Freitag, 28. November 2014

Ich war ein Kind. Ein Kind, verdammt!“

In Deutschland geboren, abgeschoben, dabei wie Verbrecher behandelt. Das ist das Deutschland, wie es sich heute darstellt.

Ein Deutschland, das sich für einen christlichen Staat hält, Parteien, die das "C" - also das Christliche - in ihrem Namen tragen oder sogar das Wort "sozial".

Im Fernsehen laufen Bilder, die zeigen, wie brave Bürger, statt nach oben zu den Verursachern der sozialen Misere in Deutschland zu schauen, nach unten treten. Brave Bürger, die sich mit Neonazis zusammenrotten und gegen Menschen sind, die noch ärmer sind als sie und die in Angst und Bange leben müssen. Es hilft nicht, wenn sie Schilder zeigen: Wir sind keine Nazis. Wer sich ins Wasser begibt darf sich nicht darüber beklagen, dass er nass wird. Noch schlimmer sind die "Wir sind das Volk"-Rufe, da sie nicht an die Führungsschicht in Konzernen und Regierung gerichtet sind. Nur DORT würden sie einen Sinn ergeben.
Brave Bürger, mutieren zu Blockwarten und Aufseher, wie wir sie aus unserer Geschichte kennen, um Abgeschobenen jegliche Würde zu nehmen.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar"

Haben die braven Bürger diesen Satz völlig vergessen? Gehört er nicht mehr zu deren Sprachschatz oder wird die Würde des Menschen eingeteilt in Inländer und Ausländer?

Ein Mensch ist kein geldwertes Wesen. Ein Mensch ist ein Mensch. Der Westen hat vergessen, dass ein Mensch etwas Kostbares ist - entgegen seiner eigenen Kultur, die er immer wie eine Fahne vor sich herträgt und dahinter völlig anders handelt. Der Westen kann lesen, aber nicht mehr verstehen.

Ich bin kein Christ, aber ich kann diesen Papst nur unterstützen, der die Umkehr zu den christlichen Werten in der Gesellschaft verlangte. Nur leider, den sogenannten christlichen Staaten sind die Papstworte völlig egal. Sie wollen Geld sehen und nichts anderes als Geld und sie werden auch nichts anderes als Geld bekommen (ein etwas geklauter Satz von Star Wars) bis es ihnen aus den Ohren herauskommt und sie nichts mehr, als Geld haben.

Ich mag Erdogan nicht, aber wo er Recht hat, hat er eben Recht, wenn er sinngemäß meinte, dass jene, die von außen in die islamische Welt kämen, Öl, Gold, Diamanten und billige Arbeitskräfte mögen sowie Zwist und Streit unter den Völkern. Er hält den Westen den Spiegel vors Gesicht und der Westen schäumt vor Wut, dass jemand es gewagt hat - und dazu noch ein sogenanntes Schwellenland - ihre wahre Natur öffentlich darzustellen.

Die Flüchtlinge, die an Deutschlands Türen klopfen, sind unsere Flüchtlinge. Durch den Westen zerstörte Staaten, amerikanische Luftangriffe oder Schlimmeres geschieht. Die USA privatisieren vielfach ihre Kriege und Söldnerbrigaden kämpfen in Ländern, was wir gar nicht so genau wissen. Terroristen werden hoffähig gemacht, wenn sie gegen missliebige Staatenführer kämpfen, ohne darauf zu achten, dass man Terroristen nie beherrschen kann. Sie haben ihre eigenen Ziele, die sie immer verfolgen, ob sie nun von den USA und/oder der NATO gesponsert werden oder nicht. Der Westen produziert damit Völkerwanderungen, Flüchtlinge, entwurzelte Menschen und sehr viel Leid. Sie kommen zu uns, um dem Leid, was die westlichen Staaten woanders produziert haben, entkommen zu können. 

Teile und herrsche! So kann man unwürdige Bedingungen, in der Flüchtline hausen müssen - auch Familien mit ihren Kindern - die Schuld in die Schuhe schieben, wenn aus der Enge und der Langeweile heraus Menschen aggresive werden. 

Omas fürchten vergewaltigt zu werden ... Das es blonde Frauen fürchten, wundert mich nicht, sie sind eben auch oft blond im Geist. Sie meinen, dass Familienväter nur darauf warteten, ihnen ihre vermeintliche Unschuld zu nehmen.  Im Mittelalter hatte man oft Juden unterstellt, dass sie kleine Kinder essen. Das initiierte vielfach Pogrome gegen diese Menschen. Irgendwie scheinen wir im Mittelalter hängen geblieben zu sein.

Es sind unsere Flüchtlinge, weil die braven Bürger nicht dagegen demonstrieren oder demonstriert haben, dass die Bundeswehr unser Land irgendwo auf der Welt angeblich verteidigt. Das GG zieht enge Grenzen dafür und es schert nur wenige Bürger, dass das GG laufend gebrochen wird.

Lese selbst jeder dieser durch "Pro Asyl" verbreiteten Text von Minire Neziri, den ich auf den Nachdenkenseiten fand.

Juni 2005. Ein schöner, warmer Monat. Ein Monat, wie jeder andere auch. Aber für uns auch ein Monat voller Angst. Angst, dass es passiert. Dass wir zurückmüssen. Zurück in ein Land, das ich nur vom Hörensagen kannte, denn das Licht der Welt hatte ich in Deutschland erblickt. Es war ein Montag. Ich hatte mich nach der Schule mit meiner besten Freundin zu einer Fahrradtour verabredet. Wir fuhren den langen Weg bis zum großen Einkaufszentrum, schlenderten eine Weile durch die Klamottenabteilung und besuchten anschließend eine andere gute Freundin. Wir sprachen über Mädchenkram, aßen Eis und amüsierten uns. Dann sagte meine beste Freundin plötzlich: „Ich glaub ich sterbe, wenn du irgendwann abgeschoben wirst.“

Witzig, dass es nur ein paar Stunden später tatsächlich passierte. Ironie des Schicksals. Ich lache heute noch drüber. Am Abend saß ich zu Hause mit meiner Familie und sah fern. Schon seit einer Weile übernachteten wir Dienstags immer bei einem Onkel, da man hörte, dass die Abschiebungen immer Mittwochs und Freitags, in den frühen Morgenstunden stattfanden. Aber es war Montag. Also schliefen wir zu Hause. Zum letzten Mal.

Meine große Schwester lebte seit einer Weile mit ihrem sieben Monate alten Sohn bei uns, besaß aber zwei Straße weiter eine eigene Wohnung. Und in genau dieser Wohnung schlief mein Vater seit einigen Wochen. Paranoid? Nein, eher nicht. Man ist nicht paranoid, wenn jede Nacht das passieren kann, vor dem man so große Angst hat ... Weiter auf der Website.