Sonntag, 21. Juni 2015

Der hat uns die deutsche Einheit gebracht

Geschichte ist ein verflixtes Ding. Sie wird immer von Siegern geschrieben. Es werden Menschen in einen geschichtlichen Zusammenhang gestellt, die es nicht verdient haben, dort zu stehen. Und sie werden sogar für Dinge geehrt, die sie nicht bewegt haben.

W. Schäuble ist so ein Mann. Er hat den Point-Alpha-Preis erhalten und soll Architekt der deutschen Einheit gewesen sein und der EU.

»Der Point-Alpha-Preis wird für Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit verliehen. Er wird in nicht fest terminierten Abständen vom Kuratorium Deutsche Einheit e.V. (KDE) vergeben und ist mit einem Preisgeld von 25.000 € dotiert. Der Preis ist nach dem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt und heutigem Mahnmal Point Alpha an der hessischen innerdeutschen Grenze benannt. (Wikipedia)«

Wie gesagt: Geschichte wird von Siegern geschrieben und spült Personen hoch, die kein Anrecht darauf haben, geehrt zu werden.

Wer hat die Grundlagen für die deutsche Einheit gelegt? Nicht ein Herr Schäuble. Das waren die Bürger und Bürgerinnen der DDR, die ihr System verbessern wollten. Sie haben für einen besseren Sozialismus demonstriert. Viele jedenfalls - bis sie von den Konsumhabenwollern übertönt worden sind, assistiert von CDU/CSU und NPD sowie Republikanern. 

Was hat Herr Schäuble getan? Er hat die DDR-Bürger über den Tisch gezogen. Er hat wirtschaftlichen Betrieben und sozialen Unternehmungen Schulden aufgebürdet, die sie - im westdeutschen Sinne von Schulden - nicht hatten, weil das Geldsystem der DDR ein völlig anderes war. Ein Herr Schäuble ist der Architekt dafür, dass das Volksvermögen der Ostdeutschen völlig hemmungslos privatisiert wurde und viele Ostdeutschen zu Almosenempfängern gemacht wurden. Er hat die westdeutschen Sozialkassen geplündert mit der Folge, dass Westdeutsche den Ostdeutschen vorwarfen, dass sie von ihrem Geld leben würden. Dann mussten wir alle, egal ob Ost oder West für uns selbst einen sogenannten Soli-Zuschlag zahlen, der wiederum in die Kassen vornehmlich westdeutscher Konzerne gespült wurde. 

Es war immer das gleiche neoliberale Gehabe: Volksvermögen wird gestohlen, um es privaten Millionären und Milliardären ins Maul zu stopfen.

Das gleiche macht er jetzt in der Europäischen Union. Er verrät den europäischen Gedanken. Europa ist nur Europa, wenn es sein Europa ist, das mit deutscher Vorherrschaft. Er baut dieses Europa auf soziale Kälte aus. Wo die Bürger bleiben, ist im völlig schnuppe. Die können - wie in Griechenland - eben krepieren, wenn sie das Krankenhaus nicht bezahlen können. Hauptsache, das sogenannte "solidarische unter-die Arme-greifen" spült Gelder in die Kassen von Banken. Kein Grieche hat je etwas von dieser Solidarität gesehen. Er hungert vielfach dafür - auf Geheiß von Schäuble. Diesem kleinen, verbiesterten Rollstuhlfahrer sind die Normalos völlig egal. 

Die Blaupause seines neoliberalen Handelns beginnt in Ostdeutschland, wo er sich langsam vortastete bis er rigoroser wurde und die kleinen Leute Griechenlands dran glauben mussten. Er wird nicht damit aufhören. Spanien, Portugal, Italien ... alle können sich darauf "freuen" unter seiner Fuchtel zu verarmen und noch dazu verhöhnt zu werden, als faules südländisches Pack. Dazu hat er die Medien fest im Griff, um das Image der südlichen Europäer zu zerstören.

Wer die EU als Partner hat, braucht keine Feinde mehr. Die deutsche Überheblichkeit macht alles kaputt. In zwei Kriegen haben wir es selbst gemacht, jetzt befehlen wir es nur und die armen mit wirtschaftlichen Problemen kämpfenden europäischen Länder müssen sich selbst zerstören. 

Wenn das keinen Preis wert ist. 

Übrigens, man sagt über ihn, dass er einen scharfen Verstand hätte. Das kann er aber meisterhaft verbergen. Keine Volkswirtschaft kann ohne privaten Konsum wachsen. Stehle den Menschen das Geld und die Volkswirtschaft wird den Bach hinunter gehen. Die Schwerreichen können mit ihren Konsum den Verfall nicht aufhalten. Die Masse macht es nämlich. Nur das scheint für diesen kleinen badischen Hinterwäldler-Verstand zu filigran gedacht.

    

Kommentare:

  1. Was wollten denn die meisten der Leute die demonstriet haben? Sie wollten eine bessere DDR und sie wollten mal Reisen. Sie wollten keinen anderen Staat der Ihnen einfach aufgedrückt wurde.

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    1. Stimmt. Und heute wird uns wieder ein anderer Staat aufgedrückt.

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