Dienstag, 27. Januar 2015

Eh nee, wohnt der woanders?

Auf den Nachdenkenseiten sprach man von Tillich als einen neoliberalen Reaktionär. Diese Titulierung gefällt mir, weil sie der Wahrheit entspricht. 

Nun hat uns dieser neoliberale Reaktionär ein neues Ei ins Nest gelegt. Sinngemäß sagte er, dass Sachsen ein christlich-jüdisches Bundesland wäre, wo der Islam nichts zu suchen hätte. 

Beim süßen Blut von Andraste. Wie kommt er auf diesen Unsinn? Sachsen ist mehrheitlich ein konfessionsloses Bundesland mit ein paar katholischen Einsprengseln aus der Gegend, woher Tillich kommt, und ein paar evangelischen Christen, die lose verstreut in Sachsen leben. Die meisten Christen sind sicherlich aus den alten Bundesländern zu uns eingewandert, um den doofen Ossis als Vorgesetzte das Arbeiten beizubringen. Wir mussten das ja nie; uns wurde ja alles schön in die Wiege gelegt. 

Mich regt - wie ich schon öfters gesagt habe - auch der Begriff "christlich-jüdisch" auf. Ich habe diesen Begriff das erste Mal aus den tumben Mund der Raute gehört, die wohl in einem Wort mal wieder alles hineinpacken wollte, was heutzutage gesagt werden darf und soll. 

Sachsen ist weder christlich und noch viel weniger christlich-jüdisch. Christlich-jüdisch geht schon von der Zeitlinie her gar nicht und jüdisch-christlich sind wir nicht, weil Christen in Jahrhunderten seit sie existieren absolut NICHTS mit dem Jüdischen gemein hatten, im Gegenteil. 

Die Geschichte zwischen Christen und Juden ist eine Geschichte von Pogromen und Völkermord!

Es käme ja auch niemand auf die Idee islamisch-jüdische Religion zu sagen. Muslime würden sich das auch verbitten.

Man sagt das nicht, weil man dann nämlich plötzlich sehen würde, dass beide Religionen die gleichen Wurzeln haben. Und das wollen wir doch nicht. Wir verleugnen das hartnäckig. Das ist doch sowas von Bäh. Wir und die!

Und unser neoliberale Reaktionär? Der ist besonders stolz darauf, die niedrigsten Sozialstandards in Sachsen eingeführt zu haben. Sein Land ist das gelobte Niedriglohnland.

Er ist der typische ostdeutsche Wendehals und Demagoge. Früher in der DDR auf Du und Du mit den Genossen und der Stasi, im DDR-Staatsapparat fest verankert. Dort hat er für den Sozialismus gesprochen und jetzt ist er ein glühender Verfechter eines Polizeistaates und einer Niedriglohnregion, die christlich geprägt sein soll.

Apropos PEGIDA. Die haben natürlich völlig recht, wenn sie das sächsische Polizeigesetz anprangern und es abschaffen wollen. Nur - und damit liegt sie völlig falsch - wenn ich Ausländer hasse, habe ich noch kein rigides Polizeigesetz geändert. Im Gegenteil. Das wäre der Auftakt für noch ein rigideres Gesetz.

Übrigens, wieso demonstriert PEGIDA gegen Muslime? Tillich ist keiner. Und gegen seine Regierung zu demonstrieren - das wäre die richtige Adresse.






Montag, 26. Januar 2015

Syriza siegte

Die Griechen haben Syriza gewählt und die alte Regierung vernichtend abgewählt.

Nun kommen schon die Ratten der EU aus ihren Löchern und fantasieren, dass diese Wahl der EU-Wirtschaft schaden würde.

Der EU-Wirtschaft schaden würde? Wie abgefahren ist das denn!

Was würde eine EU-Wirtschaft voranbringen? Die weitere Verarmung der Bevölkerung innerhalb der EU wohl nicht.

Was versteht eigentlich die EU unter Wirtschaft? Die Realwirtschaft doch wohl nicht.

Das Wirtschaftssystem ist so angelegt, dass konsumiert werden muss, damit produziert werden kann. Man kann natürlich auch produzieren um des produzierens willens und sich dann wundern, dass niemand da ist, der einen den Konsummüll auch abnimmt.

Das Wachsen der Wirtschaft ist unabdingbar damit verbunden, dass die breite Masse die Waren kauft. Wenn die breite Masse nur bedingt kaufen kann, wird kein Unternehmen irgendetwas erweitern wollen, sei es die Produktion oder die Arbeitsplätze. Wenn von vielen Arbeitsplätzen mehr die Rede ist, dann splittet der Unternehmer nur einen Arbeitplatz in viele kleine Arbeitsplätzchen auf.

