Mittwoch, 11. Juni 2014

Hilfe - sie kommt!

Nur noch ein bisschen schlafen und der Wahnsinn erreicht eine neue, weitere Stufe. Die Fußball-WM steht vor der Tür. Eigentlich ist sie schon längst ins Zimmer getreten.

Bei REAL gibt es z.B. Fußballeier! Fußballeier? Man hat die Eier wie einen Fußball gefärbt mit schwarzen Flecken drinnen, wie eben ein Fußball für Lieschen Müller oder Hans Jedermann auszusehen hat. Hat nichts mit dem offiziellen WM-Ball zu tun.

Die Pop-Sternchen männlich oder weiblich reißen sich darum DEN Fußball-WM-Hit zu landen. Fast an jedem Tag wird man mit irgendwelchen blöden Liedchen geträllere hymnenmäßig beträufelt oder es wird wie immer gerapt, dieses Mal mit WM-tauglichen Texten - meint man zumindest. Ich kann das nicht bestätigen, weil ich gerapte Worte zu weniger als 50 % verstehe, akustisch meine ich. Vielleicht ist das so, wenn das Gehör schon etwas gealtert ist. Merke: Hauptsache dabei sein und absahnen.

Und es gibt ihn doch noch - den Bundesrat!

Nach der Wahl hatte ich mich schon gefragt, ob es denn den Bundesrat überhaupt noch gibt oder ob er völlig in die Bedeutungslosigkeit versunken ist. Merkel als Mutti braucht keinen Bundesrat mehr. Und eine Regierung mit satter Mehrheit, die das GG nur mit ihren Stimmen ändern kann - sicherlich auch nicht.

Nun haben wir alle Weltbewegendes vom Bundesrat hören dürfen. Er hat uns klar gemacht, wie wichtig "SIE" für unser Leben ist. Was zählt es, wenn hierzulande immer mehr Menschen in die Armut rein"wachsen". Was zählt es, dass die Infrastruktur bröckelt. Wer benötigt schon Straßen, die einen von A nach B bringen. Die Oligarchen wohnen woanders. Wer will schon funktionierende Schulen und Schulgebäude. Selbst schuld, wenn man nicht in die Montessorie-Schule gehen will. Von Können reden wir nicht. Viel, viel wichtiger ist für das Volk, dass es bis in die Puppen die "Leichen beschauen" darf, auf Großleinwänden und dabei im Pidgin-Englisch etwas "to go" dabei haben kann, bzw. kaufen soll. DAS ist Leben, so prall gefüllt wie es sein sollte. Im alten Rom waren die Volksbelustigungen zwar ein bisschen blutiger, aber wir sind heutzutage zivilisierter und begnügen uns mit in-die-Beine-getreten-Millionären. Da ist Vergnügen drinnen, man darf aus Herzenslust schimpfen - öffentlich - wenn es die volksgemeinschaftlichen eigenen Millionäre trifft und jubeln wenn es die ethnisch fremden Millionäre trifft. Wie schön ist doch die Welt und sie wird mit jeder Flasche Bier und jeder Pizza to go noch viel schöner. Es darf uns an nichts fehlen. Die Industrie hat sich sehr viel Mühe gegeben, um uns zu beglücken. Sammelkarten gibt es, Hüte, Ketten, Rasierapparate, wo man sich je nach Lust und Laune ländermäßig, nationalstaatlich rasieren lassen kann. 

- Bitte nicht verwechseln mit dem täglichen Rasieren unserer Geldbörsen im Alltag. - 

Die Bahncard ist im neuen Gewand dabei. Schließlich darf kein Lebensbereich schwarz-rot-golden unberührt bleiben. Nur das Toilettenpapier ist noch so, wie es ist. 

T-Shirts muss jeder haben - und nicht nur das schwarz-weiß-rote (mit dem winzigen übersehbaren goldenen Streifen -, sondern - wenn schon, denn schon - in aufdringlichem Streifen schwarz-rot-gold. Wer nun glaubt, dass das alles war, irrt sich. Die weltgewandte bayerische Fanin kommt im schwarz-rot-gold-Dirndl zur Leichenschau in die Innenstadt. Damit andere Faninnen auch mithalten können, bietet der Handel für alle modische Kleidung in den deutschen Farben gehalten - in schwarz-rot-gold meine ich dabei. 

Leider haben sich RTLII oder Pro7 nicht sonderlich angestrengt. Sind wir Menschen nicht wettbewerbsgeil? Warum gibt es bei Pro7 nicht eine schwarz-rot-goldene Wettbewerbs-Show mit - auch ihr wisst schon mit wem. RTL II bietet uns auch keine neue Dokusoap im Banne der schwarz-rot-goldenen Flagge. Der Bundesadler darf auch mit drauf. Der macht sich so schön martialisch. Vom Bundesadler weggerafft - oder so ähnlich. Den jungen Adlern zum Fraß vorgeworfen - könnte auch schlagzeilenträchtig sein. Man kann sich eben auf niemanden verlassen.

