Dienstag, 20. Oktober 2015

Ein Jahr Pegida

Das öffentliche Deutschland regt sich auf. Dieses Mal über den türkischen Autor Akif Pirinçci. Seine Verträge wurden vom Bertelsmann Verlag gekündigt, d.h., ihm wurden die ökonomischen Grundlagen für sein Leben entzogen. Somit hat das Unternehmen  nicht anders gehandelt wie es der sogenannte Unrechtsstaat DDR immer getan hat. Ich finde das schon gespenstig. Es gibt für die Äußerung des türkischen Schriftstellers Gesetze, die einzuhalten sind. Das Ende seiner ökonomischen Grundlage gehört wohl doch eher nicht dazu. Pirincci ist für seine Katzenromane berühmt geworden. KATZENROMANE.

Herr Pirincci wird als Beispiel dafür herangezogen, dass die Menschen, die bei Pegida mitlaufen, alles Rechtsradikale sind. So einfach ist die Welt.

Ehe ich weiterschreibe nur kurz zur Verständigung. Ich mag Pegida nicht und finde sie sehr daneben, aber eben mehr deutschnational-konservativ.

Wir sollten uns in diesem Zusammenhang einmal fragen, warum wir Deutschen in Nahost und der Türkei so beliebt sind.

Es liegt nicht daran, dass wir so tolle Jungs und Mädels sind. Man liebt uns nicht, weil wir uns so gut zu benehmen wissen (tun wir das wirklich?) oder weil wir Geld im Lande lassen oder eine Multikulti-Gesellschaft haben wollten. Die Liebe zu Deutschland geht schon etwas weiter zurück. Nicht gar so weit, aber doch in unsere unseelige deutsche Geschichte.

Die Türken waren seit dem Kaiserreich schon immer mit Deutschland verbandelt. Die blaue Moschee wurde zu Ehren des deutschen Kaisers in preußisch Blau getaucht, deshalb heißt sie eben blaue Moschee. Heutzutage wundert man sich darüber, weil sie kaum noch blaue Fliesen hat. Ein Brunnen, gestiftet vom deutschen Kaiser, steht auch auf dem Hippodromplatz. Auch Hitler war mit der Türkei verbündet und es gab orientalische Kampfverbände. Die Liebe zu Deutschland und dann zu Hitler ist bei den Türken nie erkaltet. "Mein Kampf" kann man dort in den Buchläden leicht erstehen. Es ist in den Fensterauslagen massenweise zu finden. Nichts ist in dieser Hinsicht verboten.

Araber lieben die Deutschen, weil sie die Juden vergast haben. Das klingt hart und man will das als Deutscher eigentlich gar nicht hören, weil es einen beschämt (zumindest mich), ist aber so. Auf den Straßen wird einen das oft gesagt. 

Leider hat ein Herr Pirincci nicht bedacht, dass sein Ausspruch hier in Deutschland nicht vom Gesetz gedeckt ist. 

Ich will damit nicht den KZ-Ausspruch von Herrn Pirincci verniedlichen, nur mal seinen geschichtlichen Hintergrund aufzeigen. Der muss mir persönlich nicht gefallen.

Da sind wir dann bei Pegida. Ich kann bis heute nicht verstehen, dass dort soviele Menschen mitlaufen. Einerseits. Ich glaube im Leben nicht, dass wir mit Burka und Pluderhosen mal herumlaufen und die Sharia über uns ergehen lassen müssten. Das ist voll Spinne.

Andererseits ist das die einzige Stelle, wo ein Andersdenkender seine Meinung sagen kann. Es ist die Stelle, wo man heute öffentlich sagen darf, dass durch Merkel die europäischen Gesetze ad absurdum geführt worden sind.

Pegida ist der einzige Platz, wo Menschen offen sagen können, dass es für diese vielen Menschen bei uns weder Wohnungen, Arbeitsstellen, Lehrer noch Kita- oder Schulplätze gibt.  Es ist die einzige Stelle, wo Menschen offen fragen können, wer die entstehenden Kosten zu tragen habe. Wer im Land glaubt denn, dass es ohne Steuererhöhungen abgehen wird? Wer im Land glaubt denn, dass die wirklich Reichen zur Kasse gebeten werden könnten?

