Dienstag, 10. Februar 2015

Ich will auf das Aussterben der menschlichen Rasse spekulieren

Nur Mist, dass ich dann die Gewinne nicht mehr einstreichen kann. Leider bin ich dann selbst nicht mehr da.

Aber im Prinzip wäre der Erde zu wünschen, dass diese abartige Art Homo sapiens sapiens ausstürbe. Die Erde könnte aufatmen, kein Naturterrorist würde sie mehr stören.

Ich bin eigentlich überhaupt kein Öko, was man landläufig so unter Ökos versteht. Nur, ich lebe in dieser Welt und es ist eine endliche.

Heute habe ich im arte-Fernsehen einen Bericht gesehen, wie die Natur ökonomisiert wird. 

Willst du einen Orang Utan schützen? Bitteschön. Die sogenannten Umweltbanken können dir eine Aktie dafür anbieten. 

Willst du, dass dein sogenannter energetischer Fußabdruck mit Baumpflanzungen kompensiert wird? Bitteschön. Irgendwo in der 3. Welt können mit dem Geld, was du anlegst, Wälder gepflanzt werden. Du kennst zwar den Wald nicht, der entsteht, aber du kannst dein Gewissen wunderschön entlasten. Was interessiert es dich, dass - wie geschehen - als Regenwaldkompensation nur Eukaplyptusbäume gepflanzt werden? Du hast ein gutes Gewissen und kannst dir ein neues Smartphone zulegen. Dass dieser "Wald" zum Sterben verurteilt ist, ist gleichgültig. Die Waldreste können durch die Konzerne immer noch zu Profit für Benzin für dein Auto gemacht werden. 

Also schließt sich der Kreis. Du hast mit dem Konsummüll Teile der Erde mit verwüstet, hast Menschen aus ihrem Umfeld vertrieben, sie krank gemacht, vielleicht sogar getötet, aber du hast dein Gewissen beruhigt, in dem du einen Ablassbrief bei einer Bank gekauft hast und Bäume hast pflanzen lassen, die der Umwelt zwar schaden, dir aber zum Schluss immer noch deinen Tank füllen. Dass dein Ablassbrief extra noch Profite bringt, ist ein wunderschönes Extra, was du genau wünschtest. Wenn das mal kein gutes Geschäft ist!

In den Augen der Banker und der 1 % derer, die alles besitzen, ist die Natur nur etwas wert, wenn man sie ökonomisch beziffert. Das Humankapital, was eigentlich vormals ein einzigartiger Mensch gewesen war, bekommt ein Geschwisterkind: das Naturkapital. 

Die Natur leistet etwas, sagt man. Wirklich? Wenn die seltenen Erden weg sind, sind sie weg. Die Natur leistet nichts, indem sie uns frisches Wasser zur Verfügung stellt. Das Wasser fliest einfach, ob wir nun da sind oder nicht. Und wenn das Wasser weg ist, ist es weg. Die Natur leistet nichts!  Sie ist einfach nur da. Sie war da, lange bevor diese raffgierige Brut die Erde bevölkerte und den Händlerseelen den Vorrang vor allem anderen gab.

Es gibt lange Listen, bei welchen Banken wir Anlagen kaufen können, um z.B. bestimmte Tierarten schützen zu können. Das nennt sich dann wiederum Produkt - Finanzprodukt.

Ein Orang Utan, der da ist, ob wir es nun auch sind oder nicht, wird also zum Produkt degradiert - einem Finanzprodukt, das in den Kreislauf der anderen Finanzprodukte eingeht, von Hand zu Hand gereicht wird, in andere sogenannte Finanzprodukte  einsortiert wird, bis es überhaupt nicht mehr um den Orang Utan geht - ging es überhaupt um ihn? - sondern um den Profit an sich. 

Nichts leisten, aber Geld dafür erspielen, könnte man das nennen. Oder man könnte auch asoziales Wirtschaften dazu sagen.

Ganz "gewiefte" Investoren werden dann auf das Aussterben des Orang Utan wetten und Profite einfahren. Ganz sicher! Nicht heute, aber morgen - Hand drauf.

Da wette ich doch lieber auf das Aussterben der menschlichen Rasse. Sie hat es verdient.

Übrigens, hier der Link zur arte-Sendung: Natur - Spekulationsobjekt der Zukunft.

Dazu passt auch, dass im Regenwald von Ecuador eine Kupfermine eröffnet werden soll. Auf in eine neue Konsummüllwachstumsfantasie! Dort leben ja nur ein paar zurückgebliebene Menschen. Eine grüne Aktie gekauft und alles ist wieder in Butter. Oder? Wie man mit den sich wehrenden Menschen umgeht: HIER




Kommentare:

  1. Ja, wenn alles weg ist, dann ist es weg. Darüber machen sich aber nur wenige Gedanken, solange sie noch konsumieren können. Den Supermarkt gibt's ja gleich um die Ecke und Spass will man ja auch noch haben. Und ein neues Auto und und...
    Ich bekomme schon Zahnschmerzen, wenn Produkte damit beworben werden, dass sounsoviel vom Erlös der Natur zugute kommt. Ein Cent für die Aufforstung eines vernichteten Regenwaldes. Wie dumm muß man sein, mit solcher Verblödung sein Gewissen zu beruhigen? Da sind Affen weitaus intelligender.
    Ich wohne in einer ländlichen Region und staune immer wieder darüber, wie umweltbewußt Landwirte mit der Natur umgehen. Gar nicht! Sie denken nur an ihren eigen Profit und Vorteil, beuten die Böden aus, was nur noch mit Chemie machbar ist, verpesten die Luft mit ihren Monstermaschienen. Vom Lärm einmal abgesehen, wenn man gerade in der Nähe wohnt. Dafür werden sie dann auch noch subventioniert.
    Wenn es einem Landwirt schon völlig egal ist, was er anrichtet, habe auch ich nur wenig Hoffnung.
    Profit kommt vor Natur. Von was will die Gier noch profitieren, wenn es nichts mehr auszubeuten gibt?

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  2. @frei-blog:"Von was will die Gier noch profitieren, wenn es nichts mehr auszubeuten gibt?" Gute Frage.

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