Gedanken zur Gesellschaft

15. April 2015

 

Kälbermarsch

Hinter der Trommel her
Trotten die Kälber
Das Fell für die Trommel
Liefern sie selber
Der Metzger ruft.Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert mit ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthof schon geflossen
Sie ziehn im Geist in seinen Reihen mit.

Sie heben die Hände hoch
Sie zeigen sie her
Sie sind schon blutbefleckt
Und sind noch leer.
Der Metzger ruft. Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert mit ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthof schon geflossen
Sie ziehn im Geist in seinen Reihen mit.

Sie tragen ein Kreuz voran
Auf blutroten Flaggen
Das hat für den armen Mann
Einen großen Haken.
Der Metzger ruft.Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert mit ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthof schon geflossen
Sie ziehn in seinen Reihen mit.

Bert Brecht

22.01.2013

Ein Schäfer schlachtet regelmäßig ein Schaf seiner Herde. Die Tiere werden zusehends unruhiger und bekommen Angst. So sind sie nicht mehr gut zu beherrschen. Er überlegt, was er tun könnte, um sie wieder gefügiger zu machen. Er hat eine geniale Idee. Er versetzt jedes Schaf einzeln in Trance und suggeriert ihm es sei der Hütehund. Als er dann wieder ein Schaf schlachtet, lachen alle anderen Schafe der Herde. Aus einem anonymen Komentar zu meinem Artikel: Wir kriegen, was wir verdienen


20.10.2012

»In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.« – Kurt Tucholsky 


10.10.2012

"Mann, Papa, was ist aus uns Terranern geworden - eine Herde von Angsthasen, die sich ihrem Schicksal ergeben! Von einer Handvoll Dahergelaufenener habe wir uns ins Joch zwingen lassen, einen schleichenden Schritt nach dem anderen. Komm mir bitte nicht mit "Alles halb so wild" und "Es könnte weit schlimmer sein" und "Im Wesentlichen geht das Leben weiter seinen gewohnten Gang". Eine Diktatur, die auf leisen Sohlen und mit Samthandschuhen errichtet wurde, bleibt trotzdem eine Diktatur"
Perry Rhodan, 2657, Leo Lukas, Geheimbefehl Winterstille (als eBook), 2012 Pabel-Moewig Verlag GmbH, Perry Rohodan digital, Rastatt, ISBN 978-3-8453-2656-6



06.10.2012:

»Die Politik ist der konzentrierte Ausdruck der Ökonomik«,
Lenin, Werke, Bd. 32, Berlin, Dietz 1967, S. 73



22.08.2012:

"... Die Arbeiterklasse ist zahlreicher als die besitzende Schicht und sie ist stärker, denn die Besitzenden sind auf die Malocher angewiesen. Wir sorgen für ihr Essen, bauen ihnen ihre Villen und schneidern ihnen ihre Kleidung. Ohne uns müssten sie sterben. Sie können gar nichts tun, wenn wir sie nicht lassen. Vergiss das nie."
Ken Follett in "Sturz der Titanen" bei mir im eBook auf S. 116



05.01.2012:

»Zur Kritik der politischen Ökonomie« formulierte Marx: »In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprechen.« (MEW Bd. 13, S. 8)




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02.01.2012:

Das Interesse denkt nicht, es rechnet. Die Motive sind seine Zahlen. Das Motiv ist ein Beweggrund, die Rechtsgründe aufzuheben, und wer zweifelt, daß das Privatinteresse hierzu viele Beweggründe haben wird? Die Güte des Motivs besteht in der zufälligen Geschmeidigkeit, womit es den objektiven Tatbestand zu entrücken und sich und andere in die Täuschung einzuwiegen weiß, nicht die gute Sache sei zu denken, sondern bei einer schlechten Sache genüge der gute Gedanke. "Karl Marx, Debatte über das Holzdiebstahlsgesetz"

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29.11.2011:

In dieser verräterischen Welt ist nichts Wahrheit, nichts Lüge; alles ist wie die Farbe des Glases, durch das man es sieht. "Worte des Muad'dib von Prinzessin Irulan, Frank Herbert, Der Herr des Wüstenplaneten"