Das offizielle Deutschland verschweigt diese Tatsachen.

Und dort setzt für mich der Skandal ein. Unsere liebe Kanzlerin schweigt beharrlich über die Fragen, die den Menschen auf den Nägeln brennen. Sie macht Außenpolitik und schwadroniert mit solch einen doofen Satz, wie "wir schaffen das". Und Wie? Madam schweigt. 

Die schweigende Kanzlerin steht für mich dafür, dass Pegida zu dem werden konnte, was sie ist und wozu sie sich entwickelt. 

Ich frage mich weiterhin. Wieso stellen die Linken nicht diese Fragen? Wieso lassen sie die Kanzlerin mit ihrem Schweigen davon kommen? Sind sie so naiv, dass sie glauben, dass wir ein reiches Land wären? Wo will die Linke die Arbeitsplätze und die Wohnungen für Abertausende Neuankömmlinge herholen? Welche Antworten hat die Linke darauf? Sozialromantik? Stellt sie fahrlässigerweise keine dieser Fragen, weil sie glaubt, sonst als rechts eingeordnet zu werden? Ich denke, die Linke fühlt sich für arme Menschen verantwortlich, für Langzeitarbeitslose für arme Kinder ... Wieso fragt sie nicht nach dem wie - bei Wir schaffen das? Augen zu und durch - Hauptsache bunt? Oder wie? Nur weil Pegida auch von Rechtsradikalen unterwandert ist, sind deren Fragen doch nicht Müll. Sie müssen von einer Gesellschaft beantwortet werden und zwar sachlich und nicht mit Bedrohungen der Menschen, die dort spazieren gehen, wie das zur Zeit geschieht. 

Wieso demonstrieren Linke mit solch läppischen und doofen Sätzen, dass der Kaffee auch nicht von hier käme. Was hat bitteschön der Kaffee jetzt mit den Menschen, die hierher kommen, zu tun? Auch Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Bananen, Zitronen und Apfelsinen sind nicht deutsch. Ist der Afghane oder Syrer jetzt vergleichbar mit einer Tomate oder einer Tasse Kaffee? Soll das witzig sein? Dazu ist das Thema zu ernst. Mich erinnert solch eine Demo"kultur" mehr an eine Envent"kultur". So an: Jetzt mischen wir mal die Rechten auf.

Apropos Afghanen. Vor vielen Monaten, als die deutschen Soldaten aus Afghanistan abzogen, wurde darüber gefeilscht, wer von den afghanischen Dolmetschern und anderen Angestellten Asyl in Deutschland bekommen sollte. Die wurden wirklich von den Taliban an Leib und Leben bedroht und - was hat das so menschenfreundliche Deutschland gemacht? - sehr viele der Asylanträge abgelehnt und die Menschen, die für sie gearbeitet haben, den Tod ausgeliefert. Vielleicht sind welche jetzt bei den Flüchtlingen dabei. 

Nächste Frage:

Wieso wurde damals, als die Anzahl der Flüchtigen immer größer wurde, Italien und Griechenland nicht geholfen? Wieso hat Frau Merkel tatenlos zugesehen, wie z.B. das bettelarme Griechenland, wo selbst gehungert wird, von Flüchtlingen (ich übertreibe mal) überrannt wurde.

