Montag, 14. Juli 2014

Entwohnen auf israelische Art

3 jüdische Jugendliche wurden ermordet. Darauf hin kidnappten Israelis einen palästinensischen Jungen schlugen ihn und fackelte ihn bei lebendigen Leib ab. 

Die 3 jüdischen Jugendlichen sind nun der Vorwand den Gazastreifen zu zertöppern. 

Häuser werden kaputt gebombt, ein Krankehaus hat es auch schon erwischt und andere offizielle Gebäude. Dem Polizeichef ist die Familie ermordet worden. Und - wenn die Fernsehbilder die Wahrheit sagen - wurden Soldaten in den Gazastreifen gekarrt - Elitesoldaten sollen es sein. 

Menschen leiden, Kinder weinen und sind verstört. 

Die paar Hamasraketen sind kläglich, nicht zu vergleichen mit den der hochgerüsteten israelischen Armee. Ich verstehe, warum die Raketen aus dem Gazastreifen gen Israel gestartet wurden, aber die Methode ist nicht zu billigen. 

Unsere Medien haben sich auf die israelische Seite geschlagen. Sie verbreiten wahre Meldungen, die von Militärsprechern kommen. Israel führt nach deren Lesart einen sauberen Krieg. Zivilisten werden gewarnt, dass Bombardements geplant werden, die ihre Häuser treffen. Sie sollten gefälligst fliehen. Im Umkehrschluss könnte man dann sagen, dass alle Zivilisten selbst dran Schuld seien, wenn sie durch israelische Bomben getötet werden. Sie hätten ja gehen können. Und wohin?

Es gibt keinen sauberen Krieg und keine altruistischen Soldaten. Einen heroischen Krieg gibt es nur im Fantasyfilmen und -büchern. Krieg ist schmutzig und trifft immer Zivilisten. Bei der Bevölkerungsdichte im Gazastreifen werden somit viele Menschen getötet. Sie sind Menschen! Keine Untiere!

Als ich in Israel war, wurde uns als Reiseleiter ein Israeli zugeordnet, jetzt Rentner, der ein hoher Militär war. Ob er wirklich Rentner war, weiß ich nicht. Ich vermutete immer, dass er dem Mossad angehörte. Wenn er über Palästinenser sprach - was höchst selten vorkam - quoll aus jedem Knopfloch die Verachtung gegenüber diesen Menschen hervor. Er zog die Besichtigung von Jerusalem entgegen des Reiseprogrammes, was an diesem Tag etwas völlig anderes auffführte, so lange hin, dass wir erst ganz spät nach Bethlehem kamen, die christlichen Palästinenser mit dem Essen schon seit Stunden warteten und wir kaum Zeit hatten, Bethlehem zu besichtigen. Sein Credo war, dass die Araber nur die Sprache der Gewalt verstünden. Er verachtete auch die Weltgemeinschaft, die es wagt, Jerusalem nicht als jüdische Hauptstadt anzuerkennen. Er verachtete die Europäer, die über ein israelisches Massaker an Palästinenser berichteten und nach seiner Meinung zu viele Tode angegeben hatten. Ab welcher Todeszahl ist aber ein Kriegsverbrechen ein Kriegsverbrechen?

Das Bombardement im Gazastreifen soll also nur die Hamas treffen. Und wenn ein öffentliches Gebäude bombardiert wird, sitzt eben dort die Hamas. Wenn ein Wohnhaus in Schutt und Asche gelegt wird, gab es dort drinnen die Hamas. So einfach kann das Leben sein.

Ich denke, dass dieses Bombardement der Versuch ist, den Gazastreifen wieder in den israelischen Staat einzugliedern. Nach israelischer Weltsicht könnte es so sein, dass die arabische Bevölkerung die Gegend verlassen hat und das Gebiet leer ist. Also könnten dort fundamentalistische, jüdische Siedlern dieses Territorium mit den richtigen Leuten wieder besiedeln. Ob das eine Verschwörungstheorie ist?

Mich wundert immer wieder, dass die Menschen in Israel, die Pogrome am eigenen Leib erfahren mussten, wo sehr viele Familien Opfer im faschistischen Vernichtungskrieg gegen Juden zu beklagen haben, die Methoden der Faschisten übernommen haben. Sie sind heutzutage nicht sehr viel besser als ihr faschistischen Pendant, damals im 2. Weltkrieg. 

Als Außenstehende fällt einen auf, dass beide Völker, Araber und Juden, gemeinsame Traditionen haben, eine Sprache, die nicht so sehr von einander abweicht und dass sie vor Christi und nach Christi Geburt ein gemeinsames Gebiet bewohnten. Die meisten Speisen, die es in Israel gibt, gibt es auch in den angrenzenden arabischen Ländern. Man bestreitet das zwar und auch beim simplen Essen, hätten die Araber die hochstehenden jüdischen Traditionen aufgegriffen.  Man verleugnet das gemeinsame Erbe - von beiden Seiten - und man fühlt sich eher als weißer Herrenmensch, den den arabischen Menschen erst Kultur beibringen muss. Das ist auf die Dauer gesehen sicherlich ein Grund, warum Israel, so wie es heut ist, nicht überleben kann.

Nur Dumme finden keine gemeinsame Sprache. Nur Verbrecher wollen immer und ewig im Kriegszustand mit seinen Nachbarn leben. Die Rüstungsindustrie macht Freudensprünge. Rache ist kein Ding, was Frieden schafft. Es bringt nur immer wieder und immer wieder Terrorismus hervor - Staatsterrorismus in Israel.

***

PS: Gerade las ich bei Uri Avnery: ... »Als ob dies noch nicht genug wäre (das Verbrennen eines palästinensischen Jungens ist gemeint), fingen  Grenzpolizisten während einer Protestdemonstration seinen Cousin, legte ihm Handschellen um, warf ihn auf den Boden und begann ihn auf den Kopf und ins Gesicht zu treten. Seine Wunden sehen schrecklich aus. Der entstellte Junge wurde verhaftet, die Polizisten nicht ... «


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