Ich habe schon mehrmals geschrieben, dass man in einem Unternehmen, welches rund um die Uhr arbeitet, einen Arbeitsplatz mit 24 Leuten besetzen kann. Danach kann man jubeln, dass 23 Leute zusätzlich eingestellt worden sind. Mit 1 Stunde Arbeit pro Woche wurde festgelegt, ist man auch nicht mehr arbeitslos, also wird damit auch die Arbeitslosenstatistik geschönt.

Nun wird fantasiert, dass der niedrige Erdölpreis uns alle reich machen würde. Bereit zum Einkaufsrausch. Da wird dann schon mal ein nur für 10 Minuten relevanter Benzinpreis von einigen Cent, wegen eines Systemsfehlers, als Schnäppchenpreis verkauft und uns in Aussicht gestellt, dass Benzin und Heizöl nur noch ein Bruchteil für uns kosten würden. Also Luftschlösser kann ich mir selbst bauen, da brauche ich keine Medien. Und die Luftschlösser platzen dann ganz schnell wieder. Der Einkaufsrausch muss ausbleiben, weil die Lebensmittelpreise mitnichten gesunken sind. Man erzählt das uns zwar am laufenden Band, aber es ist eine Lüge, da man Angebotspreise nicht zählen kann. Wir haben in der Regel höhere Kosten rund ums Wohnen, sei es Mieterhöhungen, Gebühren- und Versicherungserhöhungen. Die paar Cent weniger Benzinkosten erlauben den meisten, wenigstens einen Tag mehr Lebensmittel einkaufen zu können.

So, nun hat Griechenland Syriza gewählt. Und wegen Syriza wird die EU-Wirtschaft den Bach heruntergehen.

Die christlichen Parteien, schäumen: Keine Euros ohne Reformen.

Reformen! Durch die sogenannten Reformen wurde die griechische Arbeitslosigkeit und den Rückfall Griechenlands in ein Drittweltland erst angeschoben. Sparhaushalte machen jedes Pflänzchen von Erholung zu nichte. Man greife mal einen nackten Mann in die Taschen und halte ihn an weiter zu sparen.

Okay, eine Strafe im Mittelalter war, die Haut bei lebendigem Leib abzuziehen.

Will die EU im übertragenem Sinne die Haut bei lebendigem Leib nun noch abziehen? Was soll eigentlich von Griechenland übrig bleiben, wenn die Sparorgie weitergetrieben wird. Und wieso wird den Griechen angelastet, dass auch deutsche Steuerzahler Griechenland stützen würden. Die Griechen hatten ursprünglich bei den deutschen Steuerzahlern keine Schulden. Die Schulden lagerten bei privaten Banken. Und diese Banken wurden mit Steuerzahlergeld saniert - ohne dass die jemals mit Zins und Zinseszins ihre Schulden beim Steuerzahler zurückzahlen müssten. Unser Geld ist an Konzerne und Banken gegangen und die Griechen sind leer ausgegangen. Sie bezahlen die Zeche der Agenda 2010

  

Donnerstag, 15. Januar 2015

Die 3. Wurzel aus Gehässigkeit multipliziert mit der Fackel der Meinungsfreiheit im Quadrat plus eine Profitrate hoch drei

Je n'suis pas Charlie. Ich kenne CharlieHebdo nicht, will es auch nicht kennen. Ich mag diese Art von Satire nicht. Ich weiß nicht, was sie uns lehren soll? Sagt sie, dass Mohammed ein Kriegstreiber außerhalb geschichtlicher Zusammenhänge war/ist? Die Karrikatur legt es nahe. Ist er einer? Und wem hilft das jetzt weiter? Man kann sich schon über Religion lustig machen, den Finger in die Widersprüche legen und bohren. Aber nur um des Bohrens willen? Ist Meinungsfreiheit nur Meinungsfreiheit um des Prinzipes willen? Kann ich ohne Rücksicht auf irgendetwas oder irgend jemanden alles rausplautzen, so wie es mir gerade gefällt? Können tu ich das schon, nur sollte es mich nicht wundern, wenn andere dabei ausrasten. Auch ich finde, dass so eine Anprangerung und Gehässigkeit nur um der Gehässigkeit willen nicht hilfreich ist, egal wer im Mittelpunkt nun steht, ob nun Jesus, Mohammed, der Papst oder wer auch immer. Achtung vor den Menschen UND deren Überzeugungen sollten immer das Primat haben. Herabsetzungen hilft niemanden und bedient nur niedere Instinkte. Die Bluttat zeigt das eindeutig.