Und - Hand aufs Herz und nicht gelogen - wer wagt es, ohne schwarz-rot-goldene Schminke auf die Straße zu treten, gar noch bei Aldi einkaufen zu gehen oder wahlweise auch bei H&M? Niemand!

Bei all diesen hoch wichtigen Angelegenheiten, um unsere Jungs, unsere Millionäre mal kräftig unter die Arme zu greifen bis wir heiser sind, greifen wir NICHT zur Vuvuzela. Die ist sowas von out. Wir trommeln. 

Und die Brasilianer? Die gehen uns nichts an. Wir lassen uns doch nicht die Laune von den zur Obdachlosigkeit verdammten verderben. Wieso kaufen sie sich nicht ein neues Haus, wenn das alte schon so schlecht war, dass es zusammengeschoben werden musste. Wo sollten denn sonst die Fußballstadien hin. Von den paar Steuergroschen, würden die Armen in Brasilien auch nicht reich. Die Schulen würden nicht besser werden, die Arbeitsplätze nicht so herpurzeln, damit jeder auch sein Auskommen hat. Was interessiert es uns, wenn unsere Millionäre kicken, dass Familien dort hungrig zu Bette gehen, falls sie überhaupt ein Bett haben. 

The Show must go on! Und wenn die ganze Welt verhungert oder im Elend dahin vegetiert - wen kümmert's. 

Der Ball ist rund und der Kopf leer. Und weil der Kopf leer ist, muss er mit Fußballhymnen, Alkohol und sinnlosen Konsummüll gefüllt werden. Und damit diese Dinge im Kopf nicht scheppern, muss als Schmier- und Füllmittel der gemeinsame Spaß dazwischen gestopft werden. Wir Deutschen stehen eben zusammen, komme, was wolle. DAS zu vermitteln, haben sich die Medien zur Hauptaufgabe gemacht. Gibt es Wichtigeres im Leben?

Oh vielleicht doch: der böse Russ! Auf den werden wir wohl nicht verzichten dürfen. 

Sonst? Alles Palletti hier im Land der Zipfelmützen. Wir sind voll drauf. Was morgen kommt? Das interessiert uns nicht. Ob wer morgen arbeitslos wird? Aber in unserem erfolgreichen Wirtschaftssystem doch nicht. Und wer auf H4 ist? Selbst schuld. Überall werden Fachkräfte händeringend gesucht. Da ist es doch plausibel notorische Faulpelze abzustrafen und die ohne Nahrung, Geld, Strom, Miete zu lassen. Wer nicht hören will, muss fühlen. Im 19. Jahrhundert gab es doch auch Arbeitshäuser. Ungarn z.B. ist in dieser Beziehung Vorreiter. Da werden Obdachlose, die im Freien schlafen ins Gefängnis gesteckt. Also zurück ins 19. Jahrhundert, ausgestaltet durch Facebook.

Ich bin Heidin und bete zu allen Göttern der Welt: Mach es, dass die deutschen Millionäre KEIN Fußballweltmeister werden.

Vielleicht erhört mich Gott, da er sicherlich höchst verwundert sein muss, von mir angerufen zu werden. Vielleicht denkt er sich: "Hoi, da ist doch eine, die noch nie an mich geglaubt hat? Das ist doch DIE Gelegenheit für mich, sie an das Göttliche zu binden, wenn ich ihren Wunsch erfülle."

Hoffentlich denkt Gott so!








Donnerstag, 5. Juni 2014

Logisch

Alles hat seinen tieferen Sinn: unsere kaputte Infrastruktur und auch die sich am Horizont abzeichnende PKW-Maut sowie die Erweiterung der LKW-Maut und die weitere Bespitzelung der Menschen.

Alles hat seinen tieferen Sinn.

Ein gewisser Herr de Maizière hat mir das endlich einmal vor Augen geführt. Für den Moment dachte ich, dass wäre ein Witz. Aber hier in Deutschland ist man nicht witzig, sondern hat ein Sendungsbewusstsein, was nur ein ganz klein wenig hinter dem der US-Amerikaner angesiedelt ist.

Lt. des Herrn de Maizière ist in Deutschland die Kriminalität gesunken. Nur eine Kriminalitätskategorie ist im Aufschwung: die Raubzüge durch die Wohnungen der Deutschen.*

*Bitte nicht verwechseln mit den Raubzügen der Banker und anderer Finanzhaie.

