Sonntag, 1. Juni 2014

Auf in's 5-Sterne-Hotel

Die Kuschelarbeitsverhältnisse der Unternehmen, sollen jetzt auch die Soldaten spüren dürfen.

Von der Leyen weiß, dass es dem deutschen Arbeitnehmer sehr, sehr gut geht. Die Unternehmen verwöhnen und verhätscheln ihre Lohnabhängigen - schließlich heißt es offiziell, dass wir einen Fachkräftemangel hätten. Sie wissen, dass sie ihre exorbitanten Gewinne nicht erzielen könnten, wenn sie nicht auf Kuschelkurs mit den Arbeitnehmern gehen würden. Ach, ich komme ins schwärmen. Das Schlaraffenland für Arbeitnehmer - gerade hier in Deutschland. Nix mit Armut und so, dass sind alles Parolen von denjenigen, die Kapitalismus als Kapitalismus bezeichnen und unsere tolle Demokratie als Postdemokratie. Ts ... ts ... ts... Wenn wir nicht von der Leyen hätten, wüssten wir gar nicht wie gut es uns geht. Sie muss es ja wissen, vor allem, weil sie aus einer alten Geldadelfamilie stammt. Sie weiß deshalb ganz genau, mit welchen Luxus wir uns umgeben, wir, die kleinen Leute. Sie kennt unsere Lebensverhältnisse ganz genau.

Die Soldaten sollen nun in ein 5-Sterne-Hotel umziehen dürfen. Für das Wort Kaserne, welches irgendwie muffig klingt, wird ihr noch ein anderes Wort einfallen, eins was luxuriöser klingen wird und den Sachverhalt verwischt. Wenn unsere Regierungsmarionetten mit angeschlossenen Medien etwas können, dann die Wortverdrehung. Mir kommen dann immer die Tränen vor Neid.

Junge Menschen sollen sich in der Armee so fühlen, als ob sie in einem x-beliebigen anderen Unternehmen arbeiten würden. 

Okay, Frau von der Leyen weiß überhaupt nicht unter welchen Bedingungen die Menschen hier und heute ihren Unterhalt erarbeiten müssen, wie z.B. bei amazon, bei den diversen Paket- und Postdiensten, bei Zalando und  99% der anderen Unternehmen. Und zum Schluss ist der Monat oft zu lang und das Geld zu kurz. Aber die Leyenspielerin will das nicht wissen, so als höhere Tochter, die Lohnabhängige nur als Kindermädchen, wahrscheinlich als Dienerschaft und Säufer kennt. 

Sie will den Soldaten das spendieren, was natürlich jedem Arbeitnehmer hier im Lande kostenlos zur Verfügung steht: Smarthpones, Tablets, Flatscreens und modische Möbel. Und die Elektronik kann kostenlos genutzt werden. Das ist wohl das Mindeste, um den Soldaten an sich, den normalen Arbeitnehmern gleichzustellen. 

Ich sehe schon die Ströme junger Menschen, die in Scharen in die Armee-Hotels drängen, die Abgehängten, die Armen, die ohne Perspektiven. Hier werden sie eine Perspektive bekommen. Und welches Unternehmen hat schon ein Reisebüro für seine Angestellten, wo man die Reise nicht bezahlen muss, sondern noch Geld dafür bekommt? Nicht zu vergessen, dass man in den vielen Teilen der Welt, wo wir scharf schießen, seine von Egoshootern und Strategiespielen angelernten Fähigkeiten unter Beweis stellen kann.

Nun, ich weiß jetzt nicht, ob junge Menschen auf solch eine Perspektive geradezu erpicht sein werden. 

In der Welt führen deutsche Soldaten in immer mehr fremden Ländern Krieg. Natürlich - auch wenn die Länder sich weit weg von unseren Landesgrenzen befinden, werden wir unsere deutschen Errungenschaften gerade dort, in Afrika, in Nahost, am Hindukusch und anderswo schützen. So wird es uns erzählt. Wir wollen nicht mehr abseits beim Schießen rund um die Welt stehen. Das muss man schon verstehen. Wir sind doch wer. Und es würde der Welt gut tun, wenn die meistgesprochene Sprache in der Welt endlich deutsch wäre. 

Ach ja, die Perspektiven der jungen Menschen hatte ich vergessen zu skizzieren. Das ist eigentlich ganz einfach: EIN SCHLICHTER ZINKSARG bedeckt mit der Schlaaand-Flagge. Die Mutter der Soldaten und die Mutter der Nation halten davor triefend vor falscher Sentimentalität ihre Reden, vom Heldentod und so. 

An dieser Stelle merkt wohl der Letzte, dass die Armee kein Unternehmen wie jedes andere ist.


Wohl bekomm's!