Montag, 13. Januar 2014

Klavierunterricht für Soldaten

Es kann aber auch Flötenunterricht sein ...

Die Bundeswehr gesehen als ein Unternehmen, wie  McDonalds oder auch den Schraubenwürth. Geschehen durch unsere neue Kriegsministerin, der aus feudalen Kreisen stammenden großbürgerlichen von der Leyen.

Die Bundeswehr als das Wohlfühlunternehmen überhaupt in Deutschland. Wo könnte man sich auch wohler fühlen: sichere Arbeitsplätze inklusive Reiseunternehmen. Sie sehen die Welt mit unserem Reisebüro - Ihre Bundeswehr, könnte eine Schlagzeile sein. 

Am Ende der Laufbahn können Tod oder Verkrüppelung physischer oder psychischer Natur stehen. Das verschweigt die Leyenspielerin aber. 

Die Bundeswehr ein Unternehmen wie "xyz"?

Die Bundeswehr ist eine Armee. Im günstigsten Fall schützt die Armee uns vor äußeren Angreifern; im ungünstigsten Fall für jeden vernünftig Denkenden - wie im Koalitionsvertrag vorgesehen - werden die Soldaten aggressiv eingesetzt. Wehe wenn andere Länder ihre Rohstoffvorkommen uns nicht für'n Appel und nen Ei überlassen wollen, dann könnte die Bundeswehr diesen Ländern die Hammelbeine langziehen und sie bombardieren, die Bevölkerung drangsalieren oder töten mittels einer AK 47 oder einer Drohne, irgendwo in einem angenehmen Raum den Joystick bedienend.

Die Bundeswehr ist eine Armee. Der Auftrag von Soldaten ist - zu kämpfen. In Kämpfen sterben Soldaten: Köpfe werden abgerissen, die Hände, die Beine, der Körper wird zertrümmert, Gehirnmasse im Terrain verstreut, Blut vergossen, Augen zerschossen und Gedärme quellen aus zerschossenen Bäuchen heraus. Das ist Krieg. Das ist der Preis, den Soldaten zahlen, wenn sie bei der Bundeswehr anheuern wollen. Keiner weiß, wen es treffen wird. 

Beim ollen Schraubenwürth habe ich noch nicht gehört, dass man erschossen werden kann. McDonald kann sein wie es ist, aber verstümmelt wird dort keiner. Und Posttraumatische Belastungsstörungen kann man beim allseits beliebten Hassunternehmen Amazon auch nicht bekommen, höchsten einen Burn-out (was schon schlimm genug ist), welcher aber, mit dem verglichen, was Soldaten durchmachen, nichts ist.

Die Bundeswehr ist mitnichten ein Unternehmen wie jedes andere in Deutschland. Wer das behauptet - lügt. 

Teilzeitarbeit, Mütter- oder Väterzeit, Kindertagesstätten sollen ein normales Unternehmen suggerieren. Das alles zielt auf arbeits- und perspektivlose Jugendliche vornehmlich aus den Armutsgebieten in Deutschland. 

"Seht her - wir sind ein Unternehmen wie Kraus-Maffei" 

Nur, die bauen und verkaufen Waffen und die dort Arbeitenden töten nur mittelbar. Soldaten aus dem ach so kuscheligen Weltunternehmen Bundeswehr sterben durch diese Waffen, die ihre deutschen Nachbarn aus ihrem Wohnviertel fertiggestellt und in alle Welt verkauft haben.

Bundeswehr ein normales Unternehmen? Ein Wohlfühlunternehmen? Eins, wo man Klavierspielen* lernen kann? Eins, mit tollen Arbeitszeiten für Eltern? Eins, wo man einen Aufstieg hinlegen kann in höhere Gefilde (falls man überlebt)? Eins, wo man die Welt besichtigen kann und dafür noch ein Gehalt bekommt?

Bundeswehr ein normales Unternehmen? 

Für die Leyenspielerin sicherlich. Ihre Kinder würde sie wohl nicht nach Afghanistan schicken. Die sind für Höheres vorgesehen. Für Kriege sind die Prekariatskinder schließlich da. Die Armen, die Kinder, die überflüssigerweise in die Welt gesetzt werden im Auge dieser Großbürgerlichen oder im Auge eines Sarazzins. Irgendwo in der Welt können sie sterben, dann wollen sie wenigstens kein H4. Hinterher, wenn sie weg sind, können wir sie ja ehren und ihrer  auf einer Steintafel gedenken: Es opferten sich für Frieden und Freiheit die Söhne und Töchter von ... Wir ehren sie. Sie sind für die Sicherung der Menschenrechte für uns gefallen.

Gefallen sagt man, verniedlichender Weise. Gefallen! So als ob ein Kind hinfällt und sich das Knie aufschlägt. Gefallen. Ermordet und getötet für das Großkapital sind sie. Die Geschichte, geschrieben von den Herrschenden, hat das schon immer zu verschleiern gewusst.

Vielleicht kann die Leyenspielerin nun den Soldaten Klavierunterricht verordnen. Bei den Prekariatskindern hat sie es ja nicht geschafft. Deren Leben wollte sie nicht verbessern. 

Mir kommt das so vor, als ob sie zu jemanden in die Todeszelle geht und fragt: Was kann ich für Sie noch tun? Was soll Ihre letzte Mahlzeit sein?

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* Natürlich hat sie keinen Klavierunterricht für die Armee angeregt, nur kam mir das so in den Sinn, weil sie als Familienministerin das immer allen verordnen wollte, statt den Kindern wirklich zu helfen.

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PS um 13:55: Sicherlich, das will ich noch bemerken, würde es allen besser gehen, wenn die Bundeswehr nur noch Klavier spielen würde.



Kommentare:

  1. Es zielt sicherlich auf Jugendliche, die in der Haupt- oder Realschule schon damit rechnen müssen, ausgesiebt zu werden. Diesen Gedanken hatte ich heute auch schon, und ich denke, dabei liegen wir richtig. Ich gehe sogar soweit zu spekulieren, dass die Agenda 2010 (Hartz IV) u.a. diesen Zweck erfüllen soll. Die Bezeichnung "Arbeitgeber" spricht dafür und ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Bin gespannt, ob Arbeitsagenturen/Jobcenter hierbei verstärkt Werbung betreiben, damit der Nachwuchs an Soldaten gesichert ist. Gibt sicherlich genug junge Menschen, die sich dafür begeistern, bis sie die Realität einholt. Und es gibt sicherlich auch genug Eltern, die ihren Kindern raten: "Geh doch zur Bundeswehr."
    Und das 69 Jahre nach dem 2. Weltkrieg ...

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  2. @frei-blog: Stimmt. Ich hoffe, es wir nicht so kommen, dass die Jobcenter Menschen in eines "der besten Unternehmen in Deutschland" presst und bei Nichtannahme dieses tollen Jobs Sanktionen einleitet. Aber man kann gar nicht dumm genug denken, um nicht von der Wirklichkeit eingeholt bzw. überholt zu werden.

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