Mittwoch, 29. April 2015

Da sag doch noch jemand, wir wären eine offene Gesellschaft

Das ist nur so, wenn man zum Mainstream der Gesellschaft gehört. Unsere Gesellschaft brüstet sich damit offen für homosexuelle Beziehungen zu sein. Diese Menschen nicht mehr zu diskriminieren. Ja, ja, schöne Sonntagsreden. Diese Menschen haben die volle Anerkennung, nur weil sie ihr Zusammenleben öffentlich eintragen lassen können. Bla, bla, bla ...

Sicherlich ist das schon ein Fortschritt, aber ...

Von der Blutspende können homosexuelle Männer ausgeschlossen werden, wie auch der Europäische Gerichtshof gerade geurteilt hat. Ihr Blut könnte ja verseucht sein mit AIDS oder anderen schlimmen Krankheiten. Geistliche heutzutage denken ja immer noch, dass Homosexualität eine schlimme Krankheit wäre, die man heilen müsste. Eben Mittelalter.

Apropos Mittelalter: Nur so als kleine Anmerkung. In meinem Rollenspiel sagt der Magier, dass er, wenn er liebt nicht nur einen Körper liebt, sondern einen Menschen in seiner Ganzheit. Wohl mal nachdenkenswert, wenn man bedenkt, dass die Spieleerfinder in den USA zu finden sind.

Zurück zur Neuzeit. Ich erinnere mich noch daran, als es die ersten AIDS-Fälle und Gelbsuchtsfälle durch verseuchtes Blut gegeben hatte. Damals wurde festgelegt, dass Blut auf diese Krankheiten getestet werden müsse, wenn es Blutkonserve werden wollte. Das ist aber schon ein paar Jahrzehnte her.

Wenn der EuGH nun feststellt, dass homosexuelle Männer von der Blutspende ausgeschlossen werden können, muss man sich fragen, was das heißt.

Irgendwelche anderen Krankheitskeime kann jeder in sich tragen, auch den AIDS-Virus und die Gelbsucht. Man kann einmal Urlaub in Afrika gemacht haben und Gelbfieber in sich tragen, die Malaria oder was weiß ich nicht noch alles. Je weiter wir in der Welt herumkommen, so gefährlicher ist es eigentlich für unsere Gesundheit. Wir werden mit den verschiedensten Krankheitskeimen konfrontiert, die unser Immunsystem gar nicht mehr kennt.  Das muss nicht sein, aber kann.

Wenn also speziell auf den AIDS-Virus und Homosexuelle abgehoben wird, dann frage ich mich, ob das Spenderblut wirklich noch gewissenhaft überprüft wird. 

Man kann das jetzt auch nicht damit begründen, dass homosexuelle Männer, die eine sehr kleine Gruppe in der Gesellschaft sind, das höchste Risiko hätten, den AIDS-Virus aufzuschnappen. Von der sowieso schon kleinen Anzahl dieses Personenkreises, wäre es noch ein geringerer Prozentsatz zum Prozentsatz der Gesamtbevölkerung, die Blut spendet. 

Wenn sich unsere Gesellschaft schon dafür fürchtet, heißt das: Wir überprüfen keine Blutkonserven mehr, höchstens noch oberflächlich. Wir wollen das Geld nicht für Tests ausgeben, wo sowieso nur ein kleiner Prozentsatz von der ganzen "Ausbeute" verseucht wäre, vielleicht oder möglicherweise. Unser Profit ist uns wichtiger, als die Gesundheit der Menschen. 

Okay, das kommt einen schon wieder sehr bekannt vor. 

Und schon wieder haben wir eine Minderheit in unserer Gesellschaft zum Buhmann erklärt. 

Okay und das ist doch wohl das alltägliche Geschäft in einer individualisierten Gesellschaft, wo sich jeder selbst der nächste ist. 




Ach wie sind wir wieder scheinheilig.

In Indonesien werden Drogendealer hingerichtet. Okay, das weiß man. Bis heute hat uns das auch nicht wirklich interessiert. Was interessieren uns überhaupt Drogendealer? 

Aber plötzlich sind die Drogendealer die Guten, nur weil sie in Indonesien geschnappt worden sind und dort hingerichtet wurden. Ansonsten interessieren sie uns auch nicht sonderlich und sind bei uns im Westen auch die Bösen.

Aber hier ist plötzlich alles ganz anders. Da werden doch Ausländer geschnappt. AUSLÄNDER! Und dann waren noch Australier dabei. Pfui Spinne. Wie kann man denn in Indonesien indonesische Gesetze an ausländische Kriminielle anwenden. Das geht ganz und gar nicht.

Das ist wieder das Berühmte: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Feuerbällen werfen. 

Da werden Diplomaten zurückbeordert in ihre Heimat, gar diplomatische Beziehungen mit Indonesien hinterfragt.

Meine Frage: Hat irgend jemand mal die diplomatischen Beziehungen zu den USA hinterfragt? Wurden Diplomaten anderer Länder zurückbeordert, weil wieder mal jemand in den USA auf den elektrischen Stuhl umgebracht worden ist? Oder mit einer nicht sofort tötenden Giftspritze ins Jenseit befördert wurde? Hat das schon irgend jemand wirklich interessiert? Und wir wissen, was wir - zumindest ich - schon längst geahnt haben: Es werden auch Unschuldige mit dem Tode bestraft, und die Strafe wird auch vollstreckt. Unschuldige!

Wird uns nicht via Fernsehen der Krieg gegen Drogenbarone frei Haus geliefert. Mit allem, was  so ein Krieg ausmacht an Waffen und Kampfhubschraubern mitsamt den Toten.

Werden in den USA nicht Unschuldige von der Polizei einfach über den Haufen geschossen, weil sie schwarz sind, weil sie sich angeblich falsch verhalten bzw. verdächtig verhalten haben sollen? Werden Unschuldige nicht sogar von der Polizei dort zu Tode geprügelt? Und das ist dann menschenrechtsfreundlich?

Über Saudi-Arabien, unseren Freund, will ich jetzt gar nicht erst reden und über eine angewendete Sharia auch nicht. Keine westliche Botschaft wurde dort bisher geschlossen, weil mittelalterliche Gesetze in Saudi-Arabien angewendet werden. Im Gegenteil, sie sind unser Handelspartner und wir liefern ihnen tödliches Gerät, damit sie Krieg führen können. 

Der Westen hat soviel Dreck am Stecken, dass er schön ruhig sein sollte, wenn an Kriminellen in Indonesien indonesische Gesetze vollstreckt werden. Ob das Gesetz nun gut ist oder schlecht, steht auf einem völlig anderen Blatt.

Als sogenannte westliche Wertegemeinschaft kann ich mich nur über den Tod krimineller Drogendealer aufregen, wenn ich selbst keine Todesstrafe mehr in meinen Gesetzen habe. Ansonsten sollte ich den Mund halten und dafür eintreten, dass die Todesstrafe überall auf der Welt nur noch Geschichte ist. Kein Staat sollte sich mit Kriminellen gemein machen und gleiches mit gleichem vergelten. Wo sind denn unsere christlichen Werte? UNSER Christentum fußt auf dem Neuen Testament und nicht auf dem Alten mit "Auge in Auge und Zahn um Zahn". Wir sollten besser sein.