Dienstag, 14. Januar 2014

Teil 2 - Familienfreundliche Armee

Familienfreundliche Armee? Das ist schon ein Widerspruch in sich, da Soldaten lt. Auftrag Männer, Frauen und Kinder - also Familien - töten. Okay, das sind nicht ihre eigenen Kinder, aber eben Kinder.

Warum Teil 2? Gestern sah ich im Fernsehen einen Beitrag zur Unterstützung der Kriegerfrau für eine kuschlige Bundeswehr. Ich zappte zufälligerweise dorthin und nach einigen Sätzen floh ich förmlich. Besser gesagt: Ich betätigte den Ausschaltknopf!

Ein Reporter besuchte einen General in einer Leipziger Bundeswehrkaserne. Der General, honigtriefendes Lächeln aufgesetzt, erklärte den Reporter, wie kuschelig heutzutage schon die Bundeswehr sei. Er führt ein Kombizimmer vor. Der Soldat hatte sein Büro. Soldat und ein Büro! Dort konnte er arbeiten. Und der andere Teil seines Büros war ein Spielzimmer, wo er seinen Nachwuchs mitbringen konnte, gern auch zwei oder drei Kinder.

*

Man stelle sich mal folgenden Dialog vor: "Papi, was spielst du dort auf deinem Bildschirm."

"Nichts weiter mein Sohn. Ich spiele eben nur."

"Fein Papi, meine Playstation hat auch so einen Joystick."

"Siehst du, mein Sohn, ich habe auch so etwas wie eine Playstation. So etwas Ähnliches zumindest."

"Papi, spielst du "Battlefield"? Vielleicht sogar "Battlefield 4"? Oder spielst du "Call of Duty"?"

"Mein Sohn, gib Ruhe! Ja, so etwas Ähnliches spiele ich. Komm mal her und schau dir das an. Hier siehst du ... hier lenke ich das Ding - Drohne genannt - ins dort markierte Ziel."

WUMM - KRACH! 

"Siehst du, das Haus ist kaputt. Und pass auf, jetzt noch eine auf die, die das Haus vielleicht noch kriechend verlassen können. Siehst du sie? Dort!"

WUMM - KRACH! 

"Auf welchen Level spielst du, Papi?"

"Auf den höchsten mein Sohn, auf dem höchsten. Ich verliere nie."

*

So oder ähnlich könnte es im Büro-Spielzimmer vielleicht aussehen.  (Für Feministinnen kann Soldat/Sohn durch Soldatin/Tochter gern ersetzt werden oder alles mit großem "I" geschrieben werden)

Dieses Modell könnte sehr gut erweitert werden: Abenteuercamp für die Kleinen in Kunduz, Ozean-Wettschwimmen für sie am Horn von Afrika oder irgendwo in den Wüsten der Welt: Wer kann eine Sandburg mit Wüstensand bauen?  

Schließlich ist es nicht die vornehmlichste Aufgabe eines Soldaten am Schreibtisch zu sitzen. Dort sitzen eigentlich nur Bürohengste für Versorgung u.ä. sowie Generäle und Oberste, die dann einen Exodus von der Ferne her befehlen, wie der damalige Oberst Klein und danach aufgestiegene Brigadegeneral (?). Also muss die Kinderbeschäftigung dem Standort überall auf der Welt angepasst werden.

Der Reporter wollte nun ganz witzig werden und fragte den General, ob dieses Arbeits-/Spielzimmer provisorisch hergerichtet worden wäre. Der General lächelte weise vor sich hin: Sieht das nach Provisorium aus? 

Danach hielt ich es nicht mehr aus und schaltete den Fernseher ab.




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