Ausrasten. Da sind wir beim Thema, dass bis zum Abwinken durch die Medien geistert mit Schulterschlüssen aller Orten, mit Menschen, die man eigentlich nicht mag. Man henkelt sich ein, ist auf einmal Freund miteinander. Und hinterrücks freut man sich wie Bolle, dass so ein paar Terroristen eine Menschenjagd inszeniert haben, haben lassen oder wie auch immer (wo sitzen die Planer dessen?). Nun kann unsere Überwachungsmaschinerie wieder beginnen zu rollen. Totalüberwachung ist angesagter als je zuvor. Die Innenminister Europas sollten Dankesschreiben an die Terroristen schicken, die das eingefädelt haben. Es könnte direkt aus ihren Resorts stammen. Endlich kann man wieder über alles Mögliche reden, was man an Überwachungsmaßnahmen initiieren kann, nur nicht darüber, warum unsere Welt auseinanderfällt. Das wiederum ist absolut nicht gewünscht. 

Es gab Tote. Die sind leider wieder so gut wie vergessen. Wir sind zur Tagesordnung übergegangen und eventen überall. Eventen ist unser Zauberwort. Eventen statt analysieren.

Da höre ich schon die Rede über die dauerbeleidigten Muslime. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Redensart nicht. In jeder Verallgemeinerung steckt ein Körnchen Wahrheit. 

Okay, wenn ich Gläubiger wäre, Muslim - genauer gesagt. Was sollte ich mir eigentlich überlegen? Sollte ich mich nicht fragen, ob Mohammed überhaupt in der heutigen Zeit mit flammenden Schwert dahergeritten käme, wie die "Wilde Horde Dschingis Khans" zum Beispiel. Wir leben aber nicht mehr irgendwann vor 1000 Jahren. 

Sollte ich nicht lieber die bedauern, die die Segnungen von Allah ablehnen? Die mit Mohammed nichts am Hut haben? Wohlgemerkt, wenn ich gläubiger Muslim wäre. Würde ich nicht Tränen über jene vergießen, die irgendwelche dummen Bildchen von einem Propheten zeichnen. Sie sind dumme Kinder, sie wissen es nicht besser, sie werden nie die Segnungen des Paradieses erlangen können. So oder ähnlich sollte man doch über der Sache stehen. Was sagen wir unserem Kind, wenn das Nachbarkind die Sandburg zerstört hat? Ach lass es. Du baust morgen wieder eine neue und das Nachbarskind wird sich ärgern, dass es deine Sandburg zerstört hat. Wir sagen doch auf keinem Fall: Geh jetzt sofort zu dem Nachbarskind und schlag es tot. Wer fest im Glauben steht, hat Rache nicht nötig, der steht über den kleinlichen Gehässigkeiten in der Welt. Das gilt für jeden, ob nun religiös oder nicht.

Das ist die eine Seite. 

Nach diesen Morden dreht sich nun das Karusell der westlichen Lebensart. Profit - komme was wolle. 

Statt stilles Insichhineingehen, statt Analyse gibt es den Trotz, der sich so richtig profitabel erweist. Die Asche der Leichen ist noch nicht erkaltet und schon wird auf den Leichen dieser ermordeten Menschen Profit generiert und zwar ganz großen Profit. Die Auflage des Magazins wurde erweitert, sogar eine deutsche Ausgabe soll es geben. Hauptsache der Euro rollt. Würden das die Angehörigen so wohl wirklich wollen? Die Kauf des Magazins wird zum europäischen Event. Die Eigentümer wird's freuen. Auf den Leichen ihrer Mitarbeiter lassen sie eine höhere Auflage erstehen. Nur, es wird ein Strohfeuer an Profitrate sein. So schnell sich die Menschen irgendeinem Ereignis - möglichst Mord und Totschlag - ergeben, so schnell ist das Ereignis vergessen und das nächste Event muss folgen, noch größer, noch grausamer (?) oder wie? Die Show muss weitergehen. 

Eine Meinungsfreiheit wird als Schild vor uns hergetragen, die die Medien selbst nicht mehr erfüllen. Nur hier und heute, gemeinsam mit denen, die die Meinungsfreiheit der Medien schon lange zu Grabe getragen haben, finden sie sie auf einmal wichtig. Plötzlich meinen die Journalisten, sie würden sie ehren. 