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14.09.2011:

Karl Marx formulierte im dritten Band des »Kapital«: »Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Nationen zusammengenommen sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, haben sie als boni patres familias (gute Familienväter) den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.«

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16.08.2011:

Mark Twain: „Niemandes Leben und Besitz ist sicher, solange die Legislatur tagt.“

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11.07.2011:

Rachel bat ihn, er solle seine rechte Hand heben. Als der Junge dies tat, sagte Rachel: »Nein, nein, das ist deine linke Hand!« Sie wandte sich an die anderen Kinder und fragte sie, welche Hand ist das. Ihrer Lehrerin folgend, riefen sie wie mit einer Stimme: »Die Linke, die Linke!« Als der Junge dies sah, wurde er unsicher. Schließlich gab er zu: »Ja, es ist die Linke.« »Nein, du hattest zuerst recht!« versicherte Rachel ihm. »Laßt euch allen dies eine Lehre sein: wenn ihr meint, recht zu haben, besteht darauf. Ändert nie eure Ansicht, weil Leute das Gegenteil behaupten.« Gemeint ist Rachel Avnery

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09.06.2011:

Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muss es so nützen, dass ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen, nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und dass er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der Menschheit - geweiht. Und er muss sich beeilen zu leben. Denn eine dumme Krankheit oder irgendein tragischer Zufall kann dem Leben jäh ein Ende setzen.

Aus: Nikolaus Ostrowski: Wie der Stahl gehärtet wurde

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25.03.2011:


" Der Unterschied zwischen einem guten Administrator und einem schlechten beträgt nur fünf Herzschläge. Gute Administratoren treffen Entscheidungen sofort."

"Akzeptable Entscheidungen?"

"In der Regel solche, die auch etwas taugen. Ein schlechter Administrator hingegen zögert, trödelt herum und ruft nach Ausschüssen, Akten und Gutachten. Schließlich benimmt er sich in einer Weise, die ernsthafte Probleme erzeugt."

...

"Ein schlechter Administrator beschäftig sich mehr mit Gutachten als mit Entscheidungen. Er will nur hieb- und stichfeste Unterlagen haben, damit er sie später als Entschuldigung für die Fehler vorweisen kann, die er gemacht hat."

"Und gute Administratoren?"

"Oh, sie kommen mit mündlichen Anweisungen aus. Und sie belügen einen nie über das, was sie angerichtet haben, wenn ihre mündlichen Anordnungen Probleme schaffen. Außerdem umgeben sie sich stets mit Leuten, die auf der Basis mündlicher Anordnungen auch handeln können. Manchmal besteht das wichtigste Stück Information in der Mitteilung, dass etwas schiefgegangen ist. Schlechte Administratoren jedoch halten ihre Irrtümer so lange geheim, bis es meist zu spät ist, sie noch zu korrigieren."

Frank Herbert, Der Gottkaiser des Wüstenplaneten, Heyne Verlag, 1990, S. 295

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19.02.2011: 
»Zur Zeit ihrer Erschaffung leiden Reiche selten an Ziellosigkeit. Erst wenn sie etabliert sind und keine äußeren Bedrohungen mehr existieren, gehen Ziele verloren und werden durch vage Rituale ersetzt.«

"Worte des Muad'dib von Prinzessin Irulan" aus Frank Herbert "Der Herr des Wüstenplaneten"

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18.12.2010:
»Der ganze Unterschied gegen die alte, offenherzige Sklaverei ist nur der, daß der heutige Arbeiter frei zu sein scheint, weil er nicht auf einmal verkauft wird, sondern stückweise, pro Tag, pro Woche, pro Jahr, und weil nicht ein Eigentümer ihn dem andern verkauft, sondern er sich selbst auf diese Weise verkaufen muß, da er ja nicht der Sklave eines einzelnen, sondern der ganzen besitzenden Klasse ist. Für ihn bleibt die Sache im Grunde dieselbe, und wenn dieser Schein der Freiheit ihm auch einerseits einige wirkliche Freiheit geben muß, so hat er auf der andern Seite auch den Nachteil, daß ihm kein Mensch seinen Unterhalt garantiert, daß er von seinem Herrn, der Bourgeoisie, jeden Augenblick zurückgestoßen und dem Hungertode überlassen werden kann, wenn die Bourgeoisie kein Interesse mehr an seiner Beschäftigung, an seiner Existenz hat.«

(Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, in MEW 2, S.310)

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3.07.2010:
Und ob wir dann noch leben werden, wenn es erreicht wird, leben wird unser Programm; es wird die Welt der erlösten Menschheit beherrschen. Trotz alledem!