Frau Merkel will die mächtigste Frau der Welt sein. Wieso hat sie sich z.B. nicht mit dem jordanischen König in Verbindung gesetzt und diesem geholfen, die Menschen dort bestmöglichst unterzubringen. Der jordanische König ist ein aufgeklärter Monarch, mit dem sie bestimmt ins Geschäft gekommen wäre. Wieso hat sie nicht alles daran gesetzt, die UN-Flüchtlingshilfe massiv zu unterstützen? Deren Gelder gehen aus. Das wäre uns allen wesentlich billiger gekommen, als Flüchtlingslager hier in Deutschland zu konzentrieren. Wieso hat sie niemals klar gemacht, dass es europäische Gesetze zur Asylfrage gibt?  Dass es in der EU ein Prozedere gibt, wer wo seinen Antrag auf Asyl stellen darf. Wieso hat sie das nicht in allen Flüchtlingslagern kommuniziert und allen anderen Ländern, wo Leute sich auf den Weg machen, um hier ihr Glück suchen wollen. Und genau an dieser Stelle, hätte sie aus humanitären Gründen, diesen Annahmestellen Hilfe zukommen lassen müssen.

Sie hätte vielleicht auch mal die Wahrheit sagen können. Sie hätte verbreiten können, dass die rosaroten Statistiken zu den Arbeitslosen nicht stimmen. Sie hätte sagen können, dass die Armut in Deutschland wächst. Dass es immer mehr arme Kinder gibt und die Altersarmut auf den Vormarsch ist. Sie hätte vielleicht auch sagen müssen, dass das sogenannte Jobwunder kein Jobwunder ist, sondern, dass nur Vollarbeitszeitstellen in Teilzeitstellen unterteilt worden sind. Sie hätte vielleicht auch mal sagen müssen, dass immer mehr Selbständige den Weg zum Amt nehmen müssen und Aufstockung beantragen müssen. Sie hätte dann auch sagen müssen, dass der Fachkräftemangel eine Lüge ist und die Unternehmen nur Billigstarbeitskräfte haben wollen und niemand wirklich von den Löhnen dann leben könne. Sie hätte vielleicht dann auch die wirklichen Durchschnittslöhne, die eine breite Masse erhält den Lebenshaltungskosten gegenüberstellen sollen und dabei nicht immer nur die Angebote der Woche zugrundelegen dürfen. Sie hätte dann vielleicht auch die Mietsituation in Deutschland kommunizieren müssen. Und vielleicht wäre es auch wünschenswert, wenn sie überall in der Welt zuzüglich zu den Durchschnittseinkommen sagt, was ein Mercedes kostet, bei der Anschaffung und im Unterhalt. Vielleicht hätte sie dann doch ein paar Menschen damit erreicht und vielleicht hätten sich nicht so viele Eltern fahrlässiger- und verantwortungsloserweise mit ihren Kleinstkindern in Schlamm, Regen und Dreck und der kommenden Kälte auf den Weg gemacht. Aber, dann hätte sie ja ihre rosarote Wirtschaftsbrille absetzen müssen und sich in die Niederungen der wirklichen Welt begeben müssen. Igittigitt.

Es kann nicht sein, dass Tausende von Menschen in Europa herumvagabundieren und Wunschkonzert spielen. Offene Arme kann sich kein Staat leisten. Und - man schaue sich die reichen Emirate an - andere machen das auch nicht, weil sie ihre Länder nicht destabilisieren wollen, wie sie selbst gesagt haben. 

Wollen wir französische Banlieus haben? Oder lieber Wenigeren helfen, aber dann richtig.

Mit ihrem Nichthandeln und gesetzeswidrigem Handeln hat Merkel Europa destabilisiert und bürdet den Deutschen Kosten auf, die eine soziale Zerreißprobe herbeiführen. Somit ist sie, Steigbügelhalter von Pegida. Sie ist diejenige - und alle anderen auch, die in das gleiche Sprachrohr pusten - die zum Erstarken des rechten Randes beitragen. DAS ist der Skandal. Und nicht, dass Pegida sein Einjähriges feiert. Soweit hätte es nie kommen müssen, zumal der Zulauf schon abgeebt war. Man solle nicht diese Menschen, die dort mitlaufen kriminalisieren, sondern sich überlegen, was man als Staat falsch gemacht hat. 

Alles erinnert mich an die späten DDR-Jahre, als das Politbüro beratungsresistent war, nicht mehr wusste, was wirklich im Land vor sich ging und vor allem Außenpolitik machte, verbunden damit, die Menschen zu verunglimpften, die aus der DDR flüchteten und Ausreiseanträge stellten. Damals meinte man auch, auf diese Menschen verzichten zu können.