Zu diesem Thema gehört auch das Unwort des Jahres "Lügenpresse". Nur weil die GIDAS Lügenpresse sagen, ist der Terminus noch lange nicht falsch. Nur weil im Zuge unserer Geschichte das Wort Lügenpresse einen etwas eigenartigen Klang hat, ist der Terminus noch lange nicht falsch. Da tragen die Medien weithin ihr Abzeichen "je suis charlie" und behaupten von sich, nicht zu lügen, nicht zu betrügen, nicht zu manipulieren, sondern zu recherchieren - qualitätsbewusst, versteht sich von selbst. Sie vergessen, dass Kommentarspalten zensiert wurden oder gleich ganz abgeschaltet worden sind im Zuge der stillen Annektion der Ukraine durch den Westen. Kommentatoren, die eine andere Meinung als die der regierungsamtlichen Medien vertreten haben, wurden als bezahlte Russenversteher abgebügelt. Alles vergessen? Abgestandene Lügen, die schon längst als Lügen bemerkt worden sind, werden immer wieder aufgewärmt. Sie werden deshalb noch lange nicht zur Wahrheit.

Wenn es Meinungsfreiheit in den Medien gäbe, wieso fragt dann niemand eine Frau Merkel, wieso sie auf einmal meint, dass der Islam nun doch zu Deutschland gehöre. Diese Frau hat diesen Ausspruch des damaligen BP Wulff vehement abgelehnt. Und m.E. ist er auch über diese Haltung in Ungnade gefallen.  Hat diese Raute überhaupt eine Meinung?

Ist das nicht alles scheinheilig? Ist der Aufruhr nicht ein tolles Versteck für die vielen Schweinereien, die geplant sind, um die letzten Reste unserer Demokratie abräumen zu können?

Es ist doch fantastisch, ein GANZ festes Feindbild präsentieren zu können. Irgendwie taugt der Russe nicht ganz so gut dazu wie der Muslim. Er ist nur das Feindbild Nr. 2. Der Feind Nr. 1 ist da einfacher handhabbar, weil er auch selbst vielfach die Munition dazu liefert. Leider.



  

Mittwoch, 7. Januar 2015

Wir standen eigentlich immer auf der Seite der Demokratie

In den Mauern der Stadt Leipzig wirkten so bedeutende Persönlichkeiten wie u.a. Robert Blum. Robert Blum war Mitglied und Vizepräsident der Frankfurter Nationalversammlung. Er war ein Demokrat und Freigeist, der sich für die Emanzipation der arbeitende Klasse einsetzte. Er kritisierte, dass das alte Herrschaftssystem nicht beseitigt wurde. „Wir haben nichts gewonnen, wenn wir stehen bleiben, man wird uns alles wieder entreißen, wenn wir nicht weitergehen!" Mit diesem Ausspruch sah er die Restauration der alten konservativen Kräfte voraus und warnte davor.

Viele Leipziger lebten auch zu DDR-Zeiten in seinem liberalen Geist. Wir hatten durch die beiden Messen im Frühjahr und Herbst immer ein Schaufenster in die ganze Welt. Wir sahen in Leipzig nicht nur DDR-Fernsehen und hatten damit vor Augen, dass der Kapitalismus nicht nur Konsumgüter versprach, sondern dass er auch eine schwarze Seite hatte. Mit dem Dokumentarfilmfestival in unserer Stadt, wussten die Interessierten, wie die Welt außerhalb unserer Grenzen tickte. Die ersten Montagsdemos waren darauf gerichtet, eine abgewirtschaftete SED mit der von ihr dominierten Regierung Adé zu sagen und eine neue demokratische Ordnung aufzubauen, die im sozialistischen Geist funktionieren sollte. Die Menschen fanden sich zusammen und schmiedeten Pläne für ein neues Zusammenarbeiten in den Betrieben, Universitäten, in der Kultur und in den Schulen. Nirgends war zu hören, dass sie ihren Arbeitsplatz an Henkel, Heckler - oder wie sie alles heißen - verhökern wollten. Nirgends war zu hören, dass sie ihre Wohnungen in den Händen von Investmengesellschaften wissen wollten. Wir wissen, wie es ausgegangen ist.Die konservativen Kräfte und Konsumjunkies feierten fröhliche Urstände nachdem wir ein gemeinsames Deutschland wurde. Rund um das Jahr 2000 krochen massiv die konservativen Spießbürger aus ihren Löchern. Angefeuert durch das kommende H4 und der damit zusammenhängenden Hetze gegen Arbeitslose, angefeuert durch die Parolen von Politikern und vor allem der BILD-Zeitung gegen Einwanderer und Flüchtlinge warfen sie ihre wahrscheinlich nie vorhandene Menschlichkeit über Bord. 

Und jetzt haben Menschen in LEGIDA - ein neuer Pegida-Ableger - hier in Leipzig für den 12.1. zu einer Demo aufgerufen. 

