Dienstag, 27. Januar 2015

Eh nee, wohnt der woanders?

Auf den Nachdenkenseiten sprach man von Tillich als einen neoliberalen Reaktionär. Diese Titulierung gefällt mir, weil sie der Wahrheit entspricht. 

Nun hat uns dieser neoliberale Reaktionär ein neues Ei ins Nest gelegt. Sinngemäß sagte er, dass Sachsen ein christlich-jüdisches Bundesland wäre, wo der Islam nichts zu suchen hätte. 

Beim süßen Blut von Andraste. Wie kommt er auf diesen Unsinn? Sachsen ist mehrheitlich ein konfessionsloses Bundesland mit ein paar katholischen Einsprengseln aus der Gegend, woher Tillich kommt, und ein paar evangelischen Christen, die lose verstreut in Sachsen leben. Die meisten Christen sind sicherlich aus den alten Bundesländern zu uns eingewandert, um den doofen Ossis als Vorgesetzte das Arbeiten beizubringen. Wir mussten das ja nie; uns wurde ja alles schön in die Wiege gelegt. 

Mich regt - wie ich schon öfters gesagt habe - auch der Begriff "christlich-jüdisch" auf. Ich habe diesen Begriff das erste Mal aus den tumben Mund der Raute gehört, die wohl in einem Wort mal wieder alles hineinpacken wollte, was heutzutage gesagt werden darf und soll. 

Sachsen ist weder christlich und noch viel weniger christlich-jüdisch. Christlich-jüdisch geht schon von der Zeitlinie her gar nicht und jüdisch-christlich sind wir nicht, weil Christen in Jahrhunderten seit sie existieren absolut NICHTS mit dem Jüdischen gemein hatten, im Gegenteil. 

Die Geschichte zwischen Christen und Juden ist eine Geschichte von Pogromen und Völkermord!

Es käme ja auch niemand auf die Idee islamisch-jüdische Religion zu sagen. Muslime würden sich das auch verbitten.

Man sagt das nicht, weil man dann nämlich plötzlich sehen würde, dass beide Religionen die gleichen Wurzeln haben. Und das wollen wir doch nicht. Wir verleugnen das hartnäckig. Das ist doch sowas von Bäh. Wir und die!

Und unser neoliberale Reaktionär? Der ist besonders stolz darauf, die niedrigsten Sozialstandards in Sachsen eingeführt zu haben. Sein Land ist das gelobte Niedriglohnland.

Er ist der typische ostdeutsche Wendehals und Demagoge. Früher in der DDR auf Du und Du mit den Genossen und der Stasi, im DDR-Staatsapparat fest verankert. Dort hat er für den Sozialismus gesprochen und jetzt ist er ein glühender Verfechter eines Polizeistaates und einer Niedriglohnregion, die christlich geprägt sein soll.

Apropos PEGIDA. Die haben natürlich völlig recht, wenn sie das sächsische Polizeigesetz anprangern und es abschaffen wollen. Nur - und damit liegt sie völlig falsch - wenn ich Ausländer hasse, habe ich noch kein rigides Polizeigesetz geändert. Im Gegenteil. Das wäre der Auftakt für noch ein rigideres Gesetz.

Übrigens, wieso demonstriert PEGIDA gegen Muslime? Tillich ist keiner. Und gegen seine Regierung zu demonstrieren - das wäre die richtige Adresse.






Kommentare:

  1. zu DDR-Zeiten war Sachsen rot und mit mehr Genossen bestückt als Brandenburg. Nun entdeckten die Sachsen ihre christlichen Werte.
    Die sächsischen Kirchen werden besser besucht als die brandenburger. Wer des Trostes bedarf, der soll sich trösten lassen. Das richtet keinen Schaden an.
    Tillich ist mir aus der Vergangenheit kein Begriff.
    Barnimer

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  2. Hallo Barnimer: Das trifft vielleicht auf das Erzgebirge, die Sächsische Schweiz und das Vogtland zu. Also die Regionen, wo man in seinen kleinen Klitschen sitzt, sich darüber aufregt, dass Bäume Blätter haben und Pappeln Samenwatte in die Gegend verstreuen (kein Witz)sowie vornehmlich BILD liest (auch kein Witz. Dann gibt es noch die kleine Enklave der sorbischen Gebiete, die schon in der DDR katholisch waren. Aber Sachsen ist viel mehr und die Mehrheit seiner Bevölkerung ist nicht kirchlich gebunden. Vielfach gehen die Westimporte in die Kirchen. Sachsen war so rot oder auch nicht wie jeder andere Bezirk in der DDR. Christliche Werte entdecken? machen Sie sich nicht lächerlich.
    Nein, die entdeckt man in Sachsen vielfach nicht! Christsein geht mit Humanismus Hand in Hand. Davon sind sehr viele Bürger Sachsens weit entfernt und nicht nur dort. Kirchenbänke angeblich gefüllt heißt nicht, christliche Werte entdeckt. Die gefüllten Kirchenbänke gibt es auch eher zu Weihnachten (da gab es die auch in der DDR bei uns). Falls es in Sachsen mehr Genossen gab, als in Brandenburg, heißt dass nur, dass die Bezirke Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt eben größer waren und es hier sehr viele große Industriesbetriebe gab. Leipzig war schon die zweitgrößte Stadt in der DDR. Und, lieber Barnimer, dann doch lieber rot, als das, was jetzt so an der Tagesordnung ist mit einem kleineren oder auch größeren faschistoiden Touch.

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  3. Ich vergaß. Tillich war in der Stadt Dresden Stadtrat für Handel und Versorgung. Was das in der DDR geheißen hat, weiß jeder!

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