Freitag, 6. Februar 2015

Soylent green nicht mehr Zukunftsmusik?

Ich übertreibe jetzt stark, hoffe ich zumindest. Ein Gewerkschaftsfurz hat wieder einmal den gehypten sogenannten Generationenkonflikt angetrieben.

Rentner sollen ihre Wohnungen für junge Leute freimachen, weil es für junge Leute mit Kindern zu wenig geeigneten Wohnraum gäbe. Und die Medien erklären dann, welche Wohnungen zu groß für ein Rentnerehepaar wären. Unsere kleine 3-Raum-Wohnung mit ihrer winzigen Sanitärzelle wäre dann für uns zwei zu groß.

Erst fressen wir den jungen Leuten ihre Zukunft weg und die Arbeitsplätze dazu jetzt auch noch den Wohnraum.

Ich würde den Gewerkschaftsfuzzi gern einmal persönlich fragen, wie alt er jetzt ist und in welcher Wohnung er wohnt. Sicherlich nicht in einem Kaninchenstall, die er den Senioren nur noch zubilligen will. Ich hatte einmal eine Bekannte, die zu anderen Zeiten auch immer über Rentner herzog. Wir gaben ihr den Rat, sich beizeiten an einem Baum aufzuknüpfen. Er sollte das vielleicht auch in Erwägung ziehn, um nicht andauernd das Seniorenbashing über sich ergehen lassen zu müssen.

Die Frage ist doch ganz anders zu stellen. Warum gibt es zu wenig bezahlbaren Wohnraum für junge Leute?

Warum werden keine Sozialwohnungen mehr gebaut?

Wieso werden Wohnviertel zurückgebaut, wie man so schön sagt, also Wohnraum abgerissen? Hat das nichts mit Profitraten zu tun, die bei mehr Wohnraum für alle etwas sinken würden?

Wann wird es die nächste sogenannte Bürgerbewegung geben, die den Rentnern ihren Wohnraum neidet? 

Ein Anführer dafür wäre schon beim Gewerkschaftsfuzzi zu finden.

Und - kann denn überhaupt ein junges Ehepaar mit den Standard-zwei-Kindern überhaupt eine Wohnung bezahlen, die zur Zeit von gut betuchten Rentnern bewohnt wird? Arme Rentner können sich mit Sicherheit keine Riesenwohnung leisten und sind von sich aus umgezogen. Langzeitarbeitslosen und Sozialgeld-Rentnern können sich die Größe ihrer Wohnung ebenso wenig aussuchen.

Und wer kommt dann als erster auf die Idee, dass für ein Seniorenehepaar ein Haus doch viel zu groß wäre? Eine Altersvorsorge war und sind selbst bewohnte Häuser sowieso nicht.

Der Front gegen nutzlose Fresser, die nicht arbeiten, wird wieder neuer Stoff zugeführt. 

In Science-Fiction-Filmen wurde die Thematik schon öfters aufgegriffen. Das Stichwort dazu ist Soylent green mit dem deutschen Filmtitel "Jahr 2022… die überleben wollen" von 1973. In der Star-Trek-Reihe wurde auch darüber philosophiert, wie man mit Alter nicht umgehen sollte.

Wie sagt man so schön, mit einer nicht mehr gesellschaftsfähigen Wortwahl? Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan; der Mohr kann gehen.

Ist das die große christliche Idee, der sich angeblich die westlichen Staaten verschrieben haben? Oder blitzt da nicht die Idee des lebensunwerten Lebens durch?





Kommentare:

  1. Man muß die Rentner dann nur noch in drei Klassen aufteilen: 1) die unnützen Arbeitsrentner, 2)Staatsdiener in Pension, 3) Leistungsträger auf Ewigkeit.

    Mit Gewerkschaftler, die sich bis zu ihrer eigenen Rente ein nettes Nest einrichten und bezahlen lassen, habe ich eh ein Problem.

    Es geht wohl hierbei auch nicht um bezahlbaren Wohnraum für Familien, eher um die Verwertung von Wohnungen zu höheren Preisen.

    Und: wer alte Menschen aus ihrem gewohnten Umfeld vertreiben möchte, ist ein gewissenloses A....loch.

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  2. @VoWu: Der mit den 3 Klassen ist gut. Muss ich mir merken. Auch ich habe mit den Gewerkschaften ein Problem. Die spielen immer noch das Spiel der Bosse, sind von denen bestochen worden, das Lied der Sozialpartnerschaft zu singen, die es nie gegeben hat.

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