Was soll man denken, wenn "-gida Menschen" sich plötzlich auf ein jüdisch-christliches Erbe berufen? Die früheren Christen würden sich im Grabe herumdrehen. Sie hatten nichts am Hut mit diesem Erbe. Sie verleumdeten Juden, unterstellten ihnen, dass sie kleine Kinder töteten und aßen. Sie initiierten dadurch Pogrome gegen diese Menschen. Sie hassten sie, weil sie unseren Herrgott an Kreuz schlagen ließen und die Feudalherren dieser Zeit schürten diesen Hass und hielten ihn am Leben. Der Gott der Christen ist nicht Jahve. Die Christen verehren Jesus Christus, den Messias des Neuen Testamentes. Die Christen haben das Alte Testament fortgeschrieben, genauso wie es die Muslime unter Mohammed ebenso fortgeschrieben haben. Unsere beiden Religionen sind die Kinder, die sich von der Mutter abgenabelt haben. Sie sind - wie das in vielen Familien eben so ist - verzankte Kinder geworden, die sich nicht mögen. Aber man muss sich nicht mögen, um einander zu achten. Man kann andere Menschen auch wie Luft behandeln. Das macht wohl jeder so, wenn er mit der Lebensweise irgendwelcher Leute nichts am Hut hat. Was man als Mensch NICHT tun sollte, ist, anderen Vorschriften zu machen, wie sie zu leben haben. Ehe wir dem Islam Missionierung unterstellen, zeigen wir mal mit dem dicken Finger auf die Evangelen und Katholen sowie angelsächsische Religionsgemeinschaften, die die Menschen in Ostdeutschland missionieren!

Wenn Christen reden, haben die anderen zu schweigen. Sie sollen ihre Religion nur ganz im Stillen und ohne Gotteshäuser, die man auch als Gotteshäuser erkennen kann, ausüben. Das IST Grundgesetz widrig. Wir haben Religionsfreiheit - Ausrufezeichen! Ich würde mich freuen, wenn Christen ebenso leise auftreten würden!

Ich bin Atheistin. Ungläubige im Sinne JEDER Religion. Ich bin Heide! Und das will ich auch bleiben. Ich hasse es, wenn mir das Christentum per Fernsehen ins Haus flattert, so dass ich es noch mit meinen Gebühren unterstützen muss. Ich will keine evangelischen und katholischen Einrichtungen mit meinen Steuern finanzieren. Ich will auch keinen Katholikentag, der hier in Leipzig, in einer früheren liberalen und evangelischen Ecke, stattfindet mit finanzieren. Ich finde das unverschämt - Punkt! Ich bin noch nie von einem Muslim missioniert worden, obwohl in meiner Nachbarschaft viele wohnen. Ich bin auch noch nie von einem orthodoxen Christen missioniert worden, die ebenso vielfach in meiner Nachbarschaft wohnen. Nur Evangelen und Katholen behelligen mich in den Medien und der Regierung. Wir sind ein bunt durcheinandergewürfeltes Stadtviertel von Russlanddeutschen, Russen, Albanern, Kosovaren, ein paar aus orientalischen Staaten, Thailändern, Vietnamesen, Langzeitarbeitslosen, Rentnern und anderen armen Leuten. Manche satte Spießbürger sagen, in meinem Stadtviertel lebten nur Asoziale. Als ob es Asoziale nur unter armen Menschen gäbe, sondern auch Kriminelle wie ein U. Hoeneß, der verniedlichend nur Sünder genannt wird. Der Grad der Kriminalisierung hängt also vom Geld ab. 

Welche Werte unterscheiden uns von allen anderen Kulturen? Nach Legida: unsere christlich-jüdische Kultur. Wir haben keine jüdische Kultur hier und heute. Von welcher Kultur wird überhaupt gesprochen? Die Menschen, die auf dem Territorium des heutigen Deutschlands leben, haben keine gemeinsame Kultur. Was soll mich mit der bayerischen Kultur verbinden? Und was ist bayerische Kultur? Lederhosen und Bierhumpen? Ich bin aus Sachsen und fühle mich auch so. Nur wir Sachsen sind nicht die Sachsen von damals. Wir leben auf slawischem Land, genauso wie die aus der Magdeburger Umgebung und der Brandenburger Umgebung, um nur einige zu nennen. Auch als die Menschen auf unserem heutigen Gebiet christianisiert worden sind, haben sie im Geheimen ihre Naturgötter immer noch angerufen.

Wir sind nicht mal Germanen, weil es Germanen an sich nicht gab. Die Römer haben die verschiedensten sogenannten Barbarenstämme östlich von ihnen als Germanen qualifiziert. Es gab diesen Namen eigentlich nicht. Und nicht mal die Kreuzfahrer wurden als "Deutsche" benannt. Sie gingen in die Geschichte als Franken ein. 