Das Thema ist ernst und duldet kein Bauchgefühl. Es gibt auch keine einfachen Antworten, aber zur Zeit wird überhaupt nicht geantwortet. Und genau das ist das Gefährliche.

 


Kommentare:

  1. Viele

    Fragen - keine Antworten. Ein Aufschrei und keine Hilfe.
    Ja, Pegida ist nicht die richtige Demonstration, doch die dort mitlaufen sind nicht alle rechts. Die wissen nur,dass sie etwas machen wollen und müssen.
    Ich verstand den Schriftsteller etwas anders. Haben sie die Rede auf YouTube gehört?
    Er antwortete den cduler Luebcke auf seinen Ausspruch,dass die deutschen ja auswandern konnten, wenn ihnen die Flüchtlingspolitik nicht passt. Der pirinci ist Satiriker und daher man koennte ja die Deutschen in Lager sperren-so meine Übersetzung der Rede.Im Uebrigen war der p. Viel zu hoch gestochen fuer die einfach gestrickten Teilnehmer.
    Und Ihre anderen aufgeworfenen Fragen - ja die bereiten jeden halbwegs Denkenden Kopfschmerzen.
    Trotzdem wünsche ich eine gute Nacht.
    Barnimer

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  2. Keine Antwort mehr:

    250.000 Menschen neulich in Berlin auf der TTIP-Demo...

    von der Politik defamiert, ignoriert und obendrein kaum eine Meldung wert in den Medien.

    Ganz im Gegensatz zu der Aufmerksamkeit bei Pegida,

    jedoch ebenso wichtig oder sogar noch viel wichtiger.


    Schlimme Zeiten!

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  3. @Barnimer: Ich gebe es zu, dass ich auf Youtube nicht den ganzen Beitrag von Princci gehört habe. Und - ich stehe dazu - auf RTL2 (ich bin eben auch mal eine Klatschbase) wurde auch mehr über den Beitrag gesagt und für mich klang das auch etwas anders als im ÖR. Ich denke auch, dass er - eben weil er nicht Deutscher ist - etwas unverkrampfter damit umgeht. Meines Erachtens geht es auch überhaupt nicht darum, was er gesagt hat, sondern der Diffamierung all der Menschen, die sich Sorgen um ihre Zukunft, um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel machen. Ich habe eine, von mir sehr geliebte, ausländische Schwiegertochter und Enkel, denen man es ansieht, dass ein Elternteil keine deutsche Wurzeln hat. Ich sorge mich ums sie. Wenn das Fass bricht, fragt niemand mehr näher nach.

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  4. @anonym: TTIP. Alle, die nicht mit der Regierungslinie schwimmen sind potenzielle Gegner. Sie werden tot geschwiegen oder diffamiert. Wir leben in einer Diktatur. Alle sollen nur eine Einheitsmeinung haben oder shoppen gehen - nichts anderes. Das ist für mich ein déjà-vu (außer shoppen gehen, da waren in der DDR Grenzen gesetzt).

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  5. Ok, sagen wir mal

    Der ach so reiche Westen.. (Nicht alle EU Nachbarländern) aber so 3-5 sind finanziell in der Lage ein paar Millionen Flüchtlinge aufzunehmen.

    Lassen wir das Thema Religionen und Nationen ausser Acht. Egal wenn Millionen Muslime plötzlich ein christliches Land versuchen zu dominieren.

    So bleibt dennoch eine Frage.

    Ab welcher Zahl kippt es?
    Wieviele Menschen und das finanzielle Gewicht, kann ein Land verkraften ohne selbst in die Knie zu gehen?

    Ich habe ein Haus mit 3 Küchen, 2 Bäder und 5 Zimmern. Wenn es voll ist, ist es voll. Dann müsste ich beginnen die Garage leer zu räumen, dann den Garten für Zelte! Wenn aber alles voll ist und ich Strom, Wasser und Steuer nicht mehr tragen kann.. Darf ich STOPP rufen? Oder bin ich dann ein Nazi?

