Dienstag, 21. Juni 2016

Ist Nationalismus schlecht? Patriotismus altmodisch?

Gauck ist mal wieder unterwegs und er ist typisch deutsch unterwegs. Er warnt vor den neuen "Nationalismus" in Europa. Der ist ganz, ganz böse.

Nationalismus, das Unwort der Deutschen und nur der Deutschen. Warum? Nur weil es mal einen Hitler gab? Andere europäische Staaten hatten auch einen Hitlerverschnitt, wie Horthy z.B. in Ungarn, wie in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, wie in Frankreich der Petain, wie in den baltischen Staaten. Griechenland hatte noch länger eine faschistische Diktatur, Spanien und Portugal auch. Im 2. Weltkrieg haben alle europäische Staaten (mit winzigen Ausnahmen) fleißig bei der Vernichtung der jüdischen Mitbürger mitgemacht. Die Schweiz hat flüchtende Juden wieder nach Hitlerdeutschland zurückgeschickt. Ihnen haben die Juden das "J" im Reisepass zu verdanken. In Frankreich z.B. wurden nach deutschen Listen Juden, Kommunisten und andere in Lager gesteckt. All das schmälert die Schuld Deutschlands nicht, da Deutsche den Massenmord initiierten. Es geht mir um etwas völlig anderes.

Nationalismus. Ist es nicht eher Patriotismus? Nenne mir einen Franzosen, der nicht meint, dass sein Land Gott gegeben sei. Frage einen Griechen, einen Spanier, ob er nicht stolz ist auf sein Land wäre. Frage die Briten, frage die Polen, die Ungarn, die Tschechen, die Slowaken, die Esten, Litauer, Lettländer, frage die Einwohner aller europäischen Staaten. Sie sind stolz auf ihr Land. Sie sagen mit stolz "Ich bin Pole, Ungar, Grieche, Franzose usw. usf." 

US-Amerikaner vereinen sich hinter ihrer Flagge. Sie verbindet eines: Amerikaner zu sein. Sie zeigen ihre Stars and Stripes überall, an ihren Häusern, auf ihren T-Shirts und bei vielen anderen Gelegenheiten.

Warum soll das bei uns schlecht sein, was für die Weltbevölkerung gilt? Wollen wir wieder eine Ausnahme sein? Wieso sollen wir uns schlecht fühlen, wenn wir schwarz-rot-gold als unsere Fahne ansehen? Dürfen irgendwelche Jüngelchen kommen, die keine Kenntnis von Geschichte haben, bisher nichts geleistet haben und uns sagen, dass schwarz-rot-gold Sch... ist? Wissen die, dass für schwarz-rot-gold gestorben worden ist? Ach ja, Geschichte kann in den Schulen abgewählt werden.

Ist es nicht Selbstaufgabe, wenn wir als Deutsche nicht sagen dürfen, dass wir Deutsche sind? 

Auch dafür, dass wir ein Deutschland sein dürfen, wurden viele Opfer erbracht. Es ist geschichtlich nicht selbstverständlich, dass wir ein Vaterland sind. Während der napoleonischen Kriege haben viele auch dafür gekämpft, dass die deutsche Kleinstaaterei nach der Verjagung von Napoleon aufhört. Die Lützower z.B. haben für ein vereintes Deutschland gekämpft. Theodor Körner ist ein herausragender Vertreter dafür. Zum Hambacher Fest wurde die schwarz-rot-goldene Fahne getragen, die verboten war. In der nicht vollendeten bürgerlich-demokratischen Revolution in Deutschland wurden für dieses heut vereinte Land viele Opfer gebracht. Dichter des Vormärz wurden dafür in Festungen eingekerkert, Richard Wagner kämpfte auf den Barrikaden und Robert Blum wurde letztendlich dafür in Wien hingerichtet.

Das ist Teil unserer Geschichte. Das macht uns aus. Ebenso wie ein Kaiser Otto I. oder Kaiser Barbarossa und andere Könige und Kaiser des Mittelalters. Sie haben unser Gemeinschaftsgefühl geprägt, ob es uns nun bewusst ist oder auch nicht. Wieso fühlen wir uns als Deutsche, auch wenn wir auf früherem slawischen Boden leben. Die slawischen Stämme haben uns angeschlossen unter Kaiser Otto I. Das Brandenburger Land, das Cottbuser Land - alles war mal slawisch. Sicherlich haben heute noch in diesen Landstrichen viele Menschen noch slawische uralt Wurzeln. Wir sind aber heute Deutsche - zusammengewachsen in einer Kultur in einer Lebensart und das ist auch richtig so.

Das ist unser deutsches Erbe. Da dürfen keine Jüngelchen kommen, um uns einzureden, dass wir das Erbe über Bord werfen sollen und dass es altmodisch wäre, nicht mehr zeitgemäß. Dass Deutschland Sch... wäre und untergehen müsse. Unsere Gene sind vielfältig und wir werden keine degenerierten Kinder in die Welt setzen, als Spitze des Deutschenbashings.

