Montag, 4. Mai 2015

Deutschland geht den Bach hinunter

Gut, das ist nichts Neues, obwohl die Medien stundenlang über die angeblichen Höhenflüge Deutschlands berichten, dem Land, wo für jeden Milch und Honig fließen, fast einem Schlaraffenland. Nur hat das nichts mit der Wirklichkeit zu tun.

Nun soll die GDL den Wirtschaftsstandort gefährden. 

Es kann also nicht so weit her sein mit dem tollen Wirtschaftsstandort, der angeblich die Deutschen so stinkreich macht, dass sie wie die Verrückten einkaufen ... einkaufen ... und den Binnenmarkt zu Höhenflügen verhelfen. 

Eine Wirtschaft, die bei einem läppischen Streik in die Knie geht? Was ist das für eine Wirtschaftsmacht? 

Haben die Unternehmen mit ihren verantwortungslosen Handeln nicht selbst dafür gesorgt, dass das Säuseln eines Lüftchens ihr Kartenhaus zusammenfallen lässt? "Just in Time" sei hier nur genannt.

Macht es den Wirtschaftsstandort Deutschland kaputt, wenn Lokführer um bessere Arbeitsbedingungen streiken? Sie werden - wie gefordert - nie 5 % mehr Lohn beziehen und wenn, dann nur in 2 Schritten über viele Monate hinweg und das noch schöngerechnet. So sieht doch die Wirklichkeit eher aus.

Wollen wir wirklich Lokführer, die überfordert sind? Wollen wir Lokführer, die als Leiharbeiter arbeiten oder mit Werksverträgen?

Ist es unbillig, wenn Rangierlokführer mit anderen Lokführern gleichgestellt werden?

Ist eine Stunde weniger Arbeit pro Woche überzogen? 

Man bedenke, dass die Einsatzpläne von Lokführern computeroptimiert sind. Also herrschen dort schon die Computer über Menschen. Was interessiert einem Computer Menschen? Was interessiert einen Computer, wenn Lokführer auch mal etwas mit ihren Familien unternehmen wollen, mit Freunden oder einfach mal ausspannen. Was interessiert einem Computer, wie weit der Lokführer fahren muss, um an seinen Einsatzort zu kommen. Was interessiert einem Computer, wenn ein Mensch wie eine Zitrone ausgequetscht wird. Hauptsache Effizienz. Der Mensch ist Nebensache. 

Sollen sich das Menschen einfach so gefallen lassen?

Es geht bei der einen Stunde weniger auch darum, dass die Bahn endlich mal die Löcher in ihrer Personaldecke stopft. 

Lässt diese läppischen Forderungen den Wirtschaftsstandort Deutschland schon zusammenbrechen? 

Wird die Bahn dadurch bettelarm? Sollte sie nicht mal lieber die Gehälter ihrer Vorstände durchforsten und diese kürzen, weil kein Mensch so gut arbeitet, dass er ein- bis zweistellige Jahresbeträge verdienen könnte?

Muss immer nur bei denen gespart werden, die Leistungen erbringen? Die das Geld einspielen?

Die Bahn sonnt sich immer in ihren Gewinnen, die sie generiert, und sie vergisst dabei zu sagen, dass die Hauptanteil der Gewinne das Einheimsen von Steuergeldern sind? Stichwort ÖPNV. 
 
Warum muss eine deutsche Bahn internationalisiert werden. Wozu braucht eine Bahn Töchter in aller Welt? Dort macht sie dicke Ärm und hier verkommt die Bahn, fehlt es an Personal, ist das verbliebene Personal überarbeitet und die Infrastruktur verfällt ebenso. 

Wieso soll ein Herr Weselsky gierig sein? Die Gewerkschafter der GDL haben ihn das Mandat gegeben genau so zu handeln.

