Montag, 6. Juli 2015

Die Post ist wieder da.

Wofür haben nun eigentlich die Postler gestreikt? Da haben sie sich wochenlang nicht nur für mehr Geld eingesetzt, sondern sich auch stark gemacht, dass unterbezahlte, ausgegliederte Kollegen, die in fragwürdigen Jobs bei der Post arbeiten müssen, nicht mehr unterbezahlt sind.

Was wurde erreicht?

NICHTS!

Sie haben wirklich für nichts gestreikt - für fast nichts. Das Ergebnis ist es nicht wert, dafür wochenlang zu streiken. 

Warum nur lassen die Gewerkschaften sich mit Einmalzahlungen abspeisen. Ich frage mich das immer wieder. 400 EUR für 2015 und das erst ab Oktober. Davon gehen die Steuern und Versicherungsleistungen noch ab und es bleibt meist nur so um die 50 % davon übrig. Nun was soll eine Einmalzahlung von rund 200 EUR in diesem Jahr? Was soll dieser Portokassenbetrag dem Postler bringen? Nichts! Die paar Quikser verplempern sich ganz schnell, aber essen muss man jeden Monat, auch Licht, Wasser, Wärme (es wird ja mal wieder kälter) müssen gezahlt werden und nicht zu vergessen: die Miete, die monatlich fällig ist.  Na Wahnsinn. Der Wohlstand bricht aus!

Für 2016 wurden 2 % aus"gehandelt". Das deckt nicht die Teuerungsrate von Mieten, Gebühren, Lebensmittel und vielem anderen. Es ist nicht ein Plus zur Inflationsrate. Die leider mit dem normalen Leben der Menschen absolut nichts zu tun hat. Dazu kann man dann auch nur "super" sagen, die Arbeitgeber lachen sich scheckig über die Gewerkschaften.

Für 2017 sollen es dann nur 1 % sein, also der Lohnzuwachs wird gebremst. Erst wenig, dann noch weniger. 

So ein Ergebnis hätte binnen Kurzem ausgehandelt werden. Die Arbeitgeber haben das erreicht, was sie erreichen wollten. Die Gewerkschaft steht mit leeren Händen da. Aller Schnickschnack noch drumherum, was sich die Gewerkschaft zu Gute hält ist - eben Schnickschnack, ist ein App, die man benutzen kann, aber nicht muss, eine App, die letztendlich nur Datenpakete kostet, aber nichts bringt, falls man sein Hirn noch nicht bei BILD abgegeben hat. 

Wie kann man denn so irre sein, einen Tarifvertrag bis 2017 abzuschließen? Wie will man die sogenannten menschenwürdigen und schützenden Bedingungen für die Arbeit"nehmer" in den ausgegliederten Billig-Tochter-Gesellschaften durchsetzen, wenn man als Gewerkschaft nicht mal einen guten Lohn durchgesetzen kann?

Letztendlich schießen sich mit dieser Streikrunde alle ins Bein, außer die Postaktionäre natürlich. Alle anderen Unternehmen werden nicht wachsen können und Kapitalismus heißt eben Wachstum. Kapitalismus ist auf Konsumtion angewiesen, obwohl sie das nicht mal selbst kapieren in ihrer asozialen Denkart. Der deutsche Binnenmarkt wird weiter vor sich hindümpeln, aber das wird ja schon als einen robusten Erfolg gewertet. Mit der Wahrheit stehen die Arbeit"geber", die Gewerkschaften, viele der deutschen Ökonomen, die Regierung und die Medien auf Kriegsfuß.

Was aus einem Land wird, was sich selbst in die Tasche lügt, konnten wir an der DDR studieren. Deutschland eifert dem nach, mit Riesenschritten. Die Straßen ähneln schon fast dem Zustand derer in der DDR.





Kommentare:

  1. Austreten! In Massen aus den Gewerkschaften austreten! Immerhin finanzieren die Mitglieder mit ihren Beiträgen die gutbezahlten Pöstchen der Funktionäre auf Lebenszeit. Wer noch nicht begriffen hat, dass Gewerkschaften von ihrer angeblich "löblichen Arbeit" sehr gut profitieren, sollte weiter schlafen und an eine schützende Hand glauben. Die gibt es schlicht und einfach nicht mehr, nicht im ursprünglichem Sinne. Der normale Lohnabhängige ist heutzutage der Arsch der Wirtschaft, hat Angst vor Arbeitslosigkeit, und muß darüber hinaus noch dankbar sein, sich für ein Taschengeld ausbeuten zu lassen, um keinen Hartz 4-Antrag stellen zu müssen. Wenn ich richtig informiert bin, betreibt der DGB sogar eigene Leiharbeitsfirmen (?). Das verstehe, wer will, mir kommt dabei die Galle hoch.
    Wir leben in einer Schein-Gesellschaft, werden belogen, betrogen und vorgeführt.


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  2. @frei-blog: Stimmt. Ich könnte mich immer stundenlang über die sogenannten Einmalzahlungen aufregen, die niemand wirklich braucht (falls man an etwas anderes als das neue Smartphone denkt) und die nur dazu da sind, das Ergebnis aufzuhübschen. Ich frage mich immer, ob man wirklich so doof sein kann auf Gewerkschaftsseite. Ich würde nicht mal ansatzweise über Einmalbeträge verhandeln wollen, wenn ich Gewerkschaft wäre. Da können sie doch gleich die ganze Veranstaltung lassen. Da wird dann gejammert, dass die Regierung die Gewerkschaften immer mehr schwächt, aber gekämpft darum, dass es die Regierung sich nicht so leicht mehr erlauben kann, haben sie nicht. Dass die Gewerkschaften mit dem Rücken zur Wand stehen, haben sie selbst zugelassen. Sie lassen so alles mit sich machen und nennen das Sozialpartnerschaft, als ob mit einer Liz Mohn z.B. eine Sozialpartnerschaft überhaupt möglich wäre. Keine Arbeitsplatzgarantie hat je wirklich gegriffen. Bezahlt haben das die AN mit verminderter Arbeitslosenunterstützung und fehlenden Rentenbeiträgen. Zum Schluss sind die Arbeitsplätze trotzdem alle vernichtet worden mit dem Unterschied, dass die Unternehmer noch einen Reibach wegen verminderten Zahlungen machen konnten. Aber - an die Adresse der Arbeitnehmer - wie man sich bettet so liegt man. Wenn man sich nie eins ist, muss man eben mit den Folgen leben. Mir persönlich ist das egal, ich bin Rentnerin. Nur letztendlich schadet diese Haltung der Gewerkschaften und der kleinen Leute allen.

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