Wer sind wir denn eigentlich? Und welche Urkultur, die Legida beschwört, haben wir eigentlich? Wir sprechen im Prinzip alle Deutsch, nur die Österreicher und Schweizer auch, obwohl sie nicht unbedingt uns Deutsche lieben. Deutsch ist für sie eher preußisch. Was auch nicht falsch ist, weil Preußen nach vielen Kriegen mal die größte und mächtigste Macht hier auf unserem Territorium war. 

Nun Legida? Welche ist unsere Urkultur? Ich für mein Teil ziehe die humanistische vor, die solche Deutsche hervorgebracht hat, wie z. B. einen Alexander von Humboldt. Der war nicht so ein kleinkarierter Spießer, der nach einer angeblich deutschen oder christlich-jüdischen Urkultur gesucht hat. 

Übrigens kann es nur jüdisch-christlich heißen, weil eben das Alte Testament VOR dem Neuen Testament aufgeschrieben worden ist und das wurde in aramäischer, griechischer, lateinischer Sprache auf die Pergamente geschrieben ... Übrigens Hieronymus hat die griechische Bibel ins lateinische übersetzt. Ob er alles richtig übersetzt hat? Ist die griechische Übersetzung des Aramäischen richtig? Und war Luther sprachlich so versiert, dass er uns eine einwandfreie deutsche Übersetzung überliefert hat, die allen Kritiken stand hält? Schon mal daran gedacht? Eher nicht, denke ich mal.

Auf der anderen Seite sollten wir dann bedenken, dass die Religion, die so urkulturisch beschrieben wird, aus den Wüsten des Nahen Ostens kommt. Ein Nomadenvolk legten die Grundlage für das Judentum, das Christentum und den Islam. Und die haben wahrscheinlich schon im alten Babylon von einen Gott gehört, der nur der Eine war. 

Also gehört - folgerichtig - zu unserer sogenannten Urkultur auch die Kultur der Wüstenvölker, ebenso wie die dier Sumer, der Babylonier, der alten Ägypter, Hethiter und anderer Völker in diesem Raum. 

Wenn wir direkt unser näherliegendes Territorium betrachten, waren wir mit unserer christlichen Urkultur ungebildet. Was kam eigentlich direkt von uns, wenn wir schon im Urschleim waden wollen. Fast unser ganzes Wissen bezogen wir aus dem islamischen Raum, weil diese Gelehrten dort die griechischen Schriften aufbewahrt hatten und ins arabische übersetzt hatten. Hier in Mitteleuropa wurde nur zu Ader gelassen, als man im Orient schon Medizin betrieb. Avicenna in Isfahan oder die größte und modernste Ärzteschule zu damaligen Zeiten in Bagdad legen davon Zeugnis ab.

Sind wir nun so überragend? Wir haben auf dem Wissen der Araber aufgebaut, die uns die Antike wieder eröffnet haben. Man könnte schon mal dankbar sein und sie nicht nur als Kameltreiber verunglimpfen, wie das oft geschieht.

Es gibt kein Mulitkulti, nirgendwo auf der Welt. Es hat auch noch nie ein Multikulti gegeben, wenn man darunter versteht, dass alle so sind wie eben alle anderen auch. Es gibt auch keinen Schmelztiegel der unterschiedlichen Kulturen von kleinen Ausnahmen abgesehen. Deutsche im Ausland lebend ballen sich zusammen. Andere Ethnien, die hier leben ebenso. In NY ist das genauso, wo es eben verschiedene Viertel gibt, wie Chinatown oder das jüdische Viertel oder wie auch immer. Was wir aber können, ist voneinander lernen. Ich war schon in vielen Ländern der Welt und habe mir von anderen Kulturen dies oder jenes abgeschaut. Vieles was andere im Alltag tun, finde ich toll und adaptiere das in meinen Alltag. Anderes finde ich nicht so toll und lasse es eben links liegen. 

Und man kann doch wohl von hier lebenden Menschen verlangen, das sie mal schauen, wie leben denn eigentlich Türken wirklich oder andere Menschen aus anderen Ländern. Aber nein - das ist schon zuviel verlangt. Die meisten der Pegida-Legida-usw.-usf.-Einseiter kennen nicht mal irgendeinen Menschen der nicht aus Deutschland ist. Aber es reicht schon, wenn jemand schwarze Haare hat, dunkle Augen und eine etwas dunklere Hautfarbe, dass man einen Bogen um ihn herum macht, weil er einen doch vergewaltigen könnte oder einfach niederschlagen. Verbrennen, verprügeln, vergewaltigen, totschlagen - das war eigentlich bis jetzt eher das Fachgebiet der Blonden, Blauäugigen ... *kicher* auch ich kann Vorurteile mit diesem Ausspruch ad absurdum führen. Ein Ausländerhasser muss nicht blond oder blauäugig sein.