Die Unternehmen haben vielmehr Angst, dass die GDL ansteckend sein könnte. Sie ist fast die einzige Gewerkschaft, die noch eine Gewerkschaft ist. Die anderen üben Sozialpartnerschaft, die es seit dem Fall des Sozialismus nicht mehr gibt. Nur haben das die Gewerkschaften noch nicht bemerkt. Sie wurden gekauft. Ist die GDL nicht gerade deshalb entstanden, weil der Gewerkschaftsführer der Transnet seine Mitglieder verraten hat, sich vom Bahnvorstand hat kaufen lassen und wurde er wegen seines Verrates nicht gerade gut vom Bahnvorstand entlohnt? Das war der Boden, auf dem die GDL entstehen konnte. Die Mitglieder hatten einfach den Rand voll von ihren korrupten Gewerkschaftsführern. Könnte das vielleicht auch bei anderen Branchengewerkschaften Schule machen? Denken nicht die Unternehmen gerade: Wehret den Anfängen? Sind unsere Regierenden nicht gerade deren willfährige und korrupte Erfüllungsgehilfen, in dem sie das Streikrecht beschneiden wollen?

Und die Deutschen? Ich habe vielfach im Netz gelesen, dass die Deutschen empört wären, weil eine Gewerkschaft das macht, wozu sie da ist, nämlich Rechte für Arbeitnehmer zu erstreiken. 

Und nur weil unsere Wohlfühlzone etwas eingeengt wird, weil sich da mal jemand erlaubt für seine Rechte zu streiken, sind Deutsche zornig. Verteufeln sie die Gewerkschaften. Loben andere Länder, wo die Rechte der Gewerkschaften schon bis zu Unkenntlichkeit beschnitten worden sind. Da höre ich doch wirklich Deutsche, die meinen, dass der Streik der GDL abgewürgt werden solle.

Aber: Selbst eine schlechte Gewerkschaft ist besser als gar keine. Wer sollte denn wenigsten ein bisschen für die AN eintreten? Haben dass die Meckerer bedacht? Denken sie etwa, dass sie ihren Lohn selbst aushandeln könnten? Ach, ich vergaß: Hauptsache Arbeit!

Wieso machen die sogenannten kleinen Leute sich die Argumentation der Millionäre und Milliardäre zu eigen? 

Deren Argumentation kann nicht unsere Argumentation sein. Wer soll denn in der schönen, bunten Warenwelt einkaufen gehen, wenn nicht wir? Wir stellen die Mehrzahl des Volkes. Wir! 

Ist der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht eher dadurch gefährdet, dass ein paar Millionen von Menschen von dieser schönen, bunten Warenwelt fast ausgeschlossen sind? Es wird immer von Kauflaune gefaselt. Okay, man kann ja Laune zum Einkaufen haben, aber der Geldbeutel sagt bei den meisten von uns etwas anderes. Der Binnenmarkt schwächelt Monat vor Monat so vor sich hin. Menschen mit mehr Geld in der Tasche, könnten die rosigen Vorhersagen der Kauflaune wenigstens etwas bestätigen.

Und was machen wir? Wir wenden uns gegen die, die bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld erstreiken wollen. 

Wir sollten uns doch gegen die wenden, die uns immer kürzer halten wollen. Die Gesetze gegen die Mehrheit der Deutschen machen. Die uns verraten.

Dazu sind wir aber zu feige oder zu unflexibel im Denken. Leider gibt es keine App, die uns das Denken lehrt. Wir wenden uns gegen Unsresgleichen. Es ist ein Jammer in dieser Republik.

PS: Es werden Lokomotiven entwickelt, die dem Lokführer sagen, wann und wie er zu fahren hat. Sprich: Energieeffizienz. Das hört sich wunderbar an, ist aber eine weitere Runde von Lohndrückerei. Ein Lokführer weiß, was er zu machen hat, wenn es einen Berg hoch oder runter zu fahren gilt. Er weiß das, weil er seine Strecke aus dem efef kennen muss. Er hat Nachweise über seine Streckenkenntnis zu erbringen. Wenn das die Elektronik dem Lokführer abnimmt, braucht man keine qualifizierten Menschen mehr. Leiharbeiter reichen. Streckenkenntnis ist dann nicht mehr ein gefragtes Qualifikationsmerkmal.

Wollen wir das wirklich, wir die Normalos?









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