Dienstag, 1. Juli 2014

Die Konsolenfans sind im Anmarsch

Nein, es reicht nicht, wenn man leidenschaftlicher Spieler von z.B. Call of Duty oder Battlefield ist. Wer will nicht ein MEHR an Action, an Strategie und an ...

... an lebendigen Menschen, die man per Joystick abknallen kann. 

Wem sollte das Killen von Grafikmenschen oder Grafikunholden auf Dauer Spaß machen - auch wenn sich die Grafik auf höchstem Level befindet - wenn ... ja wenn man alles auch am lebendigen Menschen ausprobieren kann.

Was heißt hier Mensch. Es sind keine Menschen. Es sind Feinde!

Kleine Punkte auf einer Karte, ähnlich wie ein Fadenkreuz beim Playstationspielen gekennzeichnet, wo Drohnen morden sollen. Fein sauber für Deutschlands Drohnenbefürworter. Für die anderen Menschen, die das Pech haben, nicht zum Gute-Menschen-Raster zu gehören, für diese Menschen bedeutet das der Tod. Tod - ermordet von einer Maschine, die irgendwo in der Welt - auch in Deutschland - per Joystick gelenkt wird. 

Wir haben es alle schon in Serien und Dokus gesehen. Nur zeichnen Serien und Dokus ein falsches Bild. Die Drohne kennt keinen Unterschied zwischen Frauen, Männern, Kindern und Kämpfern.

Und wir wollen die Drohnen unbedingt. Auch das WIR ist kein WIR. Das WIR sind die großen Waffenhersteller in Deutschland, das Militär und natürlich auch unsere Regierung, schließlich darf die nicht in das Nein-Sagen verfallen, wenn Krupp, Heckler und Co. Profit machen wollen. 

Wenn schon denn schon ... Wenn wir nun schon in aller Welt irgendwelche Menschen erschießen wollen, dann sollte das auch richtig gemacht werden ... mit High Tec. Alles andere ist Kinderkram. 

Und die Soldaten? Welcher Soldat träumt nicht davon, seine Spielleidenschaft auch auf Drohnensoftware ausdehnen zu können. Schließlich ist er freiwillig zu diesem Verein, der sich Bundeswehr nennt, gegangen. Mit seinem Eintritt in die Bundeswehr hat er JA zum Töten von Menschen gesagt. Er kann nun in absehbarer Zeit die Echtversionen von Call of Duty und der Battlefield-Reihe spielen. Dort kann er seine strategischen und "praktischen" Levelaufstiege in die wirkliche Praxis umsetzen.

Und er ist außerdem noch eingehüllt in ethische Grundsätze seiner Generäle. Auch eine von der Leyen hat nicht widersprochen, als Generalleutnant Hans-Werner Fritz mahnte, (sinngemäß) dass derjenige, der die Einsatzrealität kenne, wüsste, wie lange sich eine Minute anfühlte, in der möglicherweise der Tod eintreten könne. Drohnen würden deutschen Soldaten das Leben retten (nachzulesen in den Zeitungen). Ich setze dazu: Das hat eine hohe ethische Komponente. Schließlich sollten wir alles für das Leben unserer (?) Soldaten tun. 

Das ist richtig angemerkt. Schließlich sind wir von Feinden umzingelt, die immer wieder Angriffe auf unser Land starten, die unsere Häuser kaputt schießen und uns in - ich sage das mal mit einem ganz altmodischen Begriff - in Partisanenmanier abmurksen wollen und es auch tun. 

Hoppla, unser Land wird doch gar nicht angegriffen.  Wieso stehen deutsche Soldaten in Gefechten, wo der Tod erntet?

Wieso benötigen wir Drohnen? Wieso wird für deren Anschaffung Geld verschwendet, was in der Reparatur unserer Infrastruktur besser aufgehoben wäre? Warum wollen wir in anderen Ländern, Frauen, Kinder, Häuser, Straßen, alte Leute und auch junge mittels Drohnen töten? Wieso wollen wir die gleichen Menschenrechtsverbrechen begehen wie die USA? Und was hat das mit Ehtik zu tun? 

Krieg ist IMMER unethisch!

Das Grundgesetz verbietet Deutschland in den Krieg zu ziehen, wenn es nicht angegriffen wird!

Unser Land wurde von Konzernen übernommen, deren Kreise von NIEMANDEN gestört werden dürfen. Wer nicht hört und Platz macht, wird umgebracht. Wer nicht seine Bodenschätze einfach so hergibt, wird getötet. So einfach ist das Leben, dem die Konzerne frönen.

Uns - und damit meine ich alle - muss nicht die Gesellschaftsordnung anderer Staaten gefallen. Wir müssen nicht unbedingt alle miteinander in Freundschaft schwelgen. Wir müssen sie deshalb aber auch nicht gleich umbringen, nur weil ein kleiner Teil unserer Gesellschaft einfacher an deren Öl, seltenen Erden und anderen Rohstoffen herankommen will. Gegenseitige Achtung reicht.








Kommentare:

  1. Wenn man sich die Entwicklung der militärischen Tötungstechniken in den letzten einhundert Jahren ansieht, wird klar, dass wir uns immer weiter von einer friedlichen Welt entfernen. Wer für eine friedliche Welt eintritt, benötigt keine Waffen. Mit dieser Klarheit scheint die menschliche Intelligenz allerdings überfordert zu sein. Faktisch gesehen befinden wir uns in einem Weltkrieg, den unsere Spitzenpolitiker dazu noch bejubeln und rechtfertigen. Sie sitzen in Berlin und spielen Krieg, abgeschottet und bestens versorgt. Sie reden von der Notwendigkeit militärischer Einsätze, von nicht vermeidbaren Kollaterialschäden (sie meinen damit Menschen), befürworten Drohneneinsätze, und reden gleichzeitig über Friedenssicherung, Humanität, Menschenrechte und Demokratie.

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  2. @frei-blog: Du sprichst mir aus dem Herzen. Politiker sind nur scheinheilig. Mir fällt da H.Heine ein, der sinngemäß sagte: öffentlich beten sie Wasser und trinken heimlich Wein. Und "beten" ist der richtige Ausdruck. Die tun so, als ob sie Christen wären und töten. "Du sollst nicht töten", wird dabei völlig vergessen. Gauck predigt Krieg, will aber nicht als Kriegstreiber angesprochen werden, als widerlicher. Scheinheilig ... scheinheilig ... scheinheilig ...

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  3. "Die tun so, als ob sie Christen wären und töten. "Du sollst nicht töten", wird dabei völlig vergessen."
    Das wird nicht vergessen, dass wurde neu interpretiert, siehe auch Wiki:
    "Du sollst nicht morden" steht da inzwischen.

    Die engl. Wiki schreibt immerhin noch kill, was im Kontext eigentlich nicht als morden gebraucht wird. Nun ist morden ja nicht das Gleiche wie töten. So kann man sich recht geschickt aus der Affaire ziehen.

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  4. Okay, ich bin eine alte Frau und in der Bibel steht eben: Du sollst nicht töten. Sicherlich gibt es einen juristischen Unterschied zwischen töten und morden. Das Ergebnis ist aber immer das Gleiche.

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