Und nun Hilfe ... hilfe ... hilfe ... Legida nimmt sich uns als Frauen an. Übrigens verbitte ich mir das, dass diese Menschen darüber entscheiden wollen, ob ich gleichberechtigt bin oder nicht. Ich bin es nicht! Ich war es schon nicht 100% in der DDR, aber immer noch gleichberechtigter als jetzt. Okay, man kann mir mit Gesetzen kommen. Das ist Pseudogequatsche. 

ICH BIN ALS FRAU NICHT GLEICHBERECHTIGT!

Als Frau werde ich auf Schuhe, Kosmetik, Mode, keine Falten, ewige Jugend, lange Haare und Kleidergröße XS reduziert. So muss Frau sein. Frau sollte möglichst Kindfrau sein und das Abbild, was sich Männer wünschen. Die Chloe-Werbung zeigt das augenscheinlich.

Ich erhalte weniger Geld für die gleiche Arbeit, weniger Rente ... Ich als Frau komme kaum auf 45 Arbeitsjahre, wenn ich Kinder geboren habe ... der Haushalt wird mir angelastet ... Putzmittel und Waschmittelwerbung ist für Frauen gedacht ... Die Küche soll auch das Reich der Frau sein.

Und wenn ich es will, will ich auch Schmied werden können. Man muss mich nicht unbeding Schmiedin nennen. Wo fängt der geschlechtsspezifische Beruf an und wo endet er? Die Cretins der Legida wollen, dass Frau wieder das macht, was Frau machen soll und Mann das macht, was Mann machen soll. Dazu führt man solch Hirnrissiges an, wie Hebamme. Ich persönlich habe noch keinen Mann gesehen, der das arbeiten wollte. Ich habe mein Kind in der Klinik geboren und Frauenärzte (also Männer) haben mir bei der Geburt geholfen. Es waren auch ein paar Frauen, wie eine Hebamme und Schwestern dabei. Es war zu DDR-Zeiten und um mein Bett hatten sich 5 Leute versammelt, die mir halfen. Aber warum sollte ein Mann nicht als Erzieher in einer Kindertagesstätte arbeiten sollen? Warum sollte er nicht Krankenpfleger oder Altenpfleger sein wollen? Warum sollte Frau nicht Automechanikerin werden wollen? In dieser Beziehung sollte sich Legida gemeinsam mit Saudi Arabien ins Bett legen. Vielleicht ein bisschen krass, aber es unterscheidet sie nicht allzusehr von den muslimischen Männern. 

Da muss die arme Muslimin herhalten, die ein Kopftuch tragen muss. Ihre Rechte werden ihr vorenthalten. Auf der anderen Seite: Wieviele deutsche Männer enthalten ihren deutschen Frauen ihre Rechte vor? Wenn es anders wäre, würden nicht so viele Frauen Zuflucht in Frauenhäusern suchen. Männer aus allen Schichten der Bevölkerung schlagen und misshandeln Frauen. Man frage sich bei Legida mal, wieviele Kinderpornobilder im Umlauf sind, die sich auf deutschen Festplatten befinden. Erst wenn wir Deutsche alles topp haben, können wir auf andere schauen. Wer im Glashaus sitzt, sollte nun mal nicht mit Steinen werfen.

Die Welt ist nicht schön. Die Welt ist hässlich. Millionäre und Milliardäre halten das Produktivvermögen der ganzen Welt und beuten alle Länder aus. Sie halten sich ihre nationalen Regierungen, die nach ihren Pfeifen tanzen. Wer bezahlt, bestimmt! Die Mittelschicht rutscht in die Armut ab. Die Armen rutschen ganz nach unten. Statt das wir uns nun zusammentun und gegen die Verursacher vorgehen, schlagen wir untereinander auf uns ein. Ach, wenn ich ein Herr Oettker wäre, Mitglied der Familien Springer, Quandt, Piech, Krupp und wie sie so alle heißen ... dann würde ich vor Freude im Quadrat springen! Die doofen Michel kämpfen gegen sich selbst. Das ist doch etwas. Da kann das Legidaherz dumpf pochen. Da glauben die doofen Michel doch wirklich, dass ihre Sozialsysteme von irgendeinen Roma oder Afrikaner kaputt gemacht werden könnten. Das haben die Familien - nein nicht im Stillen und Geheimen - das haben sie öffentlich schon durch ihre Veranlassung durch ihre Regierung machen lassen. Nur der doofe Michel hat es nicht oder wollte es nicht bemerken. Im Gegenteil, er wählt seine Schlächter immer und immer wieder und liebt seine Schlachthofbesitzerin Merkel, auch wenn andere Töne auf den Plakaten der "-gida-Bewegungen" stehen. Sie haben die CDUSPDGrüne gewählt oder sie haben eben nicht gewählt und dadurch CDUSPDGrüne doch gewählt. Auch durch Unterlassung wählt man!