Worin soll es untergehen? In irgendeine Gemengelage mit entwurzelten Menschen? Mit entwurzelten Menschen, die ihre Geschichte vergessen haben oder sie verleugnen, weil es nicht Mainstream ist, kann man alles machen. Die Geschichte zeigt uns auf anderen Kontinenten, wie es endet, geschichtslos und entwurzelt zu sein. Indianische Völker können ein Lied davon singen. Entwurzelte Menschen flattern wie Herbstblätter im Wind, die zwar wunderschön golden sind, aber trotzdem sterben. 

Ich habe mich immer mehr als Sachse gesehen, denn als Deutsche. Aber seit dem eine Hetze gegen alles Deutsche stattfindet, seit dem man sich fast entschuldigen muss, weil man Deutsche ist und dazu steht, seit dem empfinde ich mich immer mehr als Deutsche. Und ich will, dass dieses Land nicht in irgendeinen Brei untergeht. Ich will, dass man unserer Geschichte gedenkt und stolz auf unsere Geschichte sein darf. Ich will, dass man patriotisch sein darf. Und ich will dafür nicht als Populist, als Nazi, als Pack oder rechte Dumpfbacke beschimpft werden. Wir haben eine lange Geschichte. Sie beginnt nicht 1933 und endet nicht 1945.

Denken wir an diejenigen, die sich für die Idee eines Deutschland opferten.  Wir dürfen deren Andenken nicht beschmutzen oder als altmodisch in die Ecke werfen. 

Und ja, wir stehen in der Geschichtsfolge des christlichen Abendlandes, auch wenn irgendwelche Jüngelchen sagen: Geht mir weg mit eurem  Sch... Abendland. Unsere ganze Kultur ist hierin begründet, ob wir heute nun noch glauben oder auch nicht. Unsere Kultur ist gezeichnet durch eine Diskussionskultur (eigentlich). Das wurde ebenfalls hart erkämpft. Unsere Kultur ist gekennzeichnet durch einen religiösen Frieden. Die Menschen in Europa, vor allem auf heutigem deutschen Gebiet, haben massenweise dafür geblutet. Ganze Städte wurden massakriert im Namen der verfeindeten christlichen Strömungen. Wir haben daraus gelernt mit dem Westfälischen Frieden. Wir haben die Industrialisierung zustande gebracht. Daraus folgten Arbeitskämpfe mit vielen Opfern, die unser heutiges Leben im relativen Wohlstand hervorbrachten. Unsere Kultur ist gekennzeichnet durch die Befreiung der Frau. Dies steht einzigartig in der Welt und ist in anderen Kulturen so nicht der Fall.

Wir leben als Erben dieser Kämpfe und sollten diese Opfer niemals vergessen. Anscheinend haben die grünen Jüngelchen das vollkommen vergessen und verjubeln unser Erbe bis zur Gesichtslosigkeit. Viele Menschen haben auch in der Neuzeit hart gearbeitet, dass gerade diese geschichtslosen Jüngelchen im grünen Gewand sich heute hinstellen können, studieren können, sich als Sozialarbeiter gerieren können usw. usf. und dafür werben dürfen, dass Deutschland untergehen muss. Sie vergessen: Sozialarbeiter und ähnliche Berufe und Studenten können ihrer Tätigkeit nur in Ruhe nachgehen, weil Tausende ihrer Nachbarn täglich zur Arbeit gehen und zwar dorthin, wo Werte geschaffen werden, und Steuern zahlen. Geld kommt nun mal nicht aus Automaten oder ist keine virtuelle Zahl auf dem Smartphone. 

Und nun wollen diese Jüngelchen dieses Kapital einfach so verscherbeln ohne an die langfristigen Folgen für dieses Land zu denken. Denken? Nun ja, es gibt keine App für verantwortungsvolles Handeln. Leider.

Lassen wir uns unseren Patriotismus nicht von irgendwelchen Leuten nehmen. Denken wir an diejenigen, die uns ermöglicht haben, Deutsche zu sein. 

Wir sind genau wie jeder andere Europäer, wie Franzosen, Briten, Polen, Ungarn, Griechen, Spanier ... Wir sind stolz auf Deutschland. Wieso auch nicht? Alle Welt ist stolz auf sein Land, auch wenn es mit seiner Regierung im Clinch liegt. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wir wollen keine Ausnahme bilden, so wie der Mainstream das anordnet. Auch in dieser Beziehung gehören wir zu Europa. Was anderen Völkern recht ist, ist uns auch billig. Wir haben kein Recht, dass auch anderen europäischen Völkern zu vermiesen oder zu verbieten. Dann wären wir eben wieder an der Stelle, wo der deutsche Herrenmensch sagt, wo es lang zu gehen hat. Und das ist es doch gerade, was niemand will.

Übrigens ein Herr Gauck hat eine Leitlinie des Sozialismus der DDR verinnerlicht: den proletarischen Internationalismus. Der meinte zwar nicht, dass die DDR als Heimstatt der ganzen Welt dienen sollte, sondern nur, dass alle Völker im Kampf um ein besseres Leben unterstützt werden sollen. Nun gut, er hat diese Leitlinie falsch verstanden, wie die heutigen Linken auch.









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