Karl Liebknecht 1919

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11.07.2010:
Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr als das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert. Ahlener Programm der CDU 1947

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13.06.2010:
Die Würde des Menschen und die soziale Gerechtigkeit verlangen Demokratisierung der Wirtschaft. Wirtschaftsdemokratie ist selbst ein Ziel, weil sie politische Demokratie sichert und vollendet. ... Nicht wirtschaftliche Macht oder marktbeherrschende Unternehmen dürfen der Politik den Handlungsrahmen vorgeben, sondern demokratisch legitimierte Entscheidungen müssen im Interesse des Gemeinwohls Rahmen und Ziele für wirtschaftliches Handeln setzen. Grundsatzprogramm der SPD 1990

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13.06.2010:
Wenn es manche Errungenschaften morgen nicht mehr gäbe, würden viele schon übermorgen schmerzhaft spüren, was gemeinsam erarbeitet worden ist. Manfred Gerlach, Vorsitzender der ehemaligen LDPD in der DDR, 1989

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Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft verfügt als seine Ware, und daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.

Friedrich Engels "Konspekt über das Kapital Band1"

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Innerhalb eines durch die kapitalistische Produktion beherrschten Gesellschaftszustandes ist auch der nichtkapitalistische Produzent durch die kapitalistischen Vorstellungen beherrscht. In seinem letzten Roman, den "Paysans", stellt Balzac, überhaupt ausgezeichnet durch tiefe Auffassung der realen Verhältnisse, treffend dar, wie der kleine Bauer, um das Wohlwollen seines Wucherers zu bewahren, diesem allerlei Arbeiten umsonst leistet und ihm damit nichts zu schenken glaubt, weil seine eigne Arbeit ihm selbst keine bare Auslage kostet. Der Wucherer seinerseits schlägt so zwei Fliegen mit einer Klappe. Er erspart bare Auslage von Arbeitslohn und verstrickt den Bauer, den die Entziehung der Arbeit vom eignen Feld fortschreitend ruiniert, tiefer und tiefer in das Fangnetz der Wucherspinne.

MEW Band 25

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"In unserer Kultur gibt es nur zwei Gesetze", begann Frobisher mit großer Ruhe, "Das erste: Kein Mensch soll einen anderen zum Sklaven machen. Und das zweite! - er hielt inne und sah Brian gerade in die Augen - "lautet: Kein Mensch soll sich selbst zum Sklaven machen ..."

Marion Zimmer-Bradley "Die steile Flut"

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"Bei aller unserer Politik geht es im letzten Grunde nicht um engherzige Parteieinstellung, nicht um Ministersessel und Vorsitzenden-Stellungen, nicht um kleinen persönlichen Ehrgeiz und nicht um eifersüchtige Betonung des eigenen Standpunktes, sondern es geht um etwas Größeres, um die Zukunft des deutschen Volkes."

Wilhelm Külz, 1875 geboren, nationaler und liberaler Politiker seiner Zeit, viele Jahre OB von Dresden und 1933 von den Faschisten dort aus dem Amt gejagt, weil er keine Hakenkreuzfahne am Dresdner Rathaus hissen wollte. Er war immer ein Demokrat und verabscheute den Faschismus. Nach 1945 war er Mitbegründer der LDPD (nicht zu verwechseln mit der jetzigen FDP). Auf Grund seiner langjährigen bitteren Erfahrungen als Kommunalpolitiker und Reichtstagsabgeordneter gehörte er zu denen, die damals in der sowjetischen Besatzungsgebiet mit den anderen zugelassenen Parteien den Demokratischen Block aus innerer Überzeugung gründete. Er starb im April 1948.

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