Unser Innenminister sagte, dass diese Einbrüche bandenmäßg abliefen und die Kriminellen im Ausland zu suchen wären. Dann meinte er - und das ist keine Satire -, dass die Einbrecher sich das gute und weitverzweigte Straßennetz in Deutschland zu Nutze machen würden. Sie könnten dann mit ihren Autos und der Beute oder auch ihren Beuteautos ganz schnell über die deutsche Grenze ins Ausland flüchten.

Nun ergibt alles einen Sinn. Die vielen Löcher auf unseren Straßen, die Maut, die erweitert werden soll und die vielen jahrelangen Baustellen auf unseren Autobahnen, sowie die vielen Langsamfahrstellen in den Städten oder Dörfern sowie die maroden Brücken, auf denen man auch nur ganz langsam fahren kann und nicht zu vergessen, die vielen Staus auf unseren Autobahnen.

Alles Kriminalitätsvorsorge! Merke: schlechte Infrastruktur bedeutet Verminderung der Banden-Kriminalität.

So, und weil ich das jetzt weiß bin ich dafür, dass überhaupt keine Reparaturen auf den Straßen und Brücken mehr eingeplant und/oder finanziert werden dürfen.*

*Ausgeschlossen natürlich die Gelder, die Private in unsere Straßen stecken und mit schlechter Qualität (Merke Kriminalitätsvorsorge!) bauen. Deren Gewinne dürfen wir natürlich nicht schmälern. Das weiß doch jeder. 

Die Mautbrücken wären dann auch gleich eine tolle Sache, weil durch sie die kriminellen Banden gefasst werden könnten via Auslesung der entsprechenden Daten. Die Kollateralschäden - sprich jeder friedliche, autofahrende Bürger - müssen in Kauf genommen werden. Schließlich hat niemand von uns Bürgern irgendetwas zu verbergen. Ja!?

Und die Maut erst. Damit werden wir die ausländischen, kriminellen Banden erst recht abschrecken. Bevor sie klauen können, muss die Maut erst bezahlt werden.

Ich bin begeistert von unseren Innenminister. Ich kleines Dummchen hätte nie soweit gedacht. Aber unsere Regierung ist eben mit echten Durchblickern und Intelligenzbestien bestückt.

Schön in so einem Land zu leben.



Dienstag, 3. Juni 2014

Wenn zwei das gleiche tun ...

... ist es noch lange nicht dasselbe.

Paragraph 1: Es gibt nur dort Demokratie, wo der Westen es bestimmt hat, dass es eine sei.

Paragraph 2: Falls es nicht so ist, tritt automatisch Paragraph 1 in Kraft.

Shocking! Da erlaubt es sich doch der Tyrann Assad Wahlen in Syrien zu veranstalten. Er stellt sich sogar selbst zur Wahl - man stelle sich das mal vor. Und er hat auch noch die Aussicht, die Wahl haushoch zu gewinnen. Er lässt wählen, in einem Land, was vom Bürgerkrieg gezeichnet ist, in einem Land in dem der Westen Assad wegradieren will. So eine Wahl kann gar nicht demokratisch sein. Sie ist eine Farce.

Wieviel besser ist es doch in der Ukraine. Eine Regierung ist dort an die Macht gekommen, in dem Faschisten eingebunden sind, und die durch einen Putsch ausländischer Kräfte gemeinsam mit einigen Oligarchen und Marionetten der Ukraine an eben diese  gekommen ist. Man sagt dazu Junta. Diese Junta hat auch wählen lassen. Es war eine durch und durch demokratische Wahl sagt der Westen. Ein ihnen genehmer Oligarch - der Schoko-Prinz - wurde dank der USA gewählt, völlig demokratisch ... Das die Ukraine gegen das eigene Volk kämpft, wird vom Tisch gewischt. Dass dort ein Massaker, inszeniert von faschistischen Kräften stattfand, wird im Prinzip verschwiegen. Dass das Land sich in einem Bürgerkrieg befindet, was schert es den Westen. Zwischen 2000 und 3000 Menschen dürfen schon über die Klinge dabei springen (wenn dieser Ausspruch belegbar ist). Es sind in der Mehrzahl doch nur Russen. Also Saurussen, die man lt. der Gasprinzessing Timoschenko ruhig abknallen kann. Aber alles fein demokratisch, zumindest für den Westen, der sich einbildet, dass er für alles in der Welt, was überall passiert die alleinige Deutungshoheit besitzt. Die Wahlen fanden praktisch nur im Westen der Ukraine statt. Im Osten des Landes nicht. Das ist so richtig demokratisch und keine Wahlfarce. Oder doch?

Siehe oben: Paragraph 1

Man vergesse nie: Hochmut kommt vor dem Fall. Und befindet sich nicht unser System schon im freien Fall?


