Dienstag, 19. Mai 2015

Irgendwie falsch


"Wer gegen das Geschäftsmodell skrupelloser Menschenschmuggler vorgehen will, muss diesem die Geschäftsgrundlage entziehen. Statt Kanonenbooten sollte die EU Fähren nach Nordafrika schicken, um Asylsuchenden eine sichere und legale Passage zur Prüfung ihres Begehrens zu bieten." Die LINKE

Warum Fähren schicken? Wir könnten Flugzeuge auf den entsprechenden Flughäfen landen lassen und alle, die mitwollen, peu-à-peu einladen und kostenlos nach Europa fliegen. Solche eine nette Geste wird sich rasch in den afrikanischen Ländern herumsprechen. Die Mythen des ach so reichen Europas werden damit bekräftigt werden. ;)

Ich sehe die Ströme der Menschen in Richtung der Flughäfen.

Ich sehe Menschen in Europa, die sich nun ganz und gar den Rechten ergeben, mögen sie nun eine *gida sein oder eine rechte Partei. Schon heute legt z.B. der Front National in Frankreich bei den Wahlen immer mehr zu. Auch in deutschen Köpfen machen sich immer mehr fremdenfeindliche Ansichten breit. Die Brandstiftungen von Asylbewerberheimen und die rassistischen Übergriffe der Polizei sprechen Bände.

Als ich das las, was die LINKE will, musste ich nur den Kopf schütteln. SO entzieht man vielleicht - aber auch nur vielleicht - den Menschenschmugglern die Geschäftsgrundlage. Man verlagert diese Geschäftsgrundlage nun auf die europäischen Steuerzahler. Irgendjemand muss ja die Fähren bezahlen. Und wer bleibt dann übrig? Dreimal darf jeder raten.

In einem hat die LINKE recht. Militäreinsätze gegen Schmugglerboote sind zum Scheitern verurteilt. Die wirkliche Geschäftsgrundlage bleibt nämlich erhalten.

An das Mitgefühl und die Anteilnahme der Europäer zu appelieren ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass sich der europäische Normalo im Angesicht seiner Armut oder im Angesicht seines bevorstehenden Abgleitens in die Armut, im Angesicht fehlender Arbeitsplätze oder unterbezahlter Arbeit, steigender Preise bei den Lebensmitteln, den Mieten und anderen Gebühren, im Angesicht der zerbröselnden Infrastruktur und der Schuldenbremse, die Investitionen des Staates ausschließen, bang fragt, was für ihn wohl übrig bleiben wird.

Die Geschäftsgrundlage der Menschenschmuggler wird NUR und ausschließlich NUR beseitigt, wenn Afrika nicht mehr wie eine Kolonie behandelt wird, wenn der afrikanische Mensch im Mittelpunkt der Politik der Europäer stehen würde genau wie fairer Handel. Da aber Höchstprofit in dieser Gesellschaft auf der Tagesordnung steht, werden in Afrika und nicht nur dort Menschen verhungern.

Die entsprechenden Konsorten geben lieber 180 Millionen EUR für ein Bild aus, als nur daran zu denken, dass sie das Geld denen gestohlen haben, die die Werte schaffen und dass das Geld denen gehört, die durch sie daran gehindert wurden, ihr eigenes Auskommen erwirtschaften zu können.

Wer sollte denn die Änderung solch einer Politik in die Wege leiten? Der Staat ist immer das Instrument der herrschenden Klasse, wie Lenin richtig sagte. Und in der herrschenden Klasse sind Menschenwürde und Fairness nicht vorgesehen.

Karl Liebknecht sagte richtigerweise: »Das Grundgesetz im Kapitalismus heißt "du oder ich", nicht "du und ich".«

Übrigens sind die Sätze der Linken geradezu eine Einladung an Rassisten gegen die LINKE zu hetzen.