So glauben doch die "-gida-Leute", dass die Infrastruktur, die Kultur (falls sie die wirklich interessiert), ihre Arbeitsplätze, die Straßen, die Bildung und alles andere, was nur wir benutzen, wir die kleinen Leute, deshalb kaputt ist, weil Muslime im Land sind und weil Flüchtlinge kommen. Wohl nicht aufgepasst. Nicht mitbekommen, dass die großen Familien so gut wie keine Steuern mehr zahlen müssen, dass große Unternehmen noch weniger zahlen müssen und dass die Banken unser Geld schlucken. Nicht die Länder, sondern die großen Aktienbesitzer aus aller Welt. Steuern bezahlen nur diejenigen, die arbeiten und soviel erhalten, dass sie nicht unter die Einkommenssteuergrenze fallen. Das werden immer weniger, dank der großen Aktienbesitzer, denen alles auf der Welt gehört. Deren Zahlen vor Nullen vor einem Komma müssen eben wachsen. Schließlich muss man sich die geraubten syrischen und irakischen Altertümer auch leisten können. 

Wir bezahlen sie ihnen!

Pfh - wir regen uns über Muslime auf und sagen so ein Müll, dass sie die Sharia bei uns einführen wollten. Wie kann man so idiotisch sein? Niemals wird die Justiz sich auf ein Abstellgleis stellen lassen. Sie gehören mit zu den Handlangern derer, die das Vermögen der Welt besitzen. 

Wir regen uns über Muslime auf und lassen es zu, dass unsere Demokratie - zumindest die Reste davon - von TTIP zerstört werden. Diese Gidas sollten sich lieber mit Campact zusammenschließen und dagegen demonstrieren! Unsere Steuergelder werden mit TTIP in die Taschen der Millionäre und Milliardäre in den Unternehmen dieser Welt damit nur noch schneller wandern. Sie werden uns zur Kasse bitten - uns Steuerzahler - wenn wir auch nur ein Gesetz mache, was sie nicht mögen. 

Dort ist unser Geld! Dort ist das Geld, was den Sozialsystemen fehlt, was der Infrastruktur fehlt und der Bildung und den Polizeistationen sowie den Krankenhäusern und Pflegeheimen. Aber wir wollen das von den Muslimen in unserem Land haben. Auch wenn alle nicht mehr in Deutschland wären, würde kein Cent mehr in o.g. Bereiche fließen. Es ist lächerlich etwas anderes zu glauben. 

Haben sich viele nicht darüber gefreut, dass es Schuldenbremsen gibt? Dadurch kann aber auch nicht mehr investiert werden. Konsum und Investitionen in einen Topf zu werfen, dass ist der Trick der Regierung. Auch eine schwäb'sche Hausfrau muss über ihre Verhältnisse leben, wenn sie ein Haus, ein Auto oder was sonst noch auf Kredit kaufen will. Nur sie investiert nicht. Sie konsumiert in der Regel. Man verschleiere das schön und redet jeden Schwachkopf ein, dass man nicht mehr ausgeben kann als einnehmen. Der schaut in seine leere Geldbörse und nickt mit dem Kopf. So hat er sich selbst verscheißert und verscheißern lassen. Er bedenkt nicht - will er auch nicht, ist zu anstrengend, gibt es keine App -, dass die Infrastruktur auch Vermögen ist, dass Schulen, Kulturhäuser, Kultur, Parks und vieles mehr auch Vermögen sind. Dass sie einen bleibenden Wert verkörpern, der abrufbar ist, der zum Volksvermögen zählt. Ein Auto dagegen wird nur verschrottet.

Legida ist ein verkapptes rechtsradikales Projekt, genau wie alle anderen Gidas. Es richtet sich gegen die Falschen!

Leipzig soll nun ein Hort Ultrakonservativer werden. Ein Hort derjenigen, die es laut sagen oder still denken, dass Hitler auch gute Seiten gehabt habe: z.B. der Autobahnenbau und die Organisation Todt. Warum er das wollte? Wir wissen, warum, wenn wir es denn wirklich wissen wollen.

Alles beginnt einmal klein mit ein paar Tausend Menschen in einer Stadt. Und dann wundern wir uns, dass irgendjemand ein faschistisches Regime errichtet.