    Wir reden von Menschen die zumindest einige Jahre benötigen um eine Sprache wirklich zu beherrschen. Menschen die Leben, krank werden und eine Wohnung brauchen.

    Oder soll es zum Deutschen Alltag gehören, dass zigtausende in Hallen, Lagern oder Zelten leben?

    Wohnraum schaffen für Millionen die selbst weder Geld noch Arbeit haben.

    Wann bricht so etwas zusammen?
    Krankenkasse, Sozialstaat, Infrastruktur.

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  6. Hallo Jörg, nach offizieller Lesart sind Sie dann ein neuer Nazi. Das suggerieren die Medien und die Regierung sowie die z.Z. meinungsführenden Organisationen. Ich sehe das ähnlich wie Sie. Ich weiß jetzt nicht, ob Sie ein Rechter, Nationakonservativer oder wie auch immer sind, das ist mir auch egal. Meinungsfreiheit ist Meinungsfreiheit, solange sie nicht andere mit dem Tode bedroht. Wir müssen damit aufhören, wichtige Fragen, die unser aller Leben beeinflussen mit rechts oder links zu belegen. Es sind objektive Fragen nach unseren Möglichkeiten hier im Land. Bei der Banken"rettung" wurde nur virtuelles Geld hin und her geschoben, was letztendlich niemanden wirklich weh tut. Aber jetzt muss WIRKLICHES Geld in die Hände genommen werden, bei klammen Kassen der Kommunen, die schon seit Jahren nicht mal ihre ureigensten Aufgaben mehr erfüllen können.

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  7. Hallo Pewi,

    Nein ich kann sie beruhigen, ich bin weder Rechts noch Links. Das Ganze beruht nur auf die derzeitige Situation. Es ist und bleibt ein schwieriges Thema, aber ich hoffe das wir alle dieses Problem irgendwie in den Griff bekommen. Aber ich glaube momentan weiß das niemand. Wir können daher nur abwarten.

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  8. Hallo Jörg B: Na, ich bin nicht mehr ganz so optimistisch. Ich glaube nicht, dass wir alle dieses Problem irgendwie in den Griff bekommen. "Wir" sind ziemlich weit voneinander entfernte Gruppen. Es gibt die einen, denen das alles eigentlich nichts angeht und die u.a. die Willkommenskultur pflegen und dann gibt es die, die alles bezahlen müssen und sich sorgen. Dann gibt es die, die es eigentlich besser wissen müssten, weil sie selbst arm sind, aber aus mir unerfindlichen Gründen, denken, der Kelch gehe an ihnen vorüber und die am besten auch alle Welt hier begrüßen wollten, weil sie sowieso keine Steuern bezahlen müssten, klagen aber auf der anderen Seite, dass die Lebensmittel zu teuer wären und sie nicht über den Monat kämen - merke auch Steuern -. Dann gibt es die mitleidsvollen Seelen, die mitleidig die bewusst in die Kameras gehobenen Kinder bedauern und nicht an die Folgen denken. Mir tun auch die Kinder leid, finde aber deren Eltern total verantwortungslos. Sie wären lieber im Flüchtlingslager geblieben, dort wären sie auch nicht verfolgt, hätten Essen, eine bessere Unterkunft, es wäre wärmer (obgleich es auch in z.B. Jordanien kühl werden kann)und ihre Kinder wären besser aufgehoben, als hier irgendwo auf europäischen Straßen im Dreck. Wie will man die vielen Gruppen zusammenbekommen, wenn man dann noch eine Kanzlerin hat, die nichts macht? Die zu faul ist, ihren ureigensten Job zu verrichten, auf den sie einen Amtseid geschworen hat? Nein, ich bin nicht optimistisch. Und es gibt viele Lösungsvorschläge, die an der Raute einfach abprallen.

