Samstag, 23. Mai 2015

Machen wir uns einfach mal selbst rechtlos

Wer als kleine Gewerkschaft den DGB als Freund betrachtet hat, braucht keine Feinde mehr.

Die großen Industriegewerkschaften einschließlich des Dachverbandes sind korrumpiert. Die Gewerkschaftsbeamten sitzen in den Aufsichtsräten und haben ihre eigentliche Aufgabe vergessen. Sie haben Frieden mit den Arbeitgebern geschlossen entgegen ihren wirklichen Interessen. Sie träumen den Traum der Sozialpartnerschaft, der seit den 1990er Jahren eigentlich ausgeträumt sein müsste, bei jeden.

»Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen«, sagte Warren Buffet.

Die großen Gewerkschaften können wahrscheinlich nicht verstehend lesen, sonst hätten sie sich diesen Satz hinter die Ohren geschrieben und würden danach handeln.  Vielleicht haben auch die gefüllten Geldtruhen der Arbeitgeber für die gewerkschaftlichen Aufsichtsräte die Ohren und Augen der großen Gewerkschaften verkleistert, so dass sie eigentlich keine Gewerkschafter mehr sind.

Die Arbeitnehmerschaft wurden per Gesetz mit dem Segen der Gewerkschaften gespalten. Die kleinen Gewerkschaften, die noch Kampfgeist besitzen, die noch wissen, was eine Gewerkschaft zu tun hat, werden mundtot gemacht. Letztendlich wird das ein Bummerang für den DGB selbst werden, falls das Gesetz Bestand haben wird. 

Übrigens, wieso wurde das Gesetz im Parlament überhaupt eingebracht und verabschiedet? Das Gesetz ist ein Eingriff in die Tariffreiheit, ergo Grundgesetz widrig. Alle, die die Hand für das "Ja" erhoben haben, sollten vor ein Gericht gestellt werden, weil sie ihren Schwur, das Grundgesetz zu achten, verletzt haben. Außerdem haben die Ja-Sager den nächsten Grundstein für eine Diktatur gesetzt. Denn, irgendwann beginnt alles. Auch eine Diktatur fängt ganz klein an und entwickelt sich dann über viele Jahre hinweg. 

Mit dem Tarifeinheitsgesetz hat der DGB seinen eigenen Untergang gefordert. Sein Gang in die Bedeutungslosigkeit wurde beschleunigt. 

Wenn die Rechte der Arbeitnehmer gestutzt werden, ist das erste Glied der Kette kaputt gemacht worden. Eine Kette ist nur so stark, wie alle seine Glieder. 

Jetzt werden die GDL, Cockpit und der Marburger Bund (andere auch) in die Bedeutungslosigkeit geführt. Glaubt jemand im DGB wirklich, dass die Arbeitgeber bei der Zerschlagung kleiner Spartengewerkschaften stehen bleiben? Der nächste Schlag der Arbeitgeber gegen die Gewerkschaften wird folgen. Die großen Industriegewerkschaften werden ihn zu spüren bekommen. Auch wenn sie einseitige Sozialpartnerschaft üben, sind sie ein Dorn in den Auge der Arbeitgeber. 

Und so hat der Weg in die Bedeutungslosigkeit des gesamten DGB begonnen ... mit den Segen der Gewerkschaften selbst.

Vergessen wir nicht: Eine breite Bevölkerungsmehrheit stimmt dem auch zu. Eine breite Bevölkerungsmehrheit hat mal wieder gegen ihre eigenen Interessen gestimmt  und den Weg in ihre eigene Rechtlosigkeit vorangetrieben, nur um mal pünktlich irgenwo sein zu können, nur, weil mal ihre Wohfühlzone verletzt wurde.

Von der Verräterpartei SPD will ich gar nicht erst sprechen. Es haben sogar mehr CDU-Mitglieder gegen das Gesetz gestimmt als SPD-Mitglieder. Wurde nicht Andrea Nahles ursprünglich zum linken Parteiflügel gezählt? Die SPD macht alles, um sich überflüssig zu machen. Wieso wählen Arbeitnehmer diesen Misthaufen immer noch?


Kommentare:

  1. Man könnte jeden Bürger schon von Geburt an beamten – und Ruhe wäre. Aber sage es nicht weiter, dann wäre ich wieder einmal der Dumme, der das Problem gelöst hätte :-)

    Aber Spaß beiseite. Als ich meine Ausbildung begann, wurde ich zeitgleich dazu aufgefordert in die Gewerkschaft einzutreten. Das gehört sich so. Da gab es regelrecht Drücker (Gewerkschaftsmitglieder) auf Kundenfang, um zahlende Mitglieder anzuwerben. Wer das nicht wollte, war ein Feind und sollte lieber die Schnauze halten.
    Als gewählter, engagierter Jugendvertreter in meiner Firma zog ich die Arschkarte, und wurde deshalb nach meiner Ausbildung auch nicht weiter beschäftigt. Hausverbot. Der damalige Gewerkschaftssekretär klüngelte lieber mit der Firmenleitung –.
    Soweit zum DGB.

    AntwortenLöschen
  2. Danke VoWu für deinen Kommentar. Ich könnte mich pausenlos über die Gewerkschaften ärgern. Es ist schon schwierig jemanden aus den Westbundesländern davon zu überzeugen, dass ihre "lustige" Zeit vorbei ist, dass es heutzutage keine Unternehmer mehr gibt, denen etwas an ihren Angestellten liegt und dass man heutzutage auch keine Silberlöffel mehr stehlen muss, um gefeuert zu werden. Ich frage mich immer wieder: Wieso plappern die Normalos den Arbeitgebermüll immer nach? Und die Gewerkschaften machen immer noch ein auf Sozialpartnerschaft, obwohl die es so noch nie wirklich gegeben hat. Die wahren Verhältnisse wurden durch das Bestehen des soz.Lagers verkleistert. Irgendwann sollte man doch aber aufwachen! Man will es aller Orten einfach nicht verstehen. Der Osten macht keine Ausnahme. Dort belügt man sich selbst, weil man im Oktober 1989 nicht für umsonst auf die Straße gegangen sein will. Man hält sich doch an Konsummüll fest, falls man ihn sich überhaupt noch leisten kann. Falls nicht, tut man so, als könnte man es. Ach hör auf, mir schwillt schon wieder der Kamm.

    AntwortenLöschen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.