Kommentare:

  1. ..man müßte also die bestehende Gesellschaftsordnung erneuern, um diese Misere in den Griff zu bekommen.(Marx, Engels, Lenin)
    . und der gute G ist ein Quatschkopf!
    Warum wohl wurde er auf den Stuhl gehieft?
    Wegen ihm wurde sogar das Konkubinat gesellschaftsfähig gepredigt.
    Eigentlich in einer bürgerlichen Gesellschaftsordnung unmöglich.
    Barnimer

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  2. Hallo Barnimer: Konkubinat? Seine Lebensgefährtin als Konkubine zu bezeichnen, was das sicherlich bedeuten soll, ist 1. falsch, 2. Hinterwäldlerisch und 3. ist eine Herabsetzung von Frauen. Auch das Bürgertum heutzutage lebt zum großen Teil nicht mehr in den 1950er Jahren. Die anderen sind wohl eher die Spießbürger.

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  3. ..Guten Abend, Du hast die Satire nicht vertanden. Bis zu dem Zeitpunkt BP G war diese Partnerschaft im Offiziellen nicht up to date..
    Mir ist das wurscht. Schon meine Großmutter sagte: "einer liebt Vater, der Andere Mutter!"
    Es ist doch selbsam, dass es eine Befreiung erst mit Herrn G gab.
    Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
    Barnimer

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  4. Das war Satire??? Nun die verstehe ich bis jetzt nicht.

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  5. wunderbar, wie du mit diesem "wir", daß uns allen immer die schuld an all den verbrechen einiger weniger in die schuhe schieben will, abrechnest.
    denn es sind ja leider nicht nur "qualitätsjournaille" und wirtschaftskriminelle, die uns, besonders wenn wir auch noch arm sind, immer die verantwortung für hunger , not und elend zuschieben wollen, sondern auch all die "betroffenheitsbürger" aus der taz-grünlichen ecke,die diese ablenkungsmanöver der eliten gerne weiterverbreiten.

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  6. Danke Landbewohner. Ja, mich nervt das unheimlich. Wir werfen ja auch alle Lebensmittel weg, obwohl nachweislich nicht wir Bürger das mehrheitlich sind.Ich habe heute einen Artikel in der Jungen Welt gelesen, da wird gezeigt, wie aus einen nichthungernden Syrien durch Krieg verhungernde Kinder gemacht werden. Und NUR diese gesellschaftlichen Verhältnisse sind Schuld am Hunger in der Welt.

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  7. Hallo

    leider finde ich keine email in der ich um die erlaubnis bitten kann, diesen post zu verlinken/weiter zu veröffentlichen.

    darum mach ich das einfach mal hier:

    darf ich? =)

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  8. Hallo Switch, ganz oben auf meinem Blog steht, dass alle Texte CC sind und ganz unten steht, dass man meine Texte mit Nennung des Links nehmen darf. Also Dankeschön, wenn du es woanders bringen willst, gerne.
    Grüße PeWi

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