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  9. Es stimmt nicht, daß Pirinçci allein wegen seiner katzenkrimis berühmt sei. Im vergangenen jahr hat er ein veröffentlicht, in welchem er gegen linke, schwule, frauen und ausländer hetzte.

    In seiner gedankenwelt haben frauen die beine breit zu machen und die klappe zu halten. Wenn sein verlag meint, daß es rufschädigend sei, nach Pirinçcis rede am montag, seine bücher weiter zu vertreiben und den vertrag fristlos kündigt, hat Pirinçci sich das selber zuzuschreiben. Dafür verdient er wirklich kein mitleid. Wenn das geld alle ist, kann er sich auf dem jobcenter melden, so wie jeder andere auch.

    Und was die DDR betrifft: die hat den autoren, deren werke nicht gedruckt wurden nicht die ökonomische lebensgrundlage entzogen, denen wurde ein ausfallhonorar für das manuskipt bezahlt.

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  10. @M.Mühlstein: Das wusste ich nicht. Ich kenne nur seine Katzenbücher. Und es ist wahr, dass in der DDR bei nichtkonformen Verhalten die ökonomische Grundlage entzogen worden ist. Zu Essen hatten sie dann im Grunde genommen alle, ob nun hier oder damals. Es gab genug Akademiker, die nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten durften, weil sie nicht DDR-konform waren. Es gab genug Menschen, die sich dann in der Produktion "bewähren" durften, sozusagen als Strafe. Und es gab genügend Schriftsteller, die nicht mehr in der DDR verlegt worden sind. Das betrifft auch andere Künstler, die oft ausgebürgert worden sind. Es wurden Menschen als asozial bezeichnet, die z.B. bei dem sogenannten "Beataufstand" mitliefen und in die Braunkohle gesteckt worden sind und danach sich "bewähren" durfen, wo immer sie auch hingesteckt worden sind. Dadurch wurden oft Berufsträume zerstört. Wir wurden damals in der Schule gewarnt, daran teilzunehmen. Das war auch die DDR. Dabei war das alles wirklich harmlos. Sie hatte auch eine dunkle Seite, die man nicht beschönigen sollte. Dass niemand verhungerte, ist eine andere Sache. Auch hier muss i.d.R. niemand verhungern. Ich finde es schäbig, jemanden an den Kopf zu klatschen, dass er denn auch zum Jobcenter gehen könne. Das verdient NIEMAND! Man mag Frauen nicht mögen, Schwule nicht mögen und wen sonst was. Gottseidank habe wir jetzt diese Meinungsfreiheit. Man mag Pirincci und seine Ansichten nicht mögen oder auch seine Bücher nicht lesen, dass ist eine freie Wahl.Strafrechtlich relevante Äußerungen sind dazu da, diese zu verfolgen und zu verurteilen, was auch geschah und was richtig ist. Punkt.

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  11. Ach übrigens, Frau Mechthild Mühlstein. Ich habe nichts von Mitleid über Hr.Pirincci geschrieben. Es gibt aber für alles einen Hintergrund, auch für für viele von uns stockkonservative Ansichten. Dieser Hintergrund ist wichtig, da er Einiges erklärt, warum Menschen so und nicht anders handeln. Und Übrigens ging es eigentlich um etwas ganz anderes im Post. Der Katzenautor war nur eine Randerscheinung dabei, ein Einstieg. Man muss eben einmal alles lesen und verstehen wollen, genauso wie andere Ansichten zu respektieren sind, auch wenn sie nicht in das eigene Weltbild passen. Man sollte nicht so überheblich daherkommen und auch mal akzeptieren können, dass andere eben ein völlig anderes Weltbild haben. Man muss diese Ansichten keineswegs lieben. Aber in Deutschland geschieht nichts mehr, was einer Diskussion würdig wäre. Jeder wird in eine bestimmte Ecke gestellt. Damit werden keine lebensgrundsätzlichen Fragen mehr kontrovers diskutiert, sondern Ansichten, die nichts ins eigene Weltbild passen beiseite geschoben. Das wird uns teuer zu stehen kommen.

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