 


Sonntag, 1. Juni 2014

Auf in's 5-Sterne-Hotel

Die Kuschelarbeitsverhältnisse der Unternehmen, sollen jetzt auch die Soldaten spüren dürfen.

Von der Leyen weiß, dass es dem deutschen Arbeitnehmer sehr, sehr gut geht. Die Unternehmen verwöhnen und verhätscheln ihre Lohnabhängigen - schließlich heißt es offiziell, dass wir einen Fachkräftemangel hätten. Sie wissen, dass sie ihre exorbitanten Gewinne nicht erzielen könnten, wenn sie nicht auf Kuschelkurs mit den Arbeitnehmern gehen würden. Ach, ich komme ins schwärmen. Das Schlaraffenland für Arbeitnehmer - gerade hier in Deutschland. Nix mit Armut und so, dass sind alles Parolen von denjenigen, die Kapitalismus als Kapitalismus bezeichnen und unsere tolle Demokratie als Postdemokratie. Ts ... ts ... ts... Wenn wir nicht von der Leyen hätten, wüssten wir gar nicht wie gut es uns geht. Sie muss es ja wissen, vor allem, weil sie aus einer alten Geldadelfamilie stammt. Sie weiß deshalb ganz genau, mit welchen Luxus wir uns umgeben, wir, die kleinen Leute. Sie kennt unsere Lebensverhältnisse ganz genau.

Die Soldaten sollen nun in ein 5-Sterne-Hotel umziehen dürfen. Für das Wort Kaserne, welches irgendwie muffig klingt, wird ihr noch ein anderes Wort einfallen, eins was luxuriöser klingen wird und den Sachverhalt verwischt. Wenn unsere Regierungsmarionetten mit angeschlossenen Medien etwas können, dann die Wortverdrehung. Mir kommen dann immer die Tränen vor Neid.

Junge Menschen sollen sich in der Armee so fühlen, als ob sie in einem x-beliebigen anderen Unternehmen arbeiten würden. 

Okay, Frau von der Leyen weiß überhaupt nicht unter welchen Bedingungen die Menschen hier und heute ihren Unterhalt erarbeiten müssen, wie z.B. bei amazon, bei den diversen Paket- und Postdiensten, bei Zalando und  99% der anderen Unternehmen. Und zum Schluss ist der Monat oft zu lang und das Geld zu kurz. Aber die Leyenspielerin will das nicht wissen, so als höhere Tochter, die Lohnabhängige nur als Kindermädchen, wahrscheinlich als Dienerschaft und Säufer kennt. 

Sie will den Soldaten das spendieren, was natürlich jedem Arbeitnehmer hier im Lande kostenlos zur Verfügung steht: Smarthpones, Tablets, Flatscreens und modische Möbel. Und die Elektronik kann kostenlos genutzt werden. Das ist wohl das Mindeste, um den Soldaten an sich, den normalen Arbeitnehmern gleichzustellen. 

Ich sehe schon die Ströme junger Menschen, die in Scharen in die Armee-Hotels drängen, die Abgehängten, die Armen, die ohne Perspektiven. Hier werden sie eine Perspektive bekommen. Und welches Unternehmen hat schon ein Reisebüro für seine Angestellten, wo man die Reise nicht bezahlen muss, sondern noch Geld dafür bekommt? Nicht zu vergessen, dass man in den vielen Teilen der Welt, wo wir scharf schießen, seine von Egoshootern und Strategiespielen angelernten Fähigkeiten unter Beweis stellen kann.

Nun, ich weiß jetzt nicht, ob junge Menschen auf solch eine Perspektive geradezu erpicht sein werden. 

In der Welt führen deutsche Soldaten in immer mehr fremden Ländern Krieg. Natürlich - auch wenn die Länder sich weit weg von unseren Landesgrenzen befinden, werden wir unsere deutschen Errungenschaften gerade dort, in Afrika, in Nahost, am Hindukusch und anderswo schützen. So wird es uns erzählt. Wir wollen nicht mehr abseits beim Schießen rund um die Welt stehen. Das muss man schon verstehen. Wir sind doch wer. Und es würde der Welt gut tun, wenn die meistgesprochene Sprache in der Welt endlich deutsch wäre. 

Ach ja, die Perspektiven der jungen Menschen hatte ich vergessen zu skizzieren. Das ist eigentlich ganz einfach: EIN SCHLICHTER ZINKSARG bedeckt mit der Schlaaand-Flagge. Die Mutter der Soldaten und die Mutter der Nation halten davor triefend vor falscher Sentimentalität ihre Reden, vom Heldentod und so. 

An dieser Stelle merkt wohl der Letzte, dass die Armee kein Unternehmen wie jedes andere ist.